Home

Taglist:

Allgemein
Konzertbericht

Bands
Fettes Brot
Vincent van Go Go

Locations
Halle Münsterland



Datum: 28.11.2008

Live in Concert

Fettes Brot in der Halle Münsterland

Münster (m2w)    ein Bericht von Kamil Ertürk

Vergangenen Freitag haben Fettes Brot auf ihrer Strom & Drang Tour 2008 Teil 2 einen Zwischenstop in der Halle Münsterland in Münster eingelegt.
Im Vorprogramm der Hamburger Band spielten die Dänen Vincent van Go Go.

Bilder zum Konzert
Homepage von Fettes Brot
Homepage von Vincent van Go Go


Am Freitag den 28.11.08 um 19:00 füllen langsam die Leute den Hauptsaal und platzieren sich vor die Bühne, zum teil stehend und zum Teil sitzend. In der Vorhalle nimmt der merchandise und catering Zirkus seinen anfänglichen Lauf und die Leute decken sich mit Tourshirts und den restlichen Utensilien ein. Sie füllen ihre Mägen mit einheitlich großen Stücken Pizza und übersalzenen Bretzeln die einen Zweck erfüllen und zwar Ausschau halten nach der nächsten Theke.

Ausgestattet mit einem Becher trinkbarem geht es in den Hauptsaal, wo sich die Menge der Menschenansammlung wie im Zeitraffer zu füllen scheint. Mir fällt auf, dass das geschwungene Holzdach mit den skurrilen Kronleuchtern dem großen Saal einen sehr familiären und gemütlichen Wohnzimmer-Charakter verleiht.
Es fällt auf, dass in den vorderen Bereichen der Bühne die 18 bis 24er Fraktion ihr Territorium gefunden hat und dass dieses Menschenmeer nach hinten hin immer älter zu werden scheint. Das geht soweit, dass die Sitzplätze mit Mamas und Papas und deren Kindern ihre kleinen Inseln gefunden haben.

Die Lichter gehen aus und es betreten drei Jungs die spärlich ausgestatte Bühne, die mit einem übergroßen Poster von einer Strandsituation untermalt wird. Im ersten Augenblick denkt man, dass es sich um die Hamburger handelt, aber nach einer kleinen Vorstellung von Johannes "Johs" Nørrelykke, Sänger der dänischen Band Vincent van Go Go wird schnell klar, dass die Zahl 3 ein netter Zufall ist. Die ursprünglich 5 Mann große Band ist an diesem Abend mit ihrem Sampler und Scratcher Thomas "Terry Tester" und Schlagzeuger Janus Nevel Ringsted angereist.
Die Spots erhellen den Saal und ein eingängiger Schlagzeugrhytmus geht aus der Bühne hervor. Man ertappt sich schnell mit einem Kopfnicken und die anfänglich spartanische Bühne wird Mittelpunkt eines sommerlichen, warmen Sounds der Kopenhagener. Ein kollektives klatschen breitet sich von der Bühne bis in die hinteren Reihen, die Spotlights wandern über die Köpfe und der Gesang nimmt einen nach dem anderen in den Bann und man merkt, wie die Leute aufgerufen werden zu Lachen und sich zu bewegen.

Vincent van Go Go überzeugt an diesem Abend mit einem melodischen Mix aus Roots Rock Reggae, Einflüssen aus dem Blues und einem sarkastischen Hip Hop, Big Beat Unterton. Die sympathische Band macht ihren Job als Vorbereiter sehr gut und beendet ihre Bühnenshow mit einem Good Night.

Nachdem das Bühnenteam alle Vorbereitungen abgeschlossen hat, kündigen die Rauchmaschinen die Hanseaten an. Die Zuschauer grölen erwartungsvoll den Refrain von Seven Nation Army der Gruppe White Stripes. 3 Jungs, 2 von ihnen mit Bossanova Hüten betreten die Bühne und werden mit lautem Jubel und erleuchteten Handykameras willkommen geheißen. Ohne zu zögern legen Fettes Brot los und fordern die Masse mit gestreckter Faust und Zeigefinger abzugehen. Ein Händemeer, die an Wellenschläge erinnern erwidert diese Aufforderung.
Ein Bläsertrupp macht sich unbeeindruckt von der Geräuschkulisse auf die Bühne und macht sich bereit einzusteigen. Unter einem Blitzlichtgewitter und voluminösem Bläser Sound, die einer Big Band mit Blueseinflüssen ähnelt, wird ein erfrischender Live-Auftritt geboten, die einen zum Bewegen animiert. Die Bühnenshow wird durch das Improvisations-Talent der Jungs zu einem Erlebnis, dass einem Hörspiel ähnelt.

Man kann gut sehen, dass Fettes Brot an diesem Abend in Münster viel Spaß haben. Sie springen, imitieren Flugzeuge und drehen ihre Runden auf der Bühne und wachsen über sich hinaus, wie Schiffmeister, der aus einem dichten Nebel kommt, um die Menge zu fragen: „ Wo sind meine Leute da draußen!“ oder Doktor Renz mit einer spontanen Freestyle Einlage auf den Refrain von Seven Nation Army der White Stripes.

Ihr musikalisches Repertoire an diesem Abend reicht von großen Beats die schnell und rockig kommen, bis hin zu discolasitgen Rhythmen die Leute einfach nur motiviert zu tanzen.