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festivalkult!
Konzertbericht

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Boy Hits Car
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Dirty Little Herbert
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Kozma Orkestar
Krake
Local Shop
Mr. Irish Bastard
Ohrbooten

Locations
Weserwiesen



Datum: 29.07.2011

Nachgereicht: festivalkult 2011

3 Tage Festival auf den Weserwiesen

Porta Westfalica (m2w)    von Jens Schmidt - Wir waren den kompletten Sommer unterwegs auf Festivals. Ende Juli fand das Umsonst & Draußen in Porta Westfalica statt. Natürlich waren auch wir dort. Unsere Bilder und unseren Artikel gibt es hiermit nachgereicht.

Fotos zum Festival
Homepage vom festivalkult!


Wie jedes Jahr wieder, fand sich auch dieses Mal eine bunte Mischung von Menschen beim Festivalkult 2011 auf der Weser Wiese Veltheim in Porta Westfalica wieder, auch wenn das Festival insgesamt etwas weniger belebt wirkte, wie in den vorigen Jahren, was aber auch daran liegen mag, das das Wetter an diesem Wochenende ziemlich wechselhaft war, und viele wohl Sorgen hatten, nass zu werden. Ebenfalls verteilten sich die Besucher durch Eröffnung eines weiteren Zeltplatzes noch weiter auf dem Festivalgelände als in den vorigen Jahren.

Um 17.00 machten dann Plaza Bombaste auf der Bahndamm-Bühne den Anfang und boten mit ihren Ska-Versionen bekannter Songs eine gute Einstimmung in das Festival. Bereits eine Stunde später wurden sie von den Jungs von Übergangsregierung abgelöst, die ziemlich reinrassigen Rock boten.
Zeitgleich begann mit Dirty Little Herbert (Fotos) auf der Weserbühne das Alternativprogramm dazu. Danach boten Ratatöska mit treiben Reggae-Offbeats eine klangliche Abwechslung, auf der Bahndamm Bühne präsentierten währenddessen Kozma Orkestar (Fotos) ihre durchaus interessante Mischung aus Folkmusik und Klezmer, konnten aber eindeutig nicht mit Skalinka mithalten, die ab 20:30 sehr energiegeladenen Ska präsentierten und mit dem Publikum den ersten Festivalabend feierten, auch wenn sie die Leute erst einmal locken mussten.
Etwa eine halbe Stunde später standen Boyhitscar (Fotos) auf der anderen Bühne , die im Gegensatz dazu aber nicht so überzeugen konnten, vorallem, da sie durch "The Movement" auf der Bahndammbühne locker an die Wand gespielt wurden. Auch No Shame brachten die Leute nicht zum Feiern, die sich lieber bei Dreadnut Inc aufhielten und erst später bei Big Mandrake zur Weserbühne zurückkehrten. Insgesamt war der erste Tag ziemlich Reggae- und Skalastig, was aber gut zum ersten Festival passte. Einen gänzlich anderen Ausstieg boten The von Duesz aus Bielefeld mit ihrem handgemachten Elektro auf der Bahndammbühne, der die gegenüberliegende Psytrance-Area eindeutig überbot.

Am nächsten Morgen ging es auf der mit Limelight Fire los, die meisten Zuschauer ließen sich von ihrer Mischung aus Rock und Metal nicht mitreißen und machten ihrem Namen ganze Ehre - sie "schauten zu". Auch Hans Dampf konnten die Erwartungen nicht wirklich erfüllen, machten aber deutlich mehr Spaß und boten einen ganz gelungen Übergang zu den nachfolgenden Punk Bands Krawall und Black Gaffa, die natürlich das entsprechende Publikum begeisterten.

Auf der Weserbühne fingen um 16.00 Local Shop (Fotos) an, die eine wirklich enttäuschende und handwerklich nicht sonderlich ausgereifte Show boten und entsprechend gar kein Publikum hatten. Auch Stefany June konnten danach nicht wirklich Leute vor die Bühne locken, erst bei den Mighty Vibes, die mit ihrer Mischung aus Ska, Reggae und Dancehall ziemlich passend auf die Ohrbooten einstimmten, füllte sich der Publikumsbereich langsam. Ein richtiges Gedränge kam aber erst gegen 21.30 bei den Ohrbooten (Fotos) auf, die mit ihrer energiegeladenen Show das Publikum mitrissen und ihrer Rolle als Hauptact des Festivals vollkommen gerecht wurden, es wurden sogar einige bisher unveröffentlichte Tracks gespielt, die das Publikum genauso begeisterten wie die Klassiker "Autobahn" oder "Kaufrausch". Insgesamt eine gelunge Show, mit denen die danach spielenden 3 Feet Smaller trotz einer sehr guten Performance nicht mithalten konnten, auch The Dizzy Dudes, die als Rausschmeißer auftraten, konnten trotz guter Musik das Publikum, das größtenteils natürlich wegen der Ohrbooten gekommen war, nicht halten. Für Dancehall-Freunde boten währenddessen Dynablaster auf der Bahndammbühne einen entsprechenden Ausklang.

Der Sonntag begann mit einer vollkommen ungewohnten Musikrichtung, das Alex Lipan Quartett spielte bei Sonnenschein gegen die gegenüberliegende Psytrance-Area ihr Jazz-Frühstück auf der Bahndammbühne hinunter, das laut Band erstaunlich viel Publikum zog, sie selbst hatten nur mit "ein oder zwei Leuten" gerechnet.
Die Bahndamm Bühne bot bis zum Start des Hauptprogramms auf der Weserbühne noch einige bezaubernde Perlen. So zum Beispiel Days of neon grey (Fotos), die mit ihrem New Wave alte Helden vergangener Tage, wie zum Beispiel Joy Division wieder aufleben lassen. Das geschieht ihnen zwar nicht so gut, wie den 80er-Originalen, aber etwas bleibt von der damaligen Magie übrig.
Mit Der unglaubliche Heinz (Fotos) startete dann auch das Hauptprogramm in den Sonntag hinein. Und zeitgleich Kontrasprogramm. Denn so ein richtiger Musiker ist der unglaubliche Heinz nunmal nicht. Dafür aber Comedian und als solcher bringt er die Lachmuskeln des Publikums dieses Mal vorzüglich bis an seine Grenzen.
Eine große Pause kann nun durch Programm von der Bahndamm Bühne gestopft werden. Krake (Fotos) aus Bielefeld überzeugen mit härteren Rockeinlagen und Gesangparts, die an größere Vorbilder, wie Wirtz erinnern.

Danach wurde es irisch. Mr. Irish Bastard (Fotos) aus Münster legten einen Klangteppich auf die Bühne, wie man ihn sonst von Flogging Molly kennt. Mit den Irish Folk-Anleihen konnten sie wunderbar auf den Sonntagsact Fiddlers Green (Fotos) einstimmen, der nach ihnen die Hauptbühne betrat.
Diese sind zwar nicht ganz so laut, wie Mr. Irish Bastard, reichen aber dafür nochmal mehr an den originalen Irish Folk ran. Ein wahrer Hörgenuss und ein würdiger Abschluss für das Umsonst & Draußen Porta Westfalica 2011.