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Konzertbericht

Bands
Sportfreunde Stiller

Locations
Capitol



Datum: 23.11.2010

Nicht zu leise - Sportfreunde Stiller in Eupen

Eupen (m2w)    von Petra Hetfeld und Sven Droste

"Die letzte leise Reise" nennt sich die Tour mit denen die Sportfreunde Stiller am 23. November ihr Album "MTV Unplugged in New York" nach Eupen bringen. Die Tour stellt den Abschluss Ihrer Arbeit rund um das mit Platin ausgezeichnete Album dar und nach deren Abschluss, so "Rüde" im Interview mit dem Grenzecho (grenzecho.net), wird sich die Band erst einmal zurückziehen und sehen was sich entwickelt. So bietet das Konzert im Capitol wahrscheinlich für eine längere Zeit eine der letzten Gelegenheiten die "Sportis" noch einmal live zu erleben.

Bilder zum Konzert
Homepage von Sportfreunde Stiller


Das Capitol ist eine eher kleine Location mit einer eher kleinen Bühne. Jedenfalls ist sie klein wenn man, wie die Sportfreunde an diesem Abend, Streicher, Sänger, Bläser, Gitarrist, Pianist und sich selbst, also zusammen 15 Personen darauf unterbringen muss. Dazu noch Instrumente und alles andere was noch so gebraucht wird, um ein Konzert zu veranstalten. Da kann es ganz schön eng werden. Die Enge auf der Bühne ist vermutlich auch ein Grund, dass es keine Vorgruppe gibt. Es wäre kein Platz gewesen.
Dafür können die Fans ganz nah bei Peter, Flo und Rüde sein. Es gibt keine Absperrung, keinen Graben und das Publikum kann bis direkt vor die brusthohe Bühne kommen, fast hautnah bei den drei Münchenern und Ihrem Orchester sein.
Bis die Sportfreunde auf die Bühne kommen müssen sich aber die Anwesenden noch etwas gedulden. Es ist 21.00 Uhr als es endlich losgeht. Zuerst sind die drei fast nur unter sich, nur von Gitarrist Christian Schneider und Dave Anderson am den Tasten begleitet kommen legen sie los. Erst beim dritten Song kommen die Streicherinnen und der Rest der Band auf die Bühne. Das sind unter anderem Julia Viechtl von "Fertig, Los!" und Christoph von Freydorf von den "Emil Bulls". Beide singen im Chor. Julia hat jedoch noch Sondereinsätze, später mehr dazu.
Irgendwann nach dem 4. oder 5. Lied spricht Peter Rüde auf seine Mütze an, die er trägt. Nach kurzem hin und her wird Rüde vom Publikum lautstark dazu gezwungen die Mütze auszuziehen. Er scheint davon nicht besonders begeistert zu sein, aber er zieht sie aus. Ein oder zwei Stücke später hat Julia ihren ersten Sondereinsatz. Bei "(Tu nur das) Was dein Herz dir sagt" übernimmt sie den Part von Meret Becker. Seite an Seite, auf Barhockern sitzend, singt sie mit Peter die romantische Ballade.
Während der Show ist auf der Bühne ein ständiges Kommen und Gehen, Chor auf die Bühne, Bläser auf die Bühne, die einen wieder runter und dann die Anderen. "Wunderbaren Jahren", "Kompliment" oder " Heimatlied " - je nachdem, welches Lied gespielt wird ändert sich die Besetzung. Ausgestattet mit Bass kommt für Julia, ihres Zeichens Bassistin bei "Fertig, Los!", kommt der zweite Sondereinsatz - "Rock'n'Roll Queen". Direkt im Anschluss spielen die "Sportis" das zweite Cover von ihrem MTV Unplugged Album. Bei "Ich war noch niemals in New York " sind alle auf der Bühne und das gesamte Eupener Publikum beteiligt sich als Chor.
Irgendwann hat Rüde seine Mütze wieder auf den Kopf gezogen. Als das auffällt, überzeugt Ihn die Menge vor der Bühne mit "Du hast die Haare schön" - Gesängen davon das Teil wieder auszuziehen. Es dauert etwas, aber die Hartnäckigkeit der Massen setzt sich durch und Rüde die Mütze ab. Nach "Fast wie von selbst" verabschieden sich Peter, Rüde und Flo zum ersten Mal von der Bühne. Kommen aber recht bald wieder zurück um die geforderte Zugabe zu spielen.
Währen der Zugabe hat Julia dann ihren dritten Einsatz. Diesmal jedoch nicht spielend oder singend. Peter bittet die ersten Reihen etwas zusammen zu rücken und bittet die blonde Sängerin nach vorne. Julia legt sich rücklings auf die hochgerechten Hände und surft kurz auf der Menge. Ihr erstes Mal, das behauptet zumindest Peter. Die Zugaben sind "Alles Roger", " Ich Roque" und "Siehst du das genauso?", danach verabschieden sich die drei und Ihre Band zum zweiten Mal. Lautstarke und ausdauernde Zugabe-Rufe locken die insgesamt 15 Musiker noch ein letztes Mal auf die Bühne. Christian Schneider besetzt das Schlagzeug und Flo schnallt sich das Akkordeon um. "Auf der guten Seite" ist der allerletzte Song des Abends. Unter frenetischem Beifall verabschieden sich die Sportfreunde mit Verbeugungen und Gegenapplaus. Noch ein letztes Winken und sie sind weg - hoffentlich nicht all zu lange.
Viele Hits sind gespielt worden nur einen Song hat man vermisst. "54, 74, 90, 2010" wurde nicht gespielt und wird, wie Peter sagt, auch nicht mehr gespielt. Augenzwinkernd erzählt er, die Nationalmannschaft hätte sie enttäuscht, zweimal hätten sie die Chance gehabt und keine genutzt. Sie, die Sporties hätten einen Weltmeistersong so gut für ihre Zukunft brauchen können. Quasi als Altersvorsorge.