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Konzertbericht

Bands
The Blanks

Locations
Skaters Palace



Datum: 06.09.2011

The Blanks im Skaters Palace

Ein etwas anderer Konzertabend

Münster (m2w)    Ein Konzert ohne Instrumente, dafür mit einer durchchoreographierten Bühnenshow. Das war der gestrige Abend mit The Blanks. Was die Show sonst noch für Überraschungen bereit hielt und wie sich ein amerikanischer Schauspieler auf der Bühne gibt. Diesen und mehr Fragen gehen wir auf den Grund.


Bei recht frischen Temperaturen und Regen beginnt der Einlass. Das Skaters Palace wird sich an diesem Abend gut füllen. Parkplätze sind bereits 45 Minuten vor Beginn rar geworden und die Schlange am Einlass spricht Bände. Viele Leute sind gekommen, um an diesem Konzerthighlight teilzunehmen da stört es nicht mal, dass der Termin auf einen Dienstag fällt.
Für dieses Konzert ist die Halle extra bestuhlt. Die ersten Besucher nehmen bereits Platz, andere halten sich noch an der Theke oder am Merchandise Stand auf. Das buntgemischte Publikum zeigt sich teils in normaler Garderobe oder auch im The Blanks T-Shirt. Es finden sich aber auch einige Besucher mit Scrubs Merchandise. Kein Wunder, denn Sam Lloyd ist sowohl Lead Tenor bei The Blanks als auch Schauspieler in der Comedy Serie Scrubs. So liegen heute die Augen des Publikums in erster Linie auf ihm.


Nein, das ist nicht beknackt.

Um 20.15 Uhr beginnt das Quartett ihr Set mit Underdog. Standesgemäß steht der Vierer aus den Staaten in Anzügen auf der Bühne. Da die Stimmung im Publikum und die Raumtemperaturen parallel steigen, ist es bald an
Fotos vom Konzert
Homepage von The Blanks

der Zeit, die Jacketts loszuwerden und zeitgleich seine Deutsch Kenntnisse zu präsentieren. Herzlich Willkommen in unserer Show werden die Besucher begrüßt. Lautes klatschen tönt von der anderen Seite der Bühne. Überhaupt wirkt der Applaus an diesem Abend besonders laut. Ob die Band einfach nur klatschbegeisterte Fans hat, oder ob es daran liegt, dass die Grundlautstärke bei einer A-cappella Show generell niedriger ist? Die Antwort auf die Frage liegt wohl im Auge des Betrachters. Übrigens, falls jemand nicht weiß, was A-cappella bedeutet, die Antwort wird von der Band selbst geliefert: Es ist Musik ohne Instrumente, nur mit Gesang. Und nein, das ist nicht beknackt..


Special Guests, Streitigkeiten und Rhythmusinstrumente

Der Abend ist prall gefüllt mit Musik und Sketchen. Letztere finden immer wieder einen Platz in der Setlist zwischen den Liedern. Und als ob das nicht schon genug ist, haben The Blanks für das Konzert jede Menge Special Guests eingeladen. Mit Mr. Pumpkin Man wird Happy Halloween angestimmt, Commander Attack ist auch dabei.
Einer (von mehreren) running gags, die sich durch den gesamten Abend ziehen, beginnt mit folgender Szene: Das nächste Lied wird angekündigt, ein Bandmitglied (den Anfang macht Sam Lloyd) will es aber nicht singen. Ein Streit bricht aus, ein Mann rennt wutentbrannt von der Bühne, um dann irgendwo im Publikum als Eisverkäufer wieder aufzutauchen. Er wird von der Band entdeckt und auf die Bühne eingeladen und man stellt fest, dass er genau so heißt wie der entlaufene Streithahn. Man verträgt sich und performt das Lied.
Publikumsnähe ist auch ein gutes Stichwort. Ohne Berührungsängste geht man heute mehrfach durch den Innenraum und holt auch eine Besucherin auf die Bühne.
Zu den Highlights des Konzertes gehören definitiv Dont fear the reaper, Shes a maniac, Hey ya und Guylove (in der Serie von J.D. und Turk gesungen: YouTube).
Gegen alle Erwartungen hat man auf die eigene Gänsehaut bei Somewhere over the rainbow vergeblich gewartet. Hier kommt die A-cappella Version bei weitem nicht an das Original heran.
Aufgepeppt wurden die Lieder übrigens nicht nur durch den Gesang der vier Männer, nein es wurden auch allerhand Rhythmusinstrumente eingesetzt. In die Hände klatschen und mit den Fingern schnipsen sind hier nur die gängigsten Methoden. Es folgen Klatscher auf die Oberschenkel oder den Hintern ganz egal ob es der eigene oder ein fremder ist. Auch Backpfeifen ergeben tolle Töne.

Nach so viel Einfallsreichtum und 90 Minuten prall gefüllt mit Musik und Humor verabschieden sich The Blanks mit den Worten Thank you Munster. Es war ein rundum gelungener Abend.

 

von Britta Flachmeier