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Konzertbericht

Bands
Clutch
Lionize
Valient Thorr

Locations
Skaters Palace



Datum: 02.12.2016

Clutch im Skaters Palace in Münster

Clutch und Co. versetzen die Menge in Ekstase

Münster (bs)    Clutch mit den Support-Acts Valient Thorr und Lionize spielten am 2.12. im Skaters Palace in Münster. Rund 500 Fans der Blues- und Hardrocker kamen. Wir waren dabei.

Clutch spielten im Skaters Palace in Münster. Foto: Bastian Sylvester

Als Anhänger des DSC Arminia Bielefeld meidet man eigentlich eher die Stadt Münster. Derzeit gibt es ja auch
Fotos zum Konzert
Homepage von Valient Thorr
Homepage von Lionize
eigentlich keinen Grund, um die Fahrradmetropole zu besuchen. Es sei denn, man steht neben Fußball auch auf gute Musik. Denn in Locations wie beispielsweise dem Skaters Palace finden in aller Regelmäßigkeit großartige Shows statt. So wie kürzlich. Da gaben sich Clutch mit ihren Support-Bands die Ehre.

Bevor die amerikanischen Bluesrocker die Bühne betraten, durften Lionize die Fans mit feinstem Blues- und Hardrock auf den Abend einstimmen. Sänger Norman Bergmann, in einem äußerst farbenfrohem Anzug gekleidet, überzeugte mit Stimmgewalt und erstklassigem Gitarrenspiel. Seine Mitstreiter gaben alles, und man sah sehr deutlich, dass es den Jungs einen Riesenspaß machte, die Bühne quasi mit Clutch zu teilen. Diese sind übrigens mit den Mitgliedern von Lionize so eng befreundet, dass Clutch-Frontmann Neil Fallon sowie Gitarrist Tim Sult schon bei einigen Projekten mit Lionize eng zusammengearbeitet haben. Dieser Einfluss spiegelt sich auch in der Musik der Band wieder, so dass ein Besucher, der Clutch rein zufällig nicht gekannt haben könnte, gleich wusste, wohin die Reise im musikalischen Sinne geht.

Das war dann aber bei der zweiten Vorband Valient Thorr jetzt nicht unbedingt der Fall. Die fünfköpfige amerikanische Band spielte zwar einzigartigen und saugeilen Hardrock, aber mit so vielen unterschiedlichen Einflüssen, dass es etwas verwirrend war. Dafür war die Perfomance der Musiker, allen voran die des Sängers Valient Himself, einfach faszinierend. Er rannte, hüpfte und kugelte sich über die Bühne, so dass ihm bereits nach der ersten Hälfte des ersten Songs der Schweiß nur so am Körper herunterlief. Ich kann im Nachhinein nicht mehr sagen, wie lang die Show von Valient Thorr ging, denn ich war so dermaßen gefesselt von dem Konzert, dass mir jegliches Zeitgefühl verloren ging. Als Fotograf kann ich lediglich sagen, dass es für mich persönlich die längsten und definitiv die schweißtreibendsten ersten drei Songs in meiner Karriere als Konzertfotograf gewesen sind (für gewöhnlich dürfen Fotografen für die ersten drei Songs eines Sets in den Bühnengraben, um von dort zu fotografieren, danach ist dann meistens Schluss). Aber es war grandios!

Nach zwanzig Minuten Umbaupause kam dann der Moment, weswegen man als Armine auch mal nach Münster fährt. Der Saal verdunkelte sich, Musik wurde abgespielt und dann hieß es warten. Die Herren Fallon (Gesang und Gitarre), Sult (Gitarre), Jean-Paul Gaster (Drums) und Dan Maines „quälten“ das Publikum, das mit höchster Spannung auf den Moment wartete, dass es endlich losging. Aber dann ging es los. Und wie! Mit „Sucker for the Witch“ hauten die Jungs gleich den ersten Kracher ihres aktuellen Albums „Psychic Warfare“ raus. Die Menge im Saal tobte. Nicht ganz so abgefahren wie Valient Himself, aber nicht minder verausgabend und schweißtreibend. Fallon ist ein großartiger Entertainer, der während seiner Songs sehr viel mit dem Publikum spielt und mit Mimik und Gestik arbeitet. Man fühlt sich permanent von ihm persönlich angesprochen. Neben den Songs aus dem aktuellen Album wie „X-Ray Visions“, das bereits erwähnte „Sucker for the Witch“, „Noble Savage“ und „Firebirds“ durften natürlich die absoluten Klassiker nicht fehlen. Beim Song „Regulator“ wurde ein Punkt beim Publikum erreicht, den man nur noch mit Worten wie „Verzückung“ oder „Ekstase“ umschreiben kann. Es wurde kurze Zeit still, Neil Fallon schnappte sich seine Akustikgitarre und die meisten wussten, was das zu bedeuten hatte. „Regulator“ eben. Bedauerlicherweise befand man sich zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich am Ende der Show. Nach insgesamt 16 mitreißenden Songs beendeten Clutch ihren Gig und entließen die Fans, die meisten von ihnen mit einem Dauergrinsen im Gesicht, in die Nacht.
Fazit: die Alben von Clutch sind schon genial, live allerdings ein absolutes Muss für jeden Fan von Hardrock und/oder Bluesrock! Was ein wenig den ansonsten fantastischen Gesamteindruck des Konzertabends trübte, war die Soundqualität insebsondere bei der zweiten Vorband Valient Thorr. Da hätte man doch etwas besser nacharbeiten können. Der Sound bei Clutch selbst war brilliant. Aber nun ja, dieses Los trifft ja so einige Bands, die den Support für die Hauptacts liefern sollen. Nichtsdestotrotz war alles in allem deutlich gelungen. Und auch als Armine habe ich mich in dieser Stadt eigentlich ganz gut aufgehoben gefühlt.