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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Devils Brigade
Dropkick Murphys
Misconduct

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 16.04.2011

St. Patricks Day in Bielefeld

Lets go Murphys!

Bielefeld (m2w)    Es war laut,
es war wild,
es war grün!

Wenn die Dropkick Murphys im Land sind, stellt sich nur die Frage, wie schnell die - bekanntermaßen ausgezeichneten - Konzerte ausverkauft sind. Für Bielefeld gilt: Das Konzert ist Monate im Voraus ausverkauft. Die Besucher haben teilweise lange Fahrtwege in Kauf genommen. Parkende Autos aus Hamburg oder Nordhausen sprechen für sich.

Fotos zum Konzert
Homepage der Dropkick Murphys
Devil's Brigade bei MySpace
Homepage von Misconduct


Aber vorweg ein Wort zu den Bands, die den Auftakt zum Abend spielen durften:

Mit Misconduct war ein sehr interessanter schwedischer Hardcore-Punk-Act zu hören, deren MySpace Seite man ruhig einen Besuch abstatten sollte. Musikalisch näher an der Zielgruppe des heutigen Abends waren aber zweifelsohne Devils Brigade. Der Bassist und Sänger Matt Freeman, den man vielleicht noch von der Skaband 'Rancid' kennen könnte, traf mit seiner extrem 'rauchigen' Stimme den Nerv des Publikums. So viel sei gesagt: Mit Cola im Whiskey kommt man nicht zu dieser Stimme, gegen die Joe Cocker wie ein Tenor wirken mag. Mit viel eigenen, aber auch diversen Coversongs (Social Distortion, ...) begann die Menge hier schon deutlich stärker in Wallung zu kommen.

Umgebaut wurde rasant schnell. Leider folgte nach dem Umbau noch eine nicht nachvollziehbare Pause. Aber nun zum Hauptact:
Wenn Roadies über neongrünes Gaffer-Tape verfügen, zeigt das nur, wie professionell die Combo aus Boston auftritt. Von Beginn an Power! Hang 'Em High und Captain Kelly's Kitchen sind der heutige Opener. Zwei Kracher zum Beginn. Druck hinter wirklich jedem Song. Diese Band will Party machen, die Crowd lässt sich nicht lange bitten. Auf eine große Pause wurde komplett verzichtet und lieber einzelnen Mitgliedern mal einen Song Pause gegönnt, was der Stimmung aber mal gar keinen Abbruch tat. Gerade dieses Durchspielen ohne Pausen zwischen Songs oder gar langen Ansagen machen die Livequalität der Combo aus.

Man hatte rückblickend das Gefühl, die Band baue ruhigere Stücke nur ein, um ihre Fans kurz zur Ruhe kommen zu lassen. Dudelsack, Akkordeon, Mandoline, Flöte, Violine. Jedes dieser nicht unbedingt typischen Instrumente einer Punkband macht das besondere Flair dieser Combo aus. So sind die Songs wahre Punkkompositionen und mit 3 Mann-Bands nicht zu vergleichen. Das neue Album 'Going out in Style' fügt sich zudem in eine Diskographie ein, die noch keine schlechten Alben, aufzeigt. Nur wenige Bands können das von sich behaupten. So wurden neue und alte Songs gezeigt und Al Barr überzeugte zudem mit ausgeprägten Deutschkenntnissen. Weitaus mehr als das typische Gutn Abend und tschuss. Spötter könnten sagen, dass sein Deutsch weitaus besser ist als das Englisch unseres Außenministers.
Besser als ihr Ruf, sind ja oft die Security Dienste. Dass es kein ruhiger Abend werden dürfte, war klar. Die Dropkick Fans feiern ihre Helden frenetisch, haben dabei aber wieder einmal gezeigt, dass auch harte Fans immer ein Auge für die Schwächeren unter ihnen haben. Jedem wird aufgeholfen, wer sich überschätzte, wurde mit Hilfe der Security herausgezogen und das heute obligatorisch angereichte Wasser wurde auch reichlich verteilt. Gute Leistung!

Vor den Zugaben sollte der wahrscheinlich meistgespielte Song aller Sportstadien Shipping up to Boston die Stimmung zum kochen bringen. Zum großen Finale wurden so lange Frauen auf die Bühne geholt, bis wirklich kein Kleeblatt mehr Platz gefunden hätte. Die Ladys bildeten den Chor für Kiss me, I'm sh*tfaced. Drei Songs lang wurde noch mächtig gemeinsam gerockt! Bei der Gelegenheit sei erwähnt: Ich ziehe den Hut vor Moshpitbesucherinnen mit Handtäschchen!
Doch auch der schönste Abend ist einmal zu Ende und nach über 1 ½ Stunden werden die verschwitzten Fans in die Nacht entlassen.

Sehr positiv ist übrigens noch anzumerken, dass es trotz ausverkauftem Hause nicht allzu eng war und dank der Klimaanlange blieb den Besuchern die größte Hitze erspart.