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Konzertbericht

Bands
Feuerschwanz
Mono Inc.
Mr. Hurley & Die Pulveraffen
Subway to Sally

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 28.12.2017

Eisheilige Nacht 2018

Wenn die Kinder der Nacht mit Piraten und Rittern tanzen

Bielefeld (m2w)    Im Endspurt des Jahres, in den Tagen vor Silvester fanden sie auch dieses Jahr wieder in ganz Deutschland statt: Die Eisheiligen Nächte. Die von Subway to Sally organisierte Konzertour stoppte dabei auch diesmal am 28.12. im Ringlokschuppen Bielefeld.

Foto: Bastian Sylvester

Und sie kamen nicht allein. Mit auf die Reise begaben sich die Piraten von Mr. Hurley und den Pulveraffen, des
Fotos zum Konzert
Homepage von Subway to Sally
Homepage von Mono Inc.
Homepage von Feuerschwanz
Homepage von Mr. Hurley und die Pulveraffen
Hauptmanns wilder Haufen von Feuerschwanz und die Kinder der Nacht von Mono Inc. Der Abend versprach also ein großes Fest für alle Beteiligten zu werden.

Pünktlich um 19 Uhr hatten sich dann auch schon zahlreiche Besucher in der Halle eingefunden und lauschten der Eröffnung durch Eric Fish, der wie jedes Jahr durch das bunte Programm des Abends führte. Bevor er jedoch die Reise nach Tortuga einläutete, gab es noch einen kleinen Werbeblock. Nach inzwischen 25 Jahren Subway to Sally kann man nun auch in einem Buch Einblicke in ihren Bandalltag erhalten.

Doch dann ging es los. In ihrer standesgemäßen Arbeitskleidung kamen die Piraten von Mr. Hurley und den Pulveraffen auf die Bühne und begrüßten des Publikum mit „Willkommen auf Tortuga“ zu einem lustigen Abend. Obgleich vor der Bühne dabei durchaus Stimmung aufkam und der Spaß ihnen anzusehen war herrschte jedoch noch verhaltene Begeisterung im größeren Teil der Halle. Es musste Stimmung in den Saal und mit dem Piratentanz und der wunderbaren Demonstration seiner Durchführung durch Pegleg Peggy die Hüfte schwingend über die Bühne sprang haben sie diese auch bekommen. Bei den folgenden Einblicken ins Piratenleben wurde geschunkelt und gesungen, die Navy („Komm zur Marine“) besungen und für ein wenig Bildung im Saal gesorgt. Man merke: Piraten sind kein gutes Vorbild und diese wollen es auch gar nicht sein („Schlechtes Vorbild“).
Den krönenden Abschluss des Auftritts stellte schließlich ein Dankeschön der Band in Form eines Medleys mit Klassikern aus ihrer Anfangszeit dar. Der wilde Mix aus Covern gefiel und brachte nicht nur das Paar, welches sich in den Armen lag und drehte, zum Tanzen. Begleitet wurden sie an diesem Punkt von Ingo Hampf von Subway der mit seiner E-Gitarre und stilecht im Piratenkostüm den Übergang zu „Blau wie das Meer“ einläutete und gemeinsam mit den Pulveraffen nun auch den hinteren Teil der Halle zum springen brachte.
Wer diesen Anblick zukünftig selbst genießen will wird auch nicht enttäuscht. Mr. Hurley und die Pulveraffen werden sich im Frühjahr 2018 auf eine eigene Tour begeben.

Nach einer kurzen Umbaupause war es nun erneut Eric Fish der die Bühne betrat und einen weiteren Werbeblock einschob. Eine gute Nachricht für alle denen bereits langweilig auf den Ohren wurde: Subway to Sally wird im Frühjahr 2019 eine neue Scheibe veröffentlichen.

Das Licht schwand, die Scheinwerfer liefen durch den Saal und los ging es mit Feuerschwanz. Und diese stiegen direkt mit „Sex ist Muss“ voll in das fröhliche Gelage ein. Das Publikum, war nun eindeutig warm und ließ sich zum Mitklatschen bewegen. Und zum Gröhlen, denn wer wüsste nicht die Antwort auf die „Blöde Frage“ (Saufgelage!). Während bei „Hexenjagd“ ein Meer aus Armen in der Halle geschaffen wurde, war es dann schließlich die „Ketzerei“ bei der der erste Crowdsurfer gesichtet werden konnte.
Etwas besinnlicher aber durchaus aktiv ging es schließlich ins „Ruderboot“ über. Beinahe bis ganz nach hinten kniete und saß das Publikum und bewegte das Boot als große Einheit durch die sanfteren Rhythmen. Hinein ins große Gruppenkuscheln bei der „Seemannsliebe“. Hier wurde umarmt wer neben einem stand und gemeinsam gesprungen zu beschwingten Melodien über einsame Nächte auf See.
Das blieb auch nicht ganz ohne Folgen. Sie wollten die Bühne mit ihrer Musik zum Einsturz bringen und ein wenig haben sie dies auch geschafft. Zumindest ein Bühnenelement hat sich verabschiedet und einen kleinen Riss auf der Bühne hinterlassen.
Nach einem kleinen Einblick in „Hörner hoch“ und damit in das im nächsten Jahr neu erscheinende Album wurde es dann jedoch sehr traurig. Bassist Felix Taugenix, welcher im Januar seinen letzten Auftritt mit Feuerschwanz hat, wurde von den Bielefeldern angemessen verabschiedet. Ihm zu Ehren wurde sein Lied gespielt und die Crowdsurfer versuchten wohl ihm höchstpersönlich alles gute zu wünschen.
Mit Hauptmanns leuchtender Rüstung ging wurde es dann noch einmal beschwingt und die „Krieger des Mets“ läuteten das Ende ein. Nun, fast das Ende, denn ein Auftritt kann nicht abgeschlossen sein bevor bei „Zuckerbrot und Peitsche“ die T-Shirts ihre Besitzer verlassen und zur Freude Johannas über den Köpfen geschwungen wurden. Wobei ein klein wenig Schummelei war doch dabei, wenn man vorher ein zweites T-Shirt zum Schwingen organisiert hatte.

Erneut ging es nun in die Pause und erneut wurde diese von Eric Fish mit einer Ankündigung beendet. Für jeden Fan der Eisheiligen Nacht konnte spätestens ab diesem Punkt die Vorfreude auf des nächste Jahr starten, denn Subway hat sich keine Zeit gelassen und diese bereits geklärt. 2019 werden uns in Bielefeld Paddy and the Rats, Russkaja und Versengold zum Tanzen bringen.

An dieser Stelle verriet schon die Beleuchtung was nun folgen sollte: Mono Inc. betrat die Bühne und verwandelte den Saal in eine ganz andere Stimmung. In deutlich düstereres Licht getaucht ließ sich die Menge hier bereits bei ihrem ersten Song „Arabia“, mit einer Wahnsinnsdoppelleistung bei Gesang und Drums von Katha Mia, bis zum hinteren Ende zum Mitklatschen bewegen. Die folgenden Lieder zogen das Publikum schließlich in ihren Bann und luden mit „Symphony of Pain“ und „Gothic Queen“ ein, in den Tönen zu versinken. Ein Meer aus Armen zog sich über alle hinweg und die Fans hängen an den Lippen von Sänger Martin Engler. Dieser hat zu diesem Zeitpunkt im übrigen bereits das vierte Outfit hervor gezaubert. Damit hält er den Rekord am heutigen Abend.
Beschwingter wurde es schließlich bei „Get Some Sleep“ und nun dreht das Publikum zusammen mit der Band richtig auf. Und das lohnt sich, denn getarnt durch einen kurzen Moment der Dunkelheit wird ein neues Schlagzeug für Drummerin Katha Mia direkt am vorderen Rand der Bühne platziert und sie leitet ein zum beeindruckenden Drumsolo bei dem am Ende jeder in der Band sich eigener Trommel bedient und die Schönheit dieses Instruments beweist.
Beim Iggy-Pop-Cover „The Passenger“, ist das Publikum Martin Engler dann aber doch zu ruhig. Da ist man 13 Jahre nicht in Bielefeld gewesen und die Stimmung will nicht mehr so toben wie er sich das vorstellt. Nun, das lassen sich die Bielefelder natürlich nicht zweimal sagen und bei „Children of the Dark“ bebt die Halle unter einem großen gemeinsamen Chor düsterer Melodien. (Nicht nötig zu sagen, das damit dann auch Mono Inc. zufrieden war)
Das Ende ihres Auftritts wurde schließlich mit „After the War“ eingeläutet und auch hier gab sich Subway, in Form von Simon, wieder die Ehre und glitt nahtlos in den Sound der Band.

Zu guter Letzt ging es nun also mit erhelltem Licht in Flammenfarben zum Headliner und Gastgeber des Abends über: Subway to Sally betrat die Bühne und sorgte mit dunklen Mänteln und ihrer schieren Anzahl erneut für eine ganz neue Atmosphäre. Mit der „Schneekönigin“ wurde die Halle zum Mitmachen eingeladen und ließ sich auch direkt vom tiefen Klang und Rhythmus der Musik mitreißen. Da blieben auch die Mäntel nicht lange an und nicht nur Eric Fish wurde wohl sehr heiß beim Ausrufen des „Falschen Heiland“. Die Fans vor der Bühne jubelten und das Meer aus Armen zog sich erneut durch die ganze Halle.
Die wahre Begeisterung und Kenntnis gab es dann jedoch zu beweisen, als das Publikum aufgefordert wurde, selbst ein Lied anzustimmen, als Hinweis nur ein einzelner Satz. Doch der bebende Chor zum „Kleid aus Rosen“ bewies: Hier handelte es sich nicht um Anfänger im Leben eines Subway Fans.
Ruhiger wurde es dann jedoch beim Feuerkind. Ein düsteres Lied das nicht zum Tanzen, definitiv aber zum gedankenversunkenen Mitsingen und Fallen lassen einlud. Das schwarze Meer des Publikums, welches nun final auch den letzten erreicht hatte, tat dies auch in ruhiger Einheit. Feuerzeuge wurden gezückt und die Schultern des Nächsten genutzt, um einen guten Blick auf die Band zu erhaschen.
Doch dabei sollte es nicht bleiben. Die Aktivität sollte zurückkehren und das so richtig. Also wurde kurzerhand ein Circle Pit im kompletten vorderen Teil der Halle geformt und mit „Besser du rennst“ die Menge mehr als nur ein bisschen in Bewegung gesetzt. Diese Energie übertrug sich dabei nicht nur an das innere des Kreises sondern wurde bei einem gemeinsamen „Tanz auf dem Vulkan“ durch die Halle weiter getragen“.
Das große Highlight des Abends stellte schließlich definitiv die Eröffnung der Zugaben dar. Beim „Veitstanz“ war es nicht mehr nur Subway to Sally, die die Menge mit schnellen Rhythmen zum Tanzen brachten. Alle 4 Bands des heutigen Abends fanden sich noch einmal gemeinsam auf der Bühne ein und performten Zusammen den Subway Klassiker. Und es ist ein beeindruckender Anblick, wenn zwischen den dunklen Roben von Mono Inc und Subway die bunten Ritter- und braunen Piratenroben von Feuerschwanz und Mr Hurley auftauchen. Alle Sänger teilten sich die Mikros und sangen in einem harmonischen Chor und wer kein Instrument mehr abbekam stand einfach auf der Bühne und brachte durch Schaukeln die Bühne zum Wackeln.
Beim Abschließenden „Julia und die Räuber“ sah die Bühne dann beinahe leer aus. Doch stilecht mit Weihnachtsmannmützen wurde dieser Klassiker, ohne den kein Fan Subway jemals von der Bühne gehen lässt, als glorreicher Abschluss genutzt. Mit einer letzten Erkenntnis am Ende: In Bielefeld singen die Frauen lauter als die Männer. Hier ist eben alles ein wenig anders.

Insgesamt war es ein durch und durch gelungener Abend. Es gab fröhliche Moment, es konnte gealbert und getanzt, gesungen und gegrölt werden und von fröhlichem Geschunkel bis zu andächtigen ruhigen Melodien war für jeden Wunsch etwas dabei. Die Zusammenstellung der Bands, und vor allem das Line Up war absolut gelungen und sorgte für einen nahtlosen Übergang von einem Sound zum nächsten.
Wir freuen uns auf jeden Fall Subway im nächsten Jahr wieder in Bielefeld begrüßen zu dürfen und sehen sie dann mit : Paddy and the Rats, Russkaja und Versengold.

von Sabine Klein