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Konzertbericht

Bands
Architects
Rise Against
Touché Amoré

Locations
Westfalenhalle



Datum: 01.03.2012

Rise Against in Dortmund

Ein Endspiel mit lauter Musik

Dortmund (ml)    Gestern spielten Rise Against ihr Tourauftakt-Konzert in der Dortmunder Westfalenhalle. Zusammen mit Touche Amore und die Architects wurde dabei nicht nur die Schallgrenze durchbrochen, sondern auch die Temperaturen im Publikum in ungeahnte Höhen getrieben.

Das erste Mal in Dortmund: Rise Against. Foto: Britta Flachmeier

Touché Amoré  spielten am Mittwoch noch ein eher intimes Konzert im Café des Skaters Palace. Ein riesen großer Unterschied zur Westfalenhalle in Dortmund, deren Innenraum sich schon zu Auftritt des Openers stark gefüllt hat.
Fotos zum Konzert
Homepage von Rise Against
Homepage von Architects
Homepage von Touché Amoré
Und obwohl die Band hier noch eher unbekannt ist, ist das Publikum bei einigen Liedern, wie "Honest Sleep" doch sehr textsicher.
Obwohl die Band sicherlich vom Stil her die lauteste an dem Abend ist, sind die Lautsprecher angesichts der folgenden Bands eher leise eingestellt.

Zeit hat die Band nur für eine halbe Stunde und so heißt es früh das Feld zu räumen für die Architects. Diese legen mit "Devil's Island" auch laut los. Dank der nun lauteren Unterstützung durch die Boxentürme bringt die Band die Westfalenhalle nahezu zum Beben. Und auch das Publikum macht jetzt so mit, dass es aussieht als könnten sich die meisten Besucher heute schon vor dem Hauptact komplett verausgaben. Immerhin spielen die Architects 40 Minuten lang und haben damit für einen Support sogar eine eher üppige Spielzeit mitgebracht, so dass gerade in den vorderen Reihen das Publikum schon nass geschwitzt war vor Rise Against. Einen schweißtreibenden Knochenjob hatten auch die Securities, denn "Day in day out" fordert Sänger Sam Carter das Publikum zum Crowdsurfen auf. Das folgt der Aufforderung und in kürzester Zeit müssen schätzungsweise 50 Crowdsurfer von den Sicherheitsleuten im Graben aus dem Publikum gefischt werden. Als Carter zum letzten Song "Follow the water" dann selbst ins Publikum steigt, darf der Anschiss seitens der Security auf dem Rückweg natürlich nicht fehlen.


Das erste Mal in Dortmund

Eine längere Umbaupause vergeht bis der Headliner des Abends auf die Bühne steigt: Rise Against. Sie sind groß geworden. Auf ihrer letzten Tour haben sie den Ringlokschuppen in Windeseile ausverkauft. Jetzt spielen sie in einer nahezu ausverkauften Westfalenhalle. Nur die oberen Ränge sind nicht besetzt.

Klar, dass auch die Show durchgeplanter ist. Auf der Bühne stehen vier LED-Wände auf denen Bilder von politischer Unterdrückung, aber auch von starker Einheit von Personen gezeigt werden. Mit einem Intro und einem Einspieler auf diesen LEDs kündigt sich die Band dann auch an. Einspieler vor den Songs der Band wird es später auch noch geben und manchmal sieht es so aus, als müsse sich die Band die Filme auf den Wänden selber nochmal anschauen.

Mit "Survivor Guilt" beginnt das Konzert der Band pünktlich nach Plan um 21:35 Uhr. Schnell folgt mit "Ready To Fall" eine Single der Band und das Publikum ist voll da. Textsicher wird sowohl aus dem Zuschauerraum als auch von den Rängen auf denen pünktlich zu Beginn des Konzertes jeder steht mitgesungen. Einziges Manko ist der schlechte Sound auf der Tribüne, den man treffenderweise auch mit ohrenbetäubendem Lärm umschreiben kann.
Im Innenraum dagegen ist der Sound besser ausgesteuert und hier finden sowohl im ersten Wellenbrecher als auch im zweiten Wellenbrecher regelrechte Moshpit-Schlachten statt.

Auch die Band scheint mehr als 100 Prozent Leistung an dem Abend abzurufen. Das begründen sie sogar damit, dass Städte in denen sie zum ersten Mal spielen was ganz besonderes sind.


Schüler im Front of Stage - Arbeitnehmer drum herum

Mit "Collapse" und "The Good Left Undone" folgten schon früh weiteres Highlights. Nach "Drones" machte Tim McIlrath einer seiner wenigen Ansagen in der er fragte, wie viele Schüler denn heute da sind. Die meisten Arme gehen im Front of Stage-Bereich hoch für den an diesem Abend extra Einlassbändchen für Frühankömmlinge verteilt worden sind.
Weniger Arme sind es drum herum. Was nun natürlich folgt ist "Re-Education" welches auch bejubelt aufgenommen wurde vom Publikum.

Dortmund kann sich über eine sehr gemischte Setlist von Rise Against freuen.  Sie spielen zu fast gleichen Teilen Songs von den Alben "Endgame", "Appeal To Reason", "Siren Song of the Counter Culture" und "The Sufferer & The Witness".

"Paper Wings" widmen Rise Against ihrem Support Architects bevor sie ihr nächstes Highlight "Prayer of the Refugee" bieten und eine erste kurze Pause machen.


Rise Against bieten 90 Minuten Entertainment

Nach dieser Pause kommt Tim McIlrath allein mit einer Acoustic Gitarre wieder um "Audience of one" zu spielen und "Swing Life Away" als Sommerlied für die kalte Jahreszeit anzukündigen.

Mit "Make it stop" wurde noch einmal ein riesen Publikumschor in der Halle angestimmt und mit ihrem wohl bekanntesten Song "Give it all" verabschiedeten sich Rise Against nach 80 Minuten abermals in eine Zugabenpause.

Moment mal? 80 Minuten? Zugabenpause? Sind Konzerte der Band nicht ganz oft nur 75 Minuten lang? Dieses Mal nicht. Die Band hat zwei Tage vorher noch ein Konzert gespielt und davor eine mehrwöchige Auszeit gehabt. Mit voller Frische sind sie somit nach Dortmund gekommen und beenden ihr Set nach 90 Minuten schließlich mit "Savior".