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Konzertbericht

Bands
David Hasselhoff

Locations
Emsland Arena



Datum: 27.04.2018

Looking For Freedom

David Hasselhoff war mit K.I.T.T. in Lingen

Lingen (ml)    David Hasselhoff ist auf Tour. Er feiert 30 Jahre "Looking For Freedom" und will es nochmal wissen. Zusammen mit K.I.T.T., seinem Auto aus der Serie Knight Rider, kam er nun auch ins Emsland in die Lingener EmslandArena. Rund 1.200 Besucher kamen in die Multifunktionshalle, um ihr Idol zu sehen.

David Hasselhoff begeisterte Alt und Jung in der EmslandArena Lingen. Foto: Marcel Linke

Das Publikum ist heute Abend sehr durchmischt. Die größte Gruppe ist wohl zwischen 30 und 40 Jahren alt, besucht
Fotos zum Konzert
Homepage von David Hasselhoff
den Ballermann oder Metal-Konzerte. Und trotzdem sind sowohl viele Kinder als auch viel älteres Publikum dabei, wenn David Hasselhoff in der Lingener EmslandArena spielt.
Und ja, wir konnten es, obwohl wir es beim letzten Mal versprochen haben, nicht lassen, und haben uns auch nochmal ins Publikum begeben.

Im Foyer gibt es schon den ersten Hingucker. K.I.T.T. ist mit auf der Tour und steht für Fotos Pose. Da leuchten bei allen Kindern der 80er die Augen. Ein paar Schritte weiter in der Halle ist diese komplett bestuhlt. Wo die meisten Musiker Songs anderer Musiker im Vorfeld laufen lassen, bietet David Hasselhoff den tollen Service, dass man die Songs seines Konzertes vorab nochmal einstudieren kann. Inklusive "Looking For Freedom" zu dem schon ein paar Besucher mitsingen.

Mit ein wenig Verspätung kommt dann auch Hasselhoff auf die Bühne, zusammen mit einer Band. Im Publikum werden Leuchtstäbe geschwenkt. Es haben sich Menschen im Baywatch-Kostüm und mit LED-Jacken verkleidet. Hier wird noch einmal dem Kindheitsidol gehuldigt, der mit ein paar Takten von "Looking For Freedom" auf die Bühne kommt, um dann erstmal ein Medley zu spielen, bevor mit "Jump In My Car" der erste Hit von David Hasselhoff, eigentlich eine Coverversion, folgt.

Zu fast jedem seiner Songs erzählt David Hasselhoff eine kleine Geschichte. Und sehr oft kommt das entsprechende Musikvideo auf den Screens hinten. Das ist dann sogar synchron zur Musik, die dennoch am heutigen Abend, anders als erwartet, nicht Playback ist, sondern komplett live gespielt und gesungen ist. Das alles technisch auf einem sehr hohen Niveau, was wohl auch der ziemlich guten musikalischen Wurzeln der Band United Friends geschuldet ist.

Auch das Publikum hält nichts auf den Sitzen. Von Anfang an stehen sie vor oder sogar auf den Stühlen. Nur die ruhigen Songs, wie "More Than Words Can Say" verbringen sie im Sitzen. Nach rund 45 Minuten und "It's A Real Good Feeling" verabschiedet sich David Hasselhoff in eine Pause. Diese wird vom Publikum genutzt, um sich noch einmal mit K.I.T.T. zu beschäftigen, rauchen zu gehen, oder einfach nur eine Bratwurst und Pommes zu essen.

Ein Gong läutet dann die Fortsetzung ein. David Hasselhoff kommt zurück und dreht dabei eine Runde durch das Publikum. Der Hollywood- und Musikstar gibt sich fannah. Der zweite Teil des Sets ist dann hauptsächlich geprägt von Coverversionen, wie "Sweet Caroline" oder "Take Me Home, Country Roads". Auch wenn David Hasselhoff mit Sicherheit kein begnadeter Sänger ist. Seine Stimme passt ganz gut zu den ausgewählten Liedern und ist vor allem auch kräftig.
Gefühlt dauert es, obwohl schon eine Stunde vergangen ist, nicht allzu lange bis Hasselhoff mit "Crazy For You" und "Do The Limbo Dance" den selben Weg von der Bühne runter nimmt, den er zum zweiten Set schon hinaufgegangen ist. Mitten durchs Publikum.

Aber die Zugabe fehlt ja noch. Mit "Wir zwei allein" singt er einen deutschen Song. "Heroes" von David Bowie und von Hasselhoff als Single wieder veröffentlicht bahnt dann den Weg zur Berliner Mauer. Das nimmt David Hasselhoff offensichtlich selbst nicht allzu ernst, als er "Looking For Freedom", seine persönliche Freiheitshymne, mit der gleichen Jacke spielt, die er auch schon am Brandenburger Tor vor 500.000 Besuchern im Jahr 1989 zu Silvester an hatte.

Nein, David Hasselhoff hat nicht die Mauer eingerissen, aber er hat definitiv Mauern eingerissen und mindestens ein bis zwei Kindergartenjahrgänge dazu gebracht, über sprechende, unkaputtbare Autos zu fachsimpeln, alle denselben Song zu mögen und sich 30 Jahre später mit strahlenden Augen in Lingen und anderswo in der Bundesrepublik einzufinden, um ihrem Idol zu huldigen.