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Konzertbericht

Bands
Everlaunch
Oasis

Locations
Mitsubishi Electric Halle



Datum: 04.02.2009

Auf Deutschlandbesuch

Oasis - Rockstars in Düsseldorf

Düsseldorf (m2w)    ein Bericht von Kevin van Gellecom

Am Mittwoch, dem 04.02.2009 war es soweit;
knapp 7500 Fans sahen das Nachholkonzert von Oasis, welches ursprünglich am 19.01 hätte stattfinden sollen. Durch ein Ödem auf Liam Gallaghers Stimmbändern wurde dieser Termin jedoch abgesagt und verlegt.
Schon Stunden vor dem Konzert war der Parkplatz vor der Philipshalle zugeparkt und von Musik aus jedem - gefühlten - zweiten Auto beschallt.

Fotos: Lutz Wallhorn

Bilder zum Konzert
Homepage von Oasis
Homepage von Everlaunch


Einlass war um 18.30 Uhr, Beginn der Vorband EVERLAUNCH um 19.50 Uhr.
Der Band wurden 40 Minuten gegeben, um sich zu präsentieren. Zeit, die sie zu nutzen versuchten,indem bis auf die Bekanntgabe des Namen keine Ansagen unternommen wurden. Lieder, die teils an PLACEBO erinnerten und sogar eifrig vorgetragen wurden konnten das zu 3/4 anwesende Publikum zwar zum Höflichkeitsapplaus bewegen, jedoch keine größere Begeisterung auslösen.

Alles schien auf nur eine Band zu warten...und diese war natürlich OASIS.
Man wollte nicht länger auf die Folter gespannt werden, warten, zu einem Nachholkonzert gehen, sich eine Vorband anhören - man wollte OASIS!
Diese bekam die nun vollgefüllte Halle dann auch um pünktlich 21.00 Uhr. Während eines von CD gespielten Intros kamen die Herren Gallagher, Archer, Bell und der frühere Robbie Williams Schlagzeuger Chris Sharrock auf die Bühne und legten direkt mit "Rock'n'Roll Star" los. Der Titel war Programm. So legte Liam Gallagher während des gesamten Konzerts weder Coat, noch seinen Schal oder Sonnenbrille ab und entgegnete dem Publikum wie auch sonst üblich mit seiner typischen Rock'n'Roll-Star Arroganz.
Den Fans sollte es egal sein und es wurde weiter durch Songs wie "Lyla", "The Shock Of Lightning" und "Cigarettes And Alcohol" gefeiert. Bei letzterem Titel gab es auch die erste Ansage Liams.
Vor "Meaning Of Soul" wurde die Bühne in ganz rotem Licht gehalten, während vor "To Be Where There's Life" Blau den Farbton angab und zwischen einem orientalischen Skit von CD die Instrumente gewechselt werden konnten. Es folgte "Waiting For The Rapture", welches von Noel gesungen wurde, ebenso wie "The Masterplan". Liam ging von der Bühne und wurde rauchend neben dieser gesehen, als Noel den neuen Schlagzeuger vorstellt. Diese Bekanntgabe, sowie der Aufruf an die Fans zu schreien, sollten auch die einzigen Publikumsinteraktionen bleiben, die OASIS an diesem Abend unterommen haben.
Zu "Songbird" trat Liam dann wieder vor das Publikum und der Bassist löste ihn von der Pause ab. Dieser sollte nämlich zu dem von Liam geschriebenem Lied nicht von Nöten sein, da dieses nur von Akustik-Gitarren vorgetragen wurde.
Während "Slide Away" schienen dann Probleme mit Liams Monitoren aufzutreten. Diese Probleme gab der cholerische Sänger dem Tontechniker auch zu verstehen, indem er wild gestikulierend auf das Schlagzeug und seine Monitore zeigte. Jeder, der auch nur im Ansatz etwas vom Lippenlesen versteht, hat erkannt, dass mit "Fuck Off" der Techniker sein Fett wegbekommen hat und Liams Laune langsam anfing zu brodeln.
So verließ er nach "Morning Glory" abermals die Bühne und kehrt auch erst nach "Ain't Got Nothing" und "Importance Of Being Idle" wieder zur aktuellen Single "I'm Outta Time" zurück.
Was dann bei "Wonderwall" und "Supersonic" passierte muss man eigentlich nicht erwähnen.
Denn jeder der schon einmal etwas von Oasis gehört hat kann sich vorstellen, dass bei diesen Liedern jedes Konzert zu einer riesigen Karaokeveranstaltung mit Live-Band wird.
Danach war erstmal Schluss und Oasis verließen die Bühne. Sofort wurde mit lautstarken Rufen die Zugabe gefordert. Dieser Forderung kam fast die ganze Band nach - bis auf Liam.
Dieser blieb erst einmal Backstage und ließ seinen Bruder den ersten Zugabetitel singen. Allein mit Akustik-Gitarre und vollem Scheinwerferlicht auf sich, gab Noel Gallagher , unterstützt von den 7000 Kehlen "Don't Look Back In Anger" zum Besten.
Mit der nächsten Single "Fallin' Down", dem Hit "Champagne Supernova" vom Über-Album "(What's The Story) Morning Glory" und dem Beatles-Cover "I Am The Walrus" beendeten OASIS die gut 90-minütige Show.

Trotz des mageren interagieren von Band und Fans ist dieses Konzert in der Tradition von OASIS sicherlich ein gutes gewesen und hat den Fans das gegeben, was sie wollten: Hits am Fließband und eine technisch gut aufgelegte Band, die gekonnt den Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart vollbringt.
In diesem Sinne bleibt zu glauben, dass keiner der Anhänger "back in anger" schauen wird, wenn er sich an den 04.02.2009 erinnert.