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Konzertbericht

Bands
Brian Fallon
Dave Hause

Locations
Astra Kulturhaus



Datum: 01.03.2018

Brian Fallon in Berlin

Geschichten von Autofahrten mit Bruce Springsteen

Berlin (ml)    Bevor er in vier Monaten wieder mit The Gaslight Anthem auf Tour geht, gibt Brian Fallon noch einmal eine Hand voll Solokonzerte in Deutschland.
Zum meteorologischen Frühlingsanfang an dem man nichts von wärmeren Temperaturen spürt, stoppte Fallon im Astra Kulturhaus Berlin.


Brian Fallon kam vor dem anstehenden Ende der The Gaslight Anthem-Pause nochmal solo nach Berlin. Foto: Marcel Linke

Bevor Brian Fallon jedoch die Bühne betrat durfte sein guter Freund Dave Hause erstmal spielen, der zuerst allein mit
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„Shaky Jesus“ begann und dann zu „Autism Vaccine Blues“ seinen Bruder Tim Hause mit auf die Bühne holte, der neben E-Gitarre auch das Piano bediente.
Dave Hause und Brian Fallon haben zusammen mit Dan Andriano auf dem Chuck Ragans The Revival Tour gespielt. Kein Wunder also, dass es sich Dave Hause mit dem Song „Prague (Revive Me)“ nicht nehmen gelassen hat auch ein Lied dieser Tour zu spielen und seinen Musikerkollegen zu widmen. Der Coversong „I Won‘t Back Down“ erinnerte dann an Tom Petty, der für Dave Hause als auch Brian Fallon einer der stilprägenden Musiker war.

Nach 45 Minuten Spielzeit von Dave Hause und weiteren 30 Minuten Umbaupause ging dann auch Brian Fallon mit „A Wonderful Life“ von seinem ersten Solowerk auf die Bühne, um sein Set nach „Forget Me Not“ erstmal kurz für Geschichten aus Brian Fallons Nähkästchen zu unterbrechen.
In den vorderen Reihen stand ein Fan, der, geht man nach Fallon, sehr stark Bruce Springsteen ähnelte. Und so hat Fallon dann einerseits „Born In The USA“ kurz angespielt, was einen absoluten Seltenheitscharakter hat, da er sonst normalerweise keine Springsteen-Songs spielt und ein wenig geplaudert. Darüber, wie er sich vom Boss eine zweite Meinung eingeholt hat und aus versicherungstechnischen Gründen lieber Bruce an das Lenkrad seines Autos gelassen hat als selbst zu fahren. Er wollte keinen Unfall mit dem Boss auf dem Beifahrersitz bauen. Verständlich.

Aber genug gelabert. Weiter mit der Musik. Album-Opener „If Your Prayers Don‘t Get To Heaven“ schließt sich an bevor Brian Fallon mit „Come Wander With Me“ den Bruce in sich heraus holt.
Fallon spielt viel vom aktuellen Album „Sleepwalkers“, welches sich stilistisch nahtlos an „Painkillers“ anschließt.
Mit Songs, wie „Ladykillers“ von seinem anderen Seitenprojekt The Horrible Crowes und dem Tom Waits-Cover „Dirt In The Ground“ gestaltet er seine Setlist trotzdem sehr abwechslungsreich.

Ruhige Songs jagen eher schnellere wie „Rosemary“ und diese wiederum die langsamen und verträumten Lieder wie „Watson“. Auf der Bühne kriegt Brian Fallon dabei auch Gesellschaft, so unter anderem von Tim Hause am Piano, bevor es nach stattlichen 90 Minuten in Richtung Zugabenpause geht.

Aus dieser kommt Brian Fallon alleine zurück und spielt das Piano selbst. „The ‘59 Sound“ ist bei allen Anwesenden ein Highlight.
Genauso ruhig wie die Zugabe angefangen hat geht es noch mit „See You On The Other Side“ weiter.
Zum Grande Finale gibt es zusammen mit Weggefährte Dave Hause dann noch ein U2-Cover. „I Still Haven’t Found What I‘m Looking For“

Brian Fallon hat für uns schon zum zweiten Mal bewiesen, dass er auch ohne Band super solide Rockmusik machen kann. Im Gegensatz zu The Gaslight Anthem fehlen hier zwar deutlich die Punkeinflüsse, dafür schließt Brian Fallon musikalisch auf die ganz großen des Business, wie Bruce Springsteen oder Tom Petty, auf.
Natürlich freuen wir uns schon auf die Konzerte im Sommer von The Gaslight Anthem. Dennoch sind wir auch gespannt drauf, ob und wie es mit Brian Fallons Solokarriere weiter geht.