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Konzertbericht
Summerjam Festival

Bands
Akua Naru
Alborosie & Shengen Clan
Alligatoah
Beginner
Chefket
Christopher Martin
Chronixx & Zincfence Redemption
Collie Buddz
Dellé
Die Orsons
Dispatch
Dub Inc
Fuse ODG
Gentleman
Gentleman's Dub Club
Jaya The Cat
Ky-Mani Marley
Macka B
Matisyahu
Megaloh
Miwata
Moop Mama
Morgan Heritage
Naâman
Namika
Natalli Rize
Neville Staple
Parov Stelar
Professor Harrision Stafford
Raging Fyah
Richie Campbell & 911 Band
Sara Lugo
SDP
Sean Paul
Selah Sue
Soom T
Soul Radics
Tiken Jah Fakoly

Locations
Fühlinger See



Datum: 01.07.2016

Summerjam Festival 2016

Reif für die Insel! - So war’s beim 31. Summerjam Festival

Köln (rf)    Die ersten Fans reisten bereits am Montag an um sich die besten Camping Plätze zu sichern. Am Ende verwandelten knapp 30.000 Besucher und über 50 Bands und Künstler die Cologne Bay, wie der Fühlinger See während des Summerjam liebevoll genannt wird, in ein kleines Stück Karibik mitten in Köln.

Morgan Heritage, Grammy Gewinner und Headliner des 31. Summerjam Festivals Foto: Rune Fleiter

Der Freitag startete mit einer kleinen Verspätung beim Einlass was sich dann auch auf die erste Band auswirkte. Der Grund waren
Impressionen zum Festival
Fotos vom Freitag
Fotos vom Samstag
Fotos vom Sonntag
Homepage vom Summerjam Festival
Arbeiten am Gelände, besonders vor der Green Stage, welches durch die Arbeiten und den Regen der letzten Tage sehr in Mitleidenschaft gezogen war. Hier hat das Summerjam Team wirklich ganze Arbeit geleistet. Mit Sand und schwarzem Splitt wurde der Platz perfekt präpariert.

Mit gut 25 Minuten Verspätung eröffnete dann die aus Nashville, TN stammende Band Soul Radics auf der Green Stage das 31. Summerjam Festival. Mit ihrem Mix aus Rocksteady und Ska gepaart mit gelegentlichen Südstaaten Sounds (u.a. Bluegrass) begeistern sie das schnell wachsende Publikum vor der Green Stage. Auf der Hauptbühne, der Red Stage, ging es erst um einiges später los. Hier eröffneten Jaya the Cat aus Amsterdam das Festival. Mit einem Bier in jeder Hand betrat der Sänger die Bühne und auch der Bassist hatte für reichlich Erfrischung gesorgt und eine Flasche Wein dabei. Das Image gehört ja gepflegt, bezeichnen Jaya the Cat ihren Stil doch als Drunk-Reggae. Mehr Reggae sollte es dann im Laufe des weiteren Tages auf der Red Stage nicht mehr geben. Es folgten dort noch Auftritte von der Urban Brass Band Moop Mama, die neben neuen Songs aus ihrem aktuellen Album M.O.O.P.topia auch viele alte Songs spielten, sowie Die Orsons, SDP und als Headliner der Rapper Alligatoah.

Ganz anders an der Green Stage, mit Neville Staple durfte hier weiter zu feinsten Ska Sounds ausgiebig getanzt werden. Vom Host der Green Stage Ganjaman vor Beginn des Konzerts noch als „Real Bad Boy“ angekündigt zeigte sich Neville Staple auf der Bühne aber sehr gezähmt. Roots at it ́s best gibt es dann im Anschluss von Macka B. Die Stimmung ist weiterhin ausgezeichnet und egal wo man hinschaut tanzen die Leute. Als nächstes steht dann das Groundation Mastermind Harrison Stafford mit seinem Soloprjekt auf der Bühne und kündigt sich, da der Linecheck etwas länger gedauert hat, kurzerhand selbst an. Direkt zu Anfang spielt er den Bob Marley Klassiker „No more Trouble“. Weniger Jazzlastig als bei Groundation präsentiert Harrison Stafford mit seiner Band rund um die Drummerlegende Leroy ́Horsemouth ́ Wallace modernen Roots Reggae. Schon lange keine Geheimtipp mehr und musikalisch immer wieder ein absolutes Highlight sind Raging Fyah und das stellen sie auch dieses Mal wieder unter Beweis. Zu ihrem Set gehört neben den eigenen Songs auch ein ausgezeichnetes Cover von Dennis Browns „Milk and Honey“. Headliner ist dann der Ivorer Tiken Jah Fakoly. Die Show startet eher ruhig gewinnt aber schnell an Fahrt. Viele Cover sind dabei Teil seines Sets. Großen Jubel gibt bei dem Culture Cover „Christopher Columbus“ ebenso wie bei einem Medley aus „Police and Thieves“, „One step forward“ und „Over Hills and Valleys“. Für alle die bis hierhin noch nicht genug hatten konnten sich in der Dancehall Arena noch richtig austoben. Dort sorgte das Kölner Soundsystem Pow Pow Movement zusammen mit den Stuttgartern Jugglerz für die passende Stimmung bis früh morgens.

Während der Nacht hatte es zwar ein wenig geregnet aber passend zu Beginn des zweiten Festivaltages kam die Sonne hinter den vielen Wolken hervor. Auf den Bühnen starteten zwei deutsche Künstler in den Tag. Auf der Red Stage spielt Sara Lugo zusammen mit der Next Generation Band eine ihrer wenigen Deutschland Shows. Für das Cover „Pass the Dutchie“ holt sich Sara Lugo als Support Fyah T mit auf die Bühne. Auch ihre Neuinterpretation des The Paragons Klassikers „Riding On A High And Windy Day“ auf dem Reggaeville Riddim fehlt in ihrem Set nicht. Auf der Green Stage spielte währenddessen Miwata. Wie auch bereits beim Ruhr Reggae Summer nicht mehr nur Akustik sondern mit Band und das bekommt seiner Show wirklich gut. Gegen Ende der Show gab es dann eine Erfrischung von oben die zwar kurz aber doch heftig ausfiel. Passend zum Auftritt von Richie Campbell aus Portugal hörte der Regen aber wieder auf. Mit dem ersten Tune hat er die Menge sofort gepackt und die Stimmung vor der Red Stage ist exzellent. Auch vor der anderen Bühne war die Stimmung super, die aus den USA stammende Wahlkölnerin Akua Naru bot einen interessanten Mix aus Hip-Hop und Soul. Ihr vier Personen starker Backing-Chor sorgte für eine unglaubliche Gesangliche Tiefe in den Songs, toll. Auf den nächsten Act auf der Red Stage freuten sich dann besonders die weiblichen Fans. Unter großem Jubel betrat Christopher Martin die Bühne und selbst eine aufziehende Schlechtwetterfront trübt die Stimmung vor der Bühne kein Bisschen. Seine Hits „Paper Loving“ und „Cheater’s Prayer“ fehlten natürlich nicht. Bei Chronixx, der als nächster auf der Bühne steht, sind die Erwartungen hoch. Kein Wunder, ist er neben Protoje doch einer der bekanntesten und erfolgreichsten Vertreter des Reggae Revival. Vor der Bühne ist alles voll, die Leute tanzen und bei seinem Hit „Smile Jamaica“ gibt es kaum jemanden der nicht mitsingt. Fast zur selben Zeit, nur einige Meter weiter vor der Green Stage wird es bei Megaloh romantisch. Philip sitzt in einem Schlauchboot, lässt sich über die Menge tragen und sammelt für Viva con Agua Pfandbecher. Dabei hält er ein Schild hoch, dass einmal die Besucher zum spenden ihrer Becher aufruft und zum anderen DIE Frage stellt: „Jenny willst du mich heiraten?“ Im Anschluss spielt Megaloh seinen Song Armor. In der Zwischenzeit hat es Jenny auch auf die Bühne geschafft und „JA“ gesagt, Glückwunsch. Und damit hätten wir auch den Festival Heiratsantrag abgehakt.

Bevor es dann auf der Red Stage mit Alborosie weiter geht gibt es noch schnell eine Durchsage zum Deutschlandspiel und das man sich den Weg zur Dancehall Arena sparen kann. Diese musste bereits um kurz vor 8 wegen Überfüllung geschlossen werden. Alborosie der selbst aus Sizilien kommt nimmt nur kurz Bezug auf der Spiel und widmet sich schnell wieder der Musik was vom Publikum honoriert wird. Auch wenn das Motto seiner Show Freedom & Fyah zugleich der Titel seines neuen Albums ist, verkommt die Show in keiner Weise zu einem Promo Gig. Alborosie und seine Band spielen eine gewohnt klasse Show und waren definitiv eines der Highlights dieses Jahr.

Bei Sean Paul ist die Darbietung seiner beiden nur leicht bekleideten Tänzerinnen interessanter als die Performance von Sean Paul selbst. Viel kommt von Platte und auch das Problem mit seiner Kondition macht das Ganze nicht viel besser. Immerhin gab es was fürs Auge. Collie Buddz auf der Green Stage macht da deutlich mehr Spaß. Ganja war dabei ein großes Thema seiner Show und so spielte Collie Buddz auch die Cover „Ganja Farmer“ von Marlon Asher und „Legalize It“ von Peter Tosh bevor er seinen Hit „Come Around“ spielte.

Vor der Red Stage war es mittlerweile brechend voll und es gab kaum mehr ein durchkommen. Kein Wunder denn der Auftritt von Gentleman und Ky-Mani Marley (Oder wie Munchy von Reggaeville so schön sagte: Gentle-Mani) stand kurz bevor und versprach ein Highlight zu werden. Neben vielen Songs die sie zusammen spielten gab es auch immer abwechselnd Solo Songs. Gentleman holte sich dafür auch Alborosie, Christopher Martin und Dellé mit auf die Bühne. Als der Sieg der deutschen Mannschaft die Runde macht brandet kurz Jubel auf aber schnell ist die Musik wieder das was hier zählt. Auch ein für Gentleman typischer Ausflug ins Publikum fehlte an diesem Abend nicht. Währenddessen vor der anderen Bühne war warten angesagt, die Beginner verfolgten nämlich noch das Elfmeterschießen und auch vor der Bühne verfolgten es viele auf ihrem Smartphones. Aus verschiedenen Ecken brandete immer wieder Jubel auf wenn das überforderte Netz mal wieder den Spielstand aktualisiert hatte. 10 Minuten später als geplant betraten die Beginner dann die Bühne und spielten direkt ihren neuen Song „Ahnma“. Leider klappte ein Feature mit Gentleman nicht da dieser zu diesem Zeitpunkt ja selbst auf der Bühne stand. Es folgten Songs wie Hammerhart und Gustav Gans. Das Publikum war von ersten bis zur letzten Minute voll dabei und kamen in den Genuss einer klasse Show. Nachdem die Konzerte auf der Insel vorbei waren ging es in der Dancehall Arena weiter die in dieser Nacht ganz im Zeichen des Afro Beat stand. Die BBC 1Xtra DJs Fuse ODG und DJ Edu sowie Catch A Fire sorgten für die passenden Sounds und eine ausgelassene Stimmung.

Der Sonntag startete mit einem kurzen Schauer aber passend zum Auftritt von Nattali Rize die auf der Green Stage den letzten Tag einläutete kam die Sonne raus und sorgte für karibisches Feeling. Nattali Rize bietet zusammen mit ihrer Band eine großartige Show, schade das es zu dieser Uhrzeit nicht allzu viele Leute den weg vor die Bühne geschafft haben. Neben Songs von ihrer New Era Frequency EP spielt sie auch Songs von ihrer Band Blue King Brown und ihren aktuellen Song „Natty Rides Again“. Bei dem Song „Rebel Love“ ist die Stimmung auf dem Höhepunkt, es wird geklatscht und mitgesungen. Funfact: Der Gitarrist ist eigentlich der Bassist ihrer Band Blue King Brown und stand zum ersten Mal als Gitarrist auf der Bühne.

Anzug, Krawatte, Hut und ganz viel Bass. Das sind Gentleman’s Dub Club. Feinster englischer Reggae mit Dub Elementen und einer gehörigen Portion Bass vertreiben auch das letzte bisschen Müdigkeit und sorgen für beste Stimmung vor der Red Stage. Beim Song „Music is the Girl I Love“ geht dann richtig die Post ab. Ebenso wie Nattali Rize gleich ein musikalisches Highlight als Opener. Soom T ist die einzige reine Frauenband in doch eher Männerdominierten Lineup. Die Mischung aus Funk und Soul gemischt mit etwas Reggae kommt gut an. Dellé, vielen sicher besser bekannt als Teil von Seeed, hat sein neues Album Neo im Gepäck und spielt vorwiegend seine neue Songs. Der Seeed typische Stil ist den Songs dabei klar anzumerken. Es folgt dann die French-Connection. Zuerst spielte Naâman auf der Green Stage und im Anschluss Dub Inc. auf der Red Stage. Zwei klasse Konzerte die besonders von den vielen französischen Fans gefeiert wurden. Auf dem Weg von der Green- zu Red Stage zogen die französischen Fans Fahnen schenkend und „Allez les bleus“ singend über das Gelände. Bei dem Song „Rude Boy“ holten Dub Inc. Naâman kurzerhand für ein Feature mit auf die Bühne. Ein weiteres Highlight war der Auftritt von Parov Stelar und Band. Mit ihrem Electro Swing und einer super Live Performance brachten sie das Publikum in kürzester Zeit zum tanzen und selbst eingefleischte Reggae Fans waren binnen kürzester Zeit überzeugt. Als letzten Song spielten Parov Stelar noch ihren Hit „All Night“ in einer extra langen Version. Auf der Green Stage spielten unterdessen noch Namika, Chefket und als Headliner die Belgierin Selah Sue.

Headliner auf der Red Stage waren die Grammy Gewinner Morgan Heritage. Neben neuen Song wie „Strictly Roots“ spielten Morgan Heritage auch viele alte klassiker wie „Don’t Haffi Dread“ und „Reggae Bring Back Love“. Auch die nächste Generation bekam ihre Zeit auf der Bühne. Jemere Morgan performte zusammen mit seinem Vater und Mojo Morgan coverte Ed Sheeran’s Song The A Team. Als Zugabe spielten Morgan Heritage noch ein Cover von Gentlemans Song „Dem Gone“. Das währenddessen einsetzende Feuerwerk bot eine tolle Kulisse und einen perfekt Abschluss eines gelungenen Festivals.

Wer nicht dabei sein konnte oder Konzerte verpasst haben sollte, wird mit Sicherheit bei den Kollegen vom WDR Rockpalast oder Reggaeville fündig werden. Bei denen gibt es eine ganze Menge an Live Mitschnitten, Interviews und vielem mehr.