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Konzertbericht

Bands
Jolly Goods
Muff Potter

Locations
Rosenhof



Datum: 28.11.2019

Noch einmal einen Nachschlag

Muff Potter spielen in Osnabrück

Osnabrück (m2w)    Nach der ausverkauften Reunion-Tour im Frühjahr und nach einigen ausgewählten Festival-Auftritten kamen Muff Potter noch einmal in die Clubs und spielten im Osnabrücker Rosenhof ein Konzert welches überzeugen konnte und Lust auf noch mehr macht.

Muff Potter waren auf ihrer Herbst-Tour noch einmal im Rosenhof Osnabrück. Foto: Marcel Linke

Nach Konzerten zusammen mit Hot Water Music ist die eigene Tour etwas kleiner. Als Support spielen die Mädels von Jolly Goods,
Fotos zum Konzert
Homepage von Muff Potter
Homepage von Jolly Goods
die einen etwas schrägen, eigenwilligen Indie-Rock-Sound auf die Bühne zaubern und dabei immer sympathisch wirken. Das Hauptaugenmerk gilt allerdings Muff Potter und so ist es direkt vor der Bühne bei den Jolly Goods etwas leer und das obwohl eine Tüte Pommes während des Gigs die Bühne entert. A Propos Pommes: Wir vermuten dahinter ja aus irgendeinem Grund den Bassisten Shredder.

Pünktlich um 9 Uhr gehen dann aber auch schon Muff Potter auf die Bühne. Es ist dieses Mal ein anderes Einstiegslied als bei den Festivalshows: "Ich und so" macht den Start und auch das nachfolgende Lied "Unkaputtbar" kam auf den Festivalauftritten der Band in diesem Jahr zu kurz.
Insgesamt ist es ein super Einstieg in ein kurzweiliges Konzert. Muff Potter sind wieder da und spielen eines ihrer wenigen Konzerte in Osnabrück. Im doppelten Sinne, denn einerseits gab es nach der Reunion nur wenige Konzerte und andererseits hatten sie bislang auch nur wenige Konzerte in Osnabrück gespielt. 
Die Band hat richtig viel Spiellaune und das Publikum ist in Feierlaune zu Muff Potter. Im Rosenhof befinden sich nur Fans der Band. Alte Fans als auch neue Fans, die seit der Auflösung dazu gekommen sind.

Eine Band, die sich im selben Jahr wie Muff Potter gegründet hat ist übrigens Tocotronic. "Wenn dann das hier" gilt dann auch als Antwort auf den Song "Über Sex kann man nur auf Englisch singen" von Tocotronic. Denn genau das beweist "Wenn dann das hier": Man kann über Sex auch auf Deutsch singen.

Nagel stellt auch klar, dass Muff Potter zwar nicht immer über Politik singen, aber im Kern durchaus eine politische Band sind. "Auf der Bordsteinkante (nachts um halb eins)" ist ein Song gegen Nazis. Neben den typischen Songs, die in einer Muff Potter-Setlist nicht fehlen, spielt die Band allerdings auch viele Lieder, auf die sie einfach Bock hat. So gibt es in Osnabrück auch die ein oder andere Rarität zu hören. "Nur die Liebe zählt" vom ersten Album geben Muff Potter so zum Besten.

Woran man merkt, dass das Konzert richtig kurzweilig ist? Es ist viel zu schnell und überraschend zu Ende. "Die Guten" und "Feuerficker" kündigen das Ende des Hauptteils der Show an. Aber natürlich kommen Muff Potter auch noch einmal für eine Zugabe zurück. "Von wegen (aus Gründen)" leitet den zweiten Teil des Konzerts ein mit Felix Gebhard von Home Of The Lame als musikalische Aushilfskraft. "I Love Fahrtwind" sowie "Allesnurgeklaut" schließen sich an, bevor sich die Band zu "Den Haag" abermals verabschiedet, dieses Mal jedoch auf der Bühne bleibt.

Das endgültige Ende des Konzerts markiert dann nach rund 105 Minuten geballter Muff Potter-Power "100 Kilo", kombiniert mit Textzeilen aus dem Refrain von Clickclickdeckers "Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt?" und "Kleine Welt" als Outro des Abends.

Es ist und bleibt ungewiss, ob Muff Potter hiernach ein neues Album machen und damit dann auch auf Tour gehen. Wir hoffen es, denn man kann von dieser Band einfach nicht genug bekommen. Und einige Ansagen, die Nagel auf der Bühne gemacht hat deuten auch darauf hin, dass es weiter gehen wird. Der Andrang ist zwar nicht mehr ganz so hoch, wie noch auf der Reunion-Tour dennoch pendelt sich der Erfolg der Band jetzt sogar höher ein, als vor 10 Jahren. Ein Sprachrohr wie Muff Potter ist gerade in den aktuellen Zeiten bitter nötig. Denn, wie Nagel an diesem Abend erwähnt hat: "Wir versuchen auf unsere Art mit jedem Song die Welt besser zu machen.". Und gerade im Rosenhof waren es einfach 105 Minuten heile Welt zu Songs, die viele Besucher in ihre Jugend zurückkatapultieren.