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Konzertbericht
Vainstream

Bands
187 Strassenband
A Day To Remember
Agains Me!
Architects
Broilers
Callejon
Comeback Kid
Dave Hause
Dropkick Murphys
Feine Sahne Fischfilet
Obey The Brave
Of Mice & Men
Rogers

Locations



Datum: 01.07.2017

Laut und voll

So war das Vainstream 2017

Münster (ml)    15.000 Menschen kamen dieses Mal zum Vainstream Festival um Bands, wie die Broilers, die Dropkick Murphys, A Day To Remember und die Architects zu sehen. Mehr als je zuvor fanden ihren Weg auf das Gelände Am Hawerkamp direkt neben der Halle Münsterland.

Die Broilers waren der gebührende Headliner des Vainstream Rockfest 2017. Foto: Bastian Sylvester

Bereits zu Obey The Brave (Fotos) kommen wir auf dem Vainstream Festival an. Für Vainstream-Verhältnisse ist das schon spät. Es ist 12:50 Uhr. Die Party läuft bereits seit über 2 Stunden, sodass es auch keine großartigen Einlassschlangen mehr gibt. Die meisten haben schon ihren Weg auf das Festivalgelände gefunden. 15.000 Menschen werden es dieses Mal und so fühlt sich der Hawerkamp jetzt schon voll an.

Insgesamt startet der Tag recht laut. Obey The Brave haben schon vorgelegt. Comeback Kid (Fotos) schließen sich im Anschluss wieder auf einer der beiden Hauptbühnen an. Mit Against Me! (Fotos) spielt dann eines unserer ersten Highlights. Wenn Bruce Springsteens Sohn Evan Fan von Against Me! ist, sind wir es erst recht. Songs, wie "I was a teenage anarchist!" dürfen natürlich nicht fehlen. Allgemein ist die Stagetime von Against Me! leider etwas zu früh. Die Band um Laura Jane Grace hätte besser einen späteren Slot bekommen sollen.

Mit den Rogers (Fotos) schließt sich der Punkrock direkt auf der Nebenbühne an. Hier können in diesem dicht gedrängten Line-Up die Bands jeweils nur eine halbe Stunde spielen. Eigentlich zu kurz, aber immer noch in Ordnung um wenigstens ein paar Songs zu präsentieren. Leider schon fast nicht mehr ausreichend um zwischen den Bühnen zu pendeln. Das Gelände ist so voll, dass die Wege lange dauern, es überall eng ist und es kaum Rückzugsmöglichkeiten gibt.

Auch vor den Bühnen drängt es sich selbst zu den Seiten hin. Das ist zu Bands, wie Of Mice & Men (Fotos) noch nicht ganz so spürbar, da diese einfach nicht so viele Besucher, wie die Headliner ziehen. Später macht sich das aber bemerkbar. Für die Rockfans gibt es aber mit 187 Strassenbande (Fotos) eine Verschnaufpause. Dass Hip-Hop-Acts auf das Vainstream-Festival gebucht werden hat Tradition. Über die Gründe lässt sich trefflich streiten. Für die meisten Besucher tut sich natürlich eine Pause auf in einem Line-Up welches sich pausenlos abwechselt und dabei eigentlich gar nicht so abwechslungsreich ist. Hinzu kommt noch die Hoffnung, dass einige nach dem Hip Hop-Act wieder verschwinden und so das Gelände etwas leerer wird. Aber: K.I.Z. letztes Jahr haben einfach Stil. Die 257ers vor letztes Jahr sind zumindestens noch eine hübsch anzusehende Partytruppe. Aber musstet ihr dieses Jahr unbedingt bescheuertsten Asi-Hip-Hop auf diese Bühne stellen? Zurecht hat die Straßenbande lauter Mittelfinger geerntet. Das passt einfach überhaupt nicht. Zumal die Stimmung, die von einigen der Straßenbande-Fans ausging gefühlt auch nicht friedlich war.

Schauen wir uns während die Band spielt mal das drumherum an. Das Gelände ist feucht von unten. Es hat viel geregnet, aber glücklicherweise ist es größtenteils trocken während der Veranstaltung. Zwei kürzere Schauer gibt es und zwischendurch ein wenig Nieselregen. Trotzdem ist der Boden versifft bis zum geht nicht mehr. Anders als eine Woche zuvor beim Hurricane hat Beton aber einen Vorteil: Er wird nicht matschig.

Während die Straßenbande das Publikum noch etwas malträtiert überbrücke ich die Zeit bis Callejon mit Essen. Handbrotzeit ist neu auf dem Festival. Insgesamt kann sich das Food Line-Up aber sehen lassen. Rockfestivals bieten in diesem Bereich mittlerweile immer mehr Alternativen. Es gibt super Barbeque- und Burgerstände. Veganes Essen sucht man nicht mehr vergebens und es gibt nicht mehr nur den Standardfraß an Pizza und Crépes.

Zurück an der Bühne wird es laut mit Callejon (Fotos). Die Metalcore-Musiker aus dem Raum Köln-Düsseldorf wechseln härteste Schrei- und lauteste Musikparts problemlos mit sanften melodischen Passagen ab. Das klingt gut und das, obwohl ich eher wegen dem Punk auf dem Festival bin.
Den bekomme ich dann auch prompt mit Feine Sahne Fischfilet (Fotos). In ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern standen sie schon im Verfassungsschutzbericht. Wieso? Weil sie im Osten gefühl einige der einzigen sind, die sich öffentlich, offen und entschieden gegen Rechts positionieren. Das tun sie auch beim Vainstream in Münster auch wenn es hier kaum einen Rassisten geben dürfte. "Solange es brennt" ist einer ihrer Songs gegen Nazis. Sowohl auf der Bühne als auch im Publikum fehlen dabei die Rauchbomben nicht. Wir wissen nicht genau was vorgefallen ist, ob es an einer Rauchbombe oder sonstigem Verhalten liegt. "Geschichten aus Jarmen" mussten Feine Sahne Fischfilet unterbrechen, als einer ihrer Fans unsanft von den Sicherheitskräften neben die Bühne gebracht wurde. Ob er hinterher weiter feiern konnte, wie die Band es verlangt hat, konnten wir leider nicht herausfinden. Und dennoch äußern Feine Sahne Fischfilet ihren Respekt vor dem schwierigen Job, den die Sicherheitskräfte zu tun haben.

Unpolitischer wird es wieder mit Dave Hause (Fotos). Auf der Nebenbühne bringt er mit seinem Folk-Punk und Songs, wie "The Mermaid" das Publikum zum Tanzen bevor es auf den Hauptbühnen nochmal laut wird. Die Architects (Fotos) läuten den letzten Abschnitt auf den großen Bühnen ein. Ihr Sound ist immer noch sehr energiegeladen, ebenso wie ihre Performance und das obwohl mit Gitarrist, Bandgründer und Songwriter Tom Searle eine der Schlüsselfiguren der Band voriges Jahr an Krebs verstorben ist. Ihm widmen die Architects dann auch "Gone With The Wind".
Laut geht es dann auch mit den Dropkick Murphys (Fotos) weiter. In die Spielzeit von einer Stunde schafft es die Band einfach mal 16 Songs unterzubringen. Und so fehlen dann auch Klassiker, wie "Famous For Nothing", "The State Of Massachusetts", "Johnny, I Hardly Knew Ya" und "Shipping Up To Boston" nicht, zu denen sich der komplette vordere Bereich vor den Bühnen in einen riesigen Moshpit von links nach rechts zieht.
A Day To Remember (Fotos) trumpfen auch beim Vainstream Festival auf. Insgesamt bringen sie die selbe Show mit, wie beim Hurricane Festival. Die Ankündigung der Bühne ist dabei, ebenso wie das viele Konfetti und die Bälle, die das Publikum prellen darf. Und neben all ihren Hardcore-Songs spielen A Day To Remember auch beim Vainstream wieder "If It Means A Lot To You", ihre gefühlt einzige Ballade.
Der gebührende Headliner-Posten gehört den Broilers (Fotos). Zwar geht es auf dem Vainstream Festival bei der Band nicht ganz so ab, wie noch ein halbes Jahr zuvor ein paar Meter weiter in der Halle Münsterland beim Tourauftakt. Gerade Open Air macht die Band aber nochmal gefühlt viel mehr Spaß. Gerade Songs, wie "Paul der Hooligan", "Held in unserer Mitte" und "Tanz du noch einmal mit mir" sind Lieder, die perfekt in den Sommer passen. Und insgesamt haben es auch die Broilers gut drauf in die eine Stunde Spielzeit Klassiker-Setlist zu bauen. Vom aktuellen Album "(sic!)", welches beim Vainstream vielleicht noch nicht ganz so viele Leute kennen, spielt die Band eher wenig Songs. Der Großteil an Liedern stammt von "Noir", "Santa Muerte" und "Vanitas".

Mit den Broilers geht wieder einmal ein Vainstream Festival in Münster zu Ende. Es folgen zwar noch ein paar Acts in der Sputnikhalle, diese schauen wir uns aber nicht mehr an. Vom Line-Up her hat es sich wieder sehr gut angefühlt. Das Wetter hat insgesamt nicht ganz so mitgespielt. Dafür kann aber niemand etwas. Zwei Dinge sind uns trotzdem negativ aufgefallen. Gefühlt wird es immer voller und voller jedes Jahr. Man hat keine guten Auslaufflächen mehr, an denen man es ruhig hat und von hinten trotzdem die Bühnen sehen kann. Diese werden schnell durch irgendwelche Stände verdeckt. Für die geringe Größe des Geländes, habe ich es dieses Jahr wirklich regelmäßig geschafft mich zu verlaufen. Damit einhergehend gab es dadurch noch ein weiteres Problem. Mein Getränkeumsatz hätte höher sein können, wenn ich nicht ständig Drink Tickets benötigt hätte. Diese kaufe ich mir nämlich nur direkt vor dem Gang zur Getränkebude, bedarfsgerecht sozusagen. Ist der Gang zu einem der Drink Ticket-Stände aber nicht ohne weiteres möglich, weil das Gelände sehr voll ist, kaufe ich mir auch kein Getränk. Schade, ist aber leider so. Insgesamt würde ich mir langsam auch wünschen, dass auf dem Vainstrem Festival auf Pfandbecher gesetzt wird. Der Boden wurde mit der Zeit immer vermüllter und vermüllter. Wohin man sah: Plastikmüll. Im Sinne der Nachhaltigkeit, die ja gerade in der Festivalszene groß geschrieben wird, sollte man dies ändern.



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