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Villa Tanja

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Datum: 02.07.2006

Villa Tanja Album

Villa Tanja - Los jetzt

Bad Oeynhausen (ml)    Die Band selbst bezeichnet ihren Stil als minimalistischen Bratfisch-Chanson. Wir geben der Musik eher den Stempel progressiv, punkig, aber melodiös angehauchter Deutschrock. Das einzige, was an dieser EP Bratfisch-Chanson-mäßig ist, sind die Texte, die jedoch für sich sprechen und in jedem Fall gut zur Musik passen.

Die erste EP "Los jetzt" von Villa Tanja besteht aus 7 eingängigen Liedern, die vom Gehör einfach sofort den Weg ins Langzeitgedächtnis finden. Und obwohl man von vielen kleinen Punkbands die "Hau-Drauf-Musik" mit ordentlich viel Gitarrengeschrammel gewohnt ist, offenbaren sich auf "Los jetzt" vor allen Dingen geordnete und durchdachte
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Villa Tanja bei OpenBeats
Songstrukturen.
Angefangen wird mit dem Lied "Rock 2000". Gegen Anfang sticht hier vor allen Dingen der Bass heraus, aber auch die für Deutschrock typische Gitarre findet sich vor. Während der Schlagzeuger sein Ding macht und viel Abwechslung ins Spiel bringt, ist der Refrain gesangsmäßig schön eingängig und schon beim zweiten Mal Refrain kann man mit Sicherheit mitsingen.
Weiter geht es auf der EP mit "Verflucht sei der Groove". Interessanter Anfang, mit gutem Bass- und Gitarrenintro, welches sich über dieses Lied noch als Riff hinweg ziehen wird. Ganz kurz zeigen sich in diesem wunderbaren Liedanfang sogar Parallelen zu eher rockigen Liedern der Red Hot Chili Peppers. Vor allen Dingen Breaks und Fills sind hier sehr gut gesetzt. Fast könnte man meinen, dass der Gesang hier nur Hintergrundbemalung ist, da die Melodie der Gesangsstimme das Riff der Gitarre übernimmt.
"DNA" ist jetzt mal ein Lied, indem vor allem der Text hervor gehoben ist. Dies ist auch nötig, da hier der Gesang wirklich eine wichtige Botschaft überbringt. ("Alles verändert sich...das alles besser werde...und ich nicht sinnlos sterbe...").
Ska, ohne Trompeten. Ihr sagt, das gibt es nicht! Hier gibt es das. In den Strophen von "Fahr mich heim" hat man ihn, den typischen Ska-Rythmus. Intensiv der Refrain "Fahr mich heim, in die Lessingstraße rein, gradeaus, da bin ich zu Haus...". Abgeschlossen wird der Song durch ein kleines E-Gitarren-Solo.
Das nächste Lied "Sommersong" verbreitet leider nicht so viel Sonne, wie das an einigen Stellen mit Ska gesegnete Stück "Fahr mich heim", jedoch ist es insgesamt sehr funky das Lied. Nicht nur vom Bass und von der Gitarre, sondern auch vom offbeat-betonten Schlagzeug und dem Gesang. Ein E-Gitarren-Solo bildet den Mittelteil des Liedes.
Der Titelsong "Los jetzt" geht im ersten Moment etwas verhalten und langsam los. Sehr pathetisch. Nach dem Intro, geht es schneller weiter. Der Gesang klingt in diesem Moment, wie von Fettes Brot eingespielt. Der Refrain selbst ist sehr verzerrt und sehr laut gehalten.
Als letztes kommt passend der "Abschied". Kurz gehalten. Wieder sehr skaig mit vielen Off-Beats. Es fehlten, wie auch schon in "Fahr mich heim" Trompeter und Posaunisten, was die Besetzung der Band jedoch nicht her gibt und auch nicht her geben soll. Spätestens im Refrain erkennt man dann wieder typische, hardrockmäßige Songstrukturen.
Alles in allem lässt sich über die EP sagen, dass sie sehr abwechslungsreich und witzig ist und gerade für eine nur lokal bekannte Band mit gerade mal zwei Auftritten doch schon eine sehr hohe Qualität aufweist.