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Konzertbericht

Bands
Gogol Bordello
Mondo Mashup

Locations
FZW



Datum: 06.05.2018

Gogol Bordello in Dortmund

Wie das Ruhrgebiet zusammen schrumpfte

Dortmund (ml)    Am ersten Maiwochenende sind Gogol Bordello ins FZW nach Dortmund gekommen. Die Gypsy Punks, die in Deutschland oft auf Festivals zu sehen sind, sind derzeit auf Tour und kommen im Sommer auch nochmal für einige Festivals wieder. In Dortmund wurden Gogol Bordello durch die Krefelder Ska-Band Mondo Mashup begleitet.

Gogol Bordello gehen nicht nur musikalisch sondern auch stimmungsmäßig voll ab. Foto: Marcel Linke

Der große Saal des FZW füllt sich zum Auftritt von Mondo Mashup nur sehr langsam. Vor dem Auftritt konnte man das Publikum noch gut einzeln abzählen. Und auch während des Auftritts von Mondo Mashup sind schätzungsweise nur
Fotos zum Konzert
Homepage von Gogol Bordello
um die 200 Personen im Raum. Für eine Band wie Mondo Mashup ist das schon viel. Im FZW sieht das aber nach sehr wenig Publikum aus.
Auf der Bühne wächst die Band zur Stärke einer Fußballmannschaft heran. Mit Songs, wie "Electrovine", "Urlaub" und "Ritalin" und einer Mischung aus Ska, Hip Hop, Soul und Rockmusik schaffen es Mondo Mashup das Publikum schonmal zum Tanzen zu bringen und warm zu machen.
 
Warm sollten die Muskeln für Gogol Bordello dann nämlich auch sein. Die New Yorker nicht nur für ihren auf Folk-Punk getrimmten Gypsy Punk sondern auch für extrem tanzbare Shows.
Mit "Break into your higher self" gehen die New Yorker auf die Bühne - und grüßen erstmal direkt Düsseldorf. Naja, so kann das schonmal gehen. Wenn man aus New York kommt, dann ist das Ruhrgebiet nur ein kleiner Fleck auf der Landkarte. Was soll's, hauptsache die Musik und die Stimmung stimmt. Und das tut sie von Anfang an, wenn direkt Kracher, wie "Not a crime" oder "Immigrant Punkt" raus gehauen werden. Gut, dass das FZW sich in der Zwischenzeit dann doch noch gefüllt hat. Viele Besucher haben wahrscheinlich versucht das gute Wetter noch bis zum Anschlag auszunutzen.
Eugene Hütz gibt sich über das gesamte Konzert recht wortkarg. Die Band lässt nur die Musik sprechen und hängt Song an Song. Es folgen Hits, wie "Undestructable", "Start wearing purple" und "Wonderlust King" und das teils direkt aufeinander. Und da ist es vielleicht auch gut, dass Eugene hier und da zwar mal eine Ansage macht, aber dennoch nicht viel redet. Denn immerhin wähnt er sich auch bis zuletzte noch in Düsseldorf. Ob ihm mittlerweile jemand gesagt hat, dass die Band eigentlich in Dortmund ist und er das nun, in Gogol Bordello-Manier, einfach durchzieht, ist nicht bekannt, aber auch unerheblich. So lange allen die Show gefällt ist es egal, ob das Publikum Dortmund ist und die Band Düsseldorf. Da wird dann einfach Musik gemacht und getanzt.
Und auch auf der Bühne wuseln die Musiker hin und her. Sergey Ryabtsev an der Geige. Elizabeth Chi-Wei Sun am Gesang. Sowie Thomas Gobena und Michael Ward an den Saiteninstrumenten. Einzig und allein die Akkordeonspieler fehlten.
 
Das Konzert bewegt sich langsam auf die Zielgerade zu. Es geht in die Zugabe. "Alcohol" darf nicht fehlen. Ebenso covern Gogol Bordello noch den King of Rock'n'Roll mit "Always On My Mind" und schließen das Konzert mit "Pala Tute" dann komplett ab. Und zwar nicht, ohne sich am Ende noch bei Düsseldorf für die Show zu bedanken.