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Konzertbericht

Bands
Flogging Molly
Val Sinestre

Locations
Hyde Park



Datum: 17.09.2017

Flogging Molly in Osnabrück

Life Is Good – Flogging Molly Is Better

Osnabrück (bs)    Bei ihrem letzten Konzert auf dem europäischen Festland hat es die Band am 8. September 2017 in Osnabrück noch einmal richtig krachen lassen und den mit 1.800 begeisterten Besuchern ausverkauften Hyde Park zum Kochen gebracht.

Flogging Molly spielten im Osnabrücker Hyde Park. Foto: Bastian Sylvester

Bereits um 19 Uhr und damit eine Stunde vor Beginn des Konzerts kommen wir am Hyde Park an und die frühe
Fotos zum Konzert
Homepage von Flogging Molly
Anfahrt erweist sich als gut, denn so finden wir noch einen Parkplatz nahe am Hyde Park. Bei unserer Abfahrt sollen wir noch sehr lange an den geparkten Autos der später angereisten Fans vorbeifahren. Auch der Einlass ist entspannt, die Schlange noch nicht sehr lang und drinnen bleibt genügend Zeit für eine ausgiebige Inspektion des Merchandise und anschließende Einkäufe. Und 

 Ziemlich pünktlich beginnt gegen 20 Uhr die Vorband, Val Sinestra, zu spielen, erreicht aber nicht wirklich das Publikum im inzwischen sehr gefüllten Hyde Park. Ob es daran liegt, dass der eigentlich Sänger, Chris Koch, aus persönlichen Gründen verhindert war und durch Eric von Kann Karate vertreten wurde, oder ob das Publikum nicht in der richtigen Stimmung für den eher ungeschliffenen Sound irgendwo zwischen Punkrock und Hardcore ist, der Funke will jedenfalls nicht wirklich überspringen. So bleibt am Ende der Eindruck von Potential, doch am stärksten bleibt mir die Pailettenhose des Drummers im Gedächtnis, während die Freude auf den Hauptact steigt

 Pünktlich um 21 Uhr betreten Flogging Molly zu There's Nothing Left Pt. 1 die Bühne und schaffen sofort durch reine Präsenz eine Verbindung zu ihrem Publikum, die sie bis zum Ende nicht abreißen lassen. Zwanzig Jahre nach Gründung sind sie zwar keine jungen Hüpfer mehr und Dave King erinnert mit der Hornbrille, seiner beigen Bundfaltenhose und dem blassblauen Hemd eher an einen Studienrat für Englisch und Sozialwissenschaften, aber das ist in dem Moment vergessen, in dem sie zu spielen beginnen. Als Opener haben sie von ihrem neuen Album The Hand Of John L. Sullivan gewählt und innerhalb weniger Takte alle Besucher eingefangen. Spätestens bei Drunken Lullabies bewegen sich alle zur Musik. Immer wieder sollen sich im Laufe der nächsten 90 Minuten Crowdsurfer von der Menge zur Bühne tragen lassen und es bleibt niemand ruhig, während Flogging Molly aus dem gesamten Repertoire der zwanzigjährigen Bandgeschichte schöpft. Mit The Worst Day since Yesterday spielen sie ebenso Lieder ihres ersten Studioalbums, wie auch Reptiles (We Woke Up) vom diesjährigen Life Is Good Album. Dass sie dabei die Halle zum Kochen bringen ist keine Übertreibung, der Innenraum erreicht Temperaturen auf die jede Sauna stolz sein dürfte, dem Publikum rinnt der Schweiß, immer öfter sieht man nackte Oberkörper. Da helfen auch die von der Band gewohnt großzügig in die Menge vor der Bühne geworfenen Guinness Dosen und Wasserflaschen nichts.
Zwischen den Liedern stellt Dave King jeweils eines der Bandmitglieder vor, so dass alle Musiker ihren verdienten Sonderapplaus bekommen. Doch nach wenigen Sätzen geht es dann immer gleich straight weiter mit dem nächsten Song voll melodisch tradtionellen irischen Klängen und nach vorne pushendem Punkrock. Nach rund 75 Minuten und 17 Liedern verlassen Flogging Molly das erste Mal die Bühne, lassen sich aber nur kurz bitten und spielen noch zwei weitere Lieder Zugabe, darunter den Opener ihres ersten Studioalbums, Salty Dog, bevor dann zu den Klängen von Always Look On The Bright Side Of Live entgültig die Bühne verlassen wird. Ein paar letzte Guinness Dosen fliegen in die Menge, Mike Alonso verschenkt seine Sticks an einen Fan und dann ist das Konzert nach phantastischen 90 Minuten voller Spaß und gutem Punkrock vorbei. 

Wir verlassen die Halle, atmen draußen tief die kühle, unverbrauchte Nachtluft ein und sind uns einig, dass wir ein ganz famoses Konzert besucht haben und dies jederzeit gerne wieder tun werden.

Und Fazit: Flogging Molly ist nicht nur eine Bereicherung für jedes Festival, die können auch sehr gut alleine eine Halle rocken.