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Konzertbericht

Bands
All Tvvins
Kodaline

Locations
Live Music Hall



Datum: 12.03.2016

Irisches Doppel

Kodaline kamen mit den All Tvvins nach Köln

Köln (dd)    Coming Up For Air, das neue Album von Kodaline ist zeitgleich der Name der Tour, die sie derzeit quer durch Europa führt. Auch in Köln spielten die Jungs einen unvergesslichen Abend. Mit dabei waren ihre Landsmänner der All Tvvins.

Sänger Steve Garrigan ist vielseitig und greift neben dem Piano auch zur Gitarre. Foto: Marcel Linke

Wer noch nie in der Live Music Hallin Köln war, hat erstmal viel zu entdecken.
Fotos zum Konzert
Homepage von Kodaline
Homepage von All Tvvins

Mitten in Köln Ehrenfeld betritt man durch eine bunt besprayte Tür einen Innenhof. Zur Garderobe muss man sich fast um 360° drehen, die Toiletten sind mittig rechts, links über den Hof geht es in die Konzerthalle, die für ca. 1200 Leute Platz bietet. In der Mitte gibt es die ersten Getränke und Hotdogs.
Die Halle selber ist länglich, in der Mitte hängt eine riesige Diskokugel, das Banner hinter der Bühne verrät, auf welche Band heute Abend alle warten.

Wir haben noch Zeit bis die Vorband die Bühne betritt und ich wandere etwas umher, das Publikum ist im Alter gemischt, meistens Teeniemädels, zum Teil in Begleitung ihrer Eltern. Je weiter vorne, desto jünger wird das Publikum, eine Beobachtung, die man selten macht.
Ich möchte mir ein Bier kaufen und werde prompt nach meinem Ausweis gefragt. Das ist mir nun wirklich schon lange nicht mehr passiert.

Ich entscheide mich dazu, mich mittig der Halle an den Rand zu stellen, während All Tvvins ihren Auftritt beginnen.
Die Iren spielen erfrischend rockige Dancebeats, aber auch ruhigere Stücke können sie. Die Texte sind melancholisch, schmerzerfüllt und trotzdem hoffnungsvoll.
Dem Publikum gefällt es, ich bin begeistert und empfinde die 30-minütige Show von All Tvvins als einen passenden Einstieg in den Abend.

Eine halbe Stunde lang wird umgebaut, dann wird es endlich dunkel.
Die Bassdrum leuchtet, die Bühne verschwindet im Nebel. Die Jungs von Kodaline sind dahinter nur schemenhaft zu erkennen. Egal ob vorne oder hinten in der Halle, es wird voller Vorfreude geklatscht, während die ersten Töne von „Ready“ erklingen.

Die „Coming Up For Air“ Tour stellt das mittlerweile zweite Studioalbum der vier Jungs aus Dublin vor. Die Gründungsmitglieder Steven Garrigan und Mark Prendergast machen seit 2005 gemeinsam Musik, Kodaline existiert seit 2011.
Mit dem aktuellen Album scheinen sie auf dem besten Weg zum großen Durchbruch und das nicht nur in Irland. Das Konzert in Köln ist restlos ausverkauft.

Zu „High Hopes“ setzt sich Sänger Steven, bekleidet mit einem hellen Cardigan, zum ersten Mal ans Keyboard. Das Lied ist unter anderem bekannt aus dem Film „Fack ju Göhte“.
Besonders über den heutigen Abend freue sich der Tontechniker, der gebürtiger Kölner sei.

„The One“, bei dem der Sänger alleine auf der Bühne steht und sich mit einer Akustikgitarre begleitet, wurde ursprünglich als Hochzeitsgeschenk für einen Freund komponiert.
Zu „Love Like This“ zeigt sich die Vielseitigkeit von Steven, er spielt nicht nur Gitarre und singt, auch die Mundharmonika klemmt vor seinem Mund.

Es folgen Songs wie „All Comes Down“ und „Honest“.
Vor dem letzten Lied bedankt sich die Band rührend bei ihren Fans, „It means a lot to us!“ („Es bedeutet uns viel“).
Das vorerst letzte gespielte Lied ist „Love Will Set You Free“.

Natürlich gibt sich das Publikum damit nicht zufrieden und fordert eine Zugabe. Kodaline lassen sich nicht lange bitten und erobern schon nach einer kurzen Zeit die Bühne zurück.
Hier zeigt sich wieder die Nähe und Liebe, die sie ihren Fans entgegen bringen. So wird jemand weit hinten angesprochen, der im Pilotenkostüm zum Konzert gekommen ist. Aber auch Julia wird beachtet, die vorne steht und auf einem Plakat um ein Geburtstagslied der Band für sie bittet. Auf Wunsch von Steven singt zunächst das Publikum auf deutsch, danach er auf englisch. Das muss ein toller Geburtstag gewesen sein.

Ein letztes Mal wird die Menge dazu aufgefordert mitzusingen, in diesem Fall der Chorus von „Everything Works Out In The End“, welcher aus tausend Mündern erklingt.
Das letzte Stück des Abends wird Brian und seiner Frau aus dem Publikum gewidmet. Es ist „All I Want“.

Kodaline, das ist Musik zum Tanzen, Musik zum Träumen, Musik zum Feiern und Musik zum Kuscheln. Es ist sehr erfrischend mal nicht nur rein elektronische Musik zu hören und wieder zum Tanzen und Mitsingen angeregt zu werden.
Ich persönlich bin sehr gespannt auf die Entwicklung, die die Band noch vor sich hat und wünsche ihnen von ganzem Herzen Erfolg mit ihrer Musik.