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Konzertbericht

Bands
Johnossi
Vulkano

Locations
Skaters Palace



Datum: 07.03.2017

Im Schweißdschungel

Johnossi waren in Münster

Münster (ml)    Gerade erst ist ihr neues Album "Blood Jungle" draußen und schon kommen Johnossi nach Deutschland. Keinesfalls darf auf ihrer Tour der Stopp in Münster fehlen, den sie mittlerweile regelmäßig mitnehmen.

Johnossi haben im Skaters Palace Münster Gas gegeben und für musikalische Überraschungen gesorgt. Foto: Marcel Linke

Mein erstes Konzert von Johnossi habe ich hier in Münster gesehen. Am selben Tag haben sich die White Stripes
Fotos zum Konzert
Homepage von Johnossi
Homepage von Vulkano
aufgelöst. Johnossi spielten in der Sputnikhalle. Seit diesem Tag dürften sie wohl das größte internationale Rock-Duo sein.

Zuletzt haben Johnossi 2013 in Münster gespielt. Damals schon im Skaters Palace und damals auch nicht mehr als Duo sondern live mittlerweile als Trio, erweitert um Keyboarder, Percussionist und Teilzeit-Bassist Mathias Frantzén. Überraschte die Konstellation noch, habe ich mich mittlerweile dran gewöhnt.

Gewöhnungsbedürftig ist aber die Vorgruppe Vulkano. Wie viele bisherige Supports von Johnossi bieten sie Kontrastprogramm zum Hauptact. Vulkano bestehen aus zwei Frauen, die auf der Bühne in Pyjamas und Flip-Flops stehen. Gespielt wird eine Musik, die ich als Art Pop bezeichnen würde. Kunstvoller, teils gewollt dissonanter Gesang begleitet von Schlagzeug, Percussions und Synthesizern, die für den restlichen Sound sorgen. Es ist eine Band, auf die man sich spaßeshalber einlassen muss, auch wenn man für den Hauptact auf gänzlich andere Musik wartet.

Und Johnossi liefern dann auch eine halbe Stunde später. "Air Is Free" macht den Start für das Konzert. Es ist vom aktuellen Album "Blood Jungle" und eher poppig. Der Sound, den Johnossi mit "Transitions" eingeschlagen haben, wird mit "Blood Jungle" konsequent weiter geführt. Die elektronischen Klänge der Keyboards funktionieren. "Gone Forever" kommt deswegen auch so gut an, wie die Lieder der ersten beiden Alben. Der Sound ist breiter. Und dennoch freut man sich im Skaters Palace der fast ausverkauft ist, über jeden Klassiker der Band.
"Dead End" ist dann endlich so ein Klassiker von ihrem Album "Mavericks", welches wohl als Publikumsliebling bezeichnet werden kann. Und es ist auch ein passender Übergang zu den älteren Songs der Band, wie "18 Karat Gold" oder "Bobby", welches John Engelbert einem Freund gewidmet hat, der verstorben ist. Aber auch ein Song, wie "Weak Spots" vom neuen Album fügt sich nahtlos in das Set ein. Das selbe gilt für "Alone Now", welches auch einer der jüngeren Songs, der über zehnjährigen Bandgeschichte ist.
Wenn es um die Hits von Johnossi geht, darf dann aber auch der Song "Man Must Dance" nicht fehlen. Das weiß auch die Band, die sich für den langjährigen Support ihrer Anhänger bedankt. Während "Man Must Dance" obligatorisch ist, ist "Summerbreeze" dann eine große Überraschung. Es ist eines der Lieder, zu denen John Engelbert alleine auf der Bühne steht und zugleich einer der Songs, die von der Band sehr selten gespielt werden. Auf ihrer Tour 2013 haben Johnossi "Summerbreeze" nur dreimal gespielt. Auch damals im Skaters Palace. Für das Publikum ist es eine gute Gelegenheit einmal durchzuatmen. Vereinzelt werden Feuerzeuge raus geholt.

Zu "Hands" kommen dann auch die beiden Bandkollegen Oskar Bonde und Mathias Frantzén wieder zurück auf die Bühne. "Put your hands where I can see them" ist ein Text, der wie gemacht für Konzerte ist. Wie gemacht für Konzerte ist dann aber auch "What's The Point", auch wieder vom "Mavericks"-Album, die wohl eingängigste Uptempo-Nummer von Johnossi und ein guter Abschluss, um in die Zugabenpause zu gehen.

Zurück kommen sie mit "Into The Wild". Danach verabschiedet sich dann Mathias erstmal von der Bühne und schaut sich das Konzert zwei Songs lang aus dem Publikum an. Mit dem "Execution Song" hauen Johnossi den Song raus, der ihnen hier in Deutschland eine große Bekanntheit auf dem Soundtrack zum Film "Die Welle" verschafft hat.
Das Ende markiert dann "Roscoe" (hey, Roscoe). Wie könnte es anders sein: "Mavericks".

Johnossi schaffen es auch noch 11 Jahre nach ihrem Debütalbum und 7 Jahre nach "Mavericks" das Publikum immer noch in ihren Bann zu reißen. Vier Jahre ist es her seitdem sie zum letzten Mal in Deutschland waren. Die Fangemeinde ist der Band treu geblieben. Und auch ihre neuen Songs fügen sich gut zu ihren alten Hits. Nun bleibt der Wunsch, dass bis zur nächsten Veröffentlichung nicht nochmal vier Jahre vergehen und die Band möglichst weiter tourt. Die letzte Pause war einfach zu lang. Das Wiedersehen hat aber große Freude gemacht.