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Konzertbericht

Bands
Elfmorgen
Kapelle Petra

Locations
Alter Schlachthof



Datum: 30.04.2016

Nach der Tour ist vor der Tour

Kapelle Petra schmeißen Party in Soest

Soest (dd)    Das Kapelle Petra feiern kann konnte man im Februar schon bei uns lesen. Für den Tourabschluss in Soest haben sich die Jungs noch einmal gesteigert.

Kapelle Petra feierten den ausverkauften Tourabschluss in Soest. Foto: Marcel Linke

Das Publikum bei Kapelle Petra Konzerten ist für mich schon immer ein Phänomen.
Fotos zum Konzert
Homepage von Kapelle Petra
Homepage von elfmorgen

Während bei allen anderen Konzerten das Publikum immer versucht möglichst schnell möglichst weit vorne einen Platz zu reservieren und den auch möglichst zu verteidigen, sind die Zuschauer hier eher entspannt.
Liegt das vielleicht an der entspannten Grundstimmung? Daran, dass Kappellefans Rücksicht aufeinander nehmen und da die Party sowieso früher oder später in eine Polonaise oder wildes Hüpfen ausartet und dabei jeder seinen Platz wechselt?
Auf jeden Fall finde ich diese Eigenschaften äußerst lobens- und beibehaltenswert.

Lange schon ist der Alte Schlachthof in Soest ausverkauft, wer nicht schon in Münster oder Bielefeld bei Kapelle Petra war, hat erst zur Festivalsaison wieder die Gelegenheit im Raum OWL.
Die wunderbaren Elfmorgen spielen wie gewohnt den Support.
Vom ersten Ton ist die Stimmung gut, das Publikum am Tanzen und Sänger Andy am Grinsen.

Das Lied „Oberlippenbart“ beeinflusst die Zuschauerrufe maßgeblich. So wird nach Beendigung des Liedes einfach der Refrain so oft wiederholt, bis die Band erneut einsteigt.
Immer wieder betont die Band wie gut sie es finden, dass sie als Support selber so unterstützt werden. Ein Lied jagt das nächste, zwischendurch wird ihnen Apfelschnaps gereicht, Mädchen aus der ersten Reihe dürfen stagediven.
Dass der heutige Abend besonders wird, spürt man schon jetzt.
Eigentlich ist die Auftrittszeit von Elfmorgen schon lange überschritten, niemand stört sich daran. Ficken Schmidt höchstpersönlich erteilt Elfmorgen die Erlaubnis zu Überziehen. Sänger Andy lässt sich nicht lange bitten und widmet das letzte Lied seiner Frau. Es ist „Du wirst alt“.

Das Publikum schnallt sich die Partyhütchen um, hier und da werden noch Krawatten gebunden.
Kapelle Petra hechten auf die Bühne und die Stimmung wird nahezu übermütig. Schon ab dem Intro brechen Sprechchöre wie „Zugabe!“, „Shrimps mit Reis!“ oder „Flughafen!“ aus. Sie werden bis zum Ende des Konzerts immer wieder erklingen.
Zwischen den Stücken wird den Musikern immer wieder Apfelschnaps gereicht.

So gut vorbereitete Zuschauer erlebt man selten auf einem Konzert. Es werden Luftschlangen und Konfetti geworfen, zu „Fußball“ fliegen Luftballons mit Fußballprint.
Wieder einmal zeigt sich: Die Stücke vom neuen Album „The Underforgotten Table“ sind längst zu Klassikern geworden die sich perfekt in den Abend einfügen.
Natürlich wird Gazelle heute 24 Jahre alt, die Polonaise bei dem Stück „Geburtstag“ extra lang und noch mehr bunte Luftballons durch die Gegend geworfen.
Auch Ficken „Schwitzen“ Schmidt wird eigens gehuldigt. Die Schrift des leuchtenden Schildes wurde hierzu eigens angepasst. Gazelle trainiert noch immer für Olympia (sollte er nicht so langsam mal fit dafür sein?), einzig der Luftballon auf den er während des letzten Tons springt ist heute irgendwie anders. Nach dem Platzen wird klar warum: er wurde mit Wasser gefüllt.

Auch die traditionelle Zugabe von „Oberlippenbart“ mit Elfmorgen zusammen fehlt nicht.
Nach und nach gibt es immer mehr Stagediver, angeführt von Opa, geordnet von Andy der sich wie eine Aufsicht vor einer Wasserrutsche positioniert. Nebenbei wird weiter gespielt und gesungen.

Soest war mein persönliches Highlight was die gute Stimmung betrifft, aber auch ein bisschen Wehmut schwingt aufgrund des Abschlusses der Tour mit. Zum Glück sind in absehbarer Zeit diverse Festivalauftritte geplant.