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Eat The Gun
Therapy?

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Forum



Datum: 19.11.2015

Therapy? mit Eat the Gun im Forum Bielefeld

Therapy? beendet! Patient geheilt!

Bielefeld (kl)    Therapy? aus Nordirland haben in den 90er Jahren mit Troublegum eines der besten Alben aller Zeiten veröffentlicht. Leider sind sie Danach etwas in der Versenkung verschwunden. Dass sie es immer noch beherrschen die Massen zu bewegen, bewiesen sie im Forum Bielefeld, und brachten mit Eat the Gun einen mehr als würdigen Support mit.

Foto: Kristof Linke

Support zu sein ist doch ein recht undankbarer Job. Alles wartet auf den Hauptact und du spielst dir den
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allerwertesten ab, nur um am Ende doch zu realisieren, dass du dem Publikum völlig egal bist. Aber es gibt auch Ausnahmen. Eat the Gun aus Münster zum Beispiel. Bestens aufgelegt kamen die 3 um Kurz nach halb 9 auf die Bühne des halbvollen Forums in Bielefeld. Ihr glasklarer Rock and Roll der an die Backyard Babies erinnert machte auch dem Publikum Spaß. Was auch daran gelegen haben könnte, dass sie einige Fans aus dem nicht weit entfernten Münster mitgebracht haben. Und sofort versuchten sie das Publikum für sich zu Begeistern. Was auch gelang. Bereits nach 2 Songs, begannen die Anwesenden Zuschauer mit zu singen und zu tanzen. Bassist Peter Bergmüller bearbeitet sein Instrument mit einer sehr mitreißenden Inbrunst. Gitarrist und Sänger Hendrick Wippermann baute mit breiten Riffs und dezent plazierten Solis einen wunderbaren Teppich aus Lärm aus. Dabei war er Technisch sehr gut. Und Drummer Gereon Homann drosch stoisch auf seine Schießbude ein, und gab so den beiden Saitenzupfern ein knackiges Rhytmusfundament. Technisch sehr sauber spielten sie ihr 45 minütiges Set runter. Und auch der Soundmensch hatte einen guten Tag erwischt, so das Eat the gun ein wirklicher Hörgenuss waren. Sie wurden so gut aufgenommen, dass sogar eine Zugabe verlangt wurde. Allerdings wurde Dieser Wunsch nicht erfüllt. Wir haben doch keine Zeit…. . Aber wie schon gesagt ein wirklich guter Support, der es eindeutig wert ist, auf einem Einzelkonzert besucht zu werden.
Aber frei nach dem Motto: Scheiß auf die Beilagen das Steak ist das Ziel, Ist doch der Großteil der Zuschauer vorbei gekommen, um Therapy? zu sehen. Und sie gaben dem Publikum, was es verlangte. Eine bestens aufgelegte Band betrat um Viertel vor Zehn die Bühne ohne großes Tam Tam. Was dann folgen sollte, war ein Querschnitt ihrer bereits über 20 Jährigen Karriere. Und bereits unter den ersten 3 Songs waren mit Die Laughing und Isolation 2 Klassiker aus dem bereits erwähnten Troublegum Album. Der Abend war allerdings nicht ein Erinnern an die Gute alte Zeit sein. Die gut ausgewogene Setlist deckte alle Facetten ihrer Karriere ab. Wobei der erste Teil des Konzertes eindeutig ein Augenmerk auf die Aktuelleren Songs hatte. Dem Publikum war es egal was gespielt wurde. Jeder Songs wurde mitgesungen. Und vom ersten Song an wurde mitgetanzt.
Andy Cairns, seines Zeichens Sänger und Gitarrist des Trios aus Belfast, breitete mit seinen Gitarrenriffs einen fetten Teppich aus. Auch einzelne Solis wurden eingestreut. Bassist Michael McKeegan sprang wie ein Pflummi über die Bühne, und ersetzte mit seinem fetten Basspiel fast eine zweite Gitarre. Immer wieder Bedankte er sich mit seinem fetten irischen Akzent zwischen den Songs für das Erscheinen. Und Drummer Neil Cooper drosch auf die Felle ein, dass es einem Angst machte. Darüber Hinaus feierte noch Geburtstag. In ihrer Spielfreude änderten Therapy? Einzelne Songs ab, coverten einige Klassiker der Rockgeschichte, um als Intro für eigene Songs zu dienen und einige Songs wurde durch lange Bridgeparts verlängert. Leider wurden am Abend auch die Geschehnisse in Paris kommentiert. Aber im Gegensatz zur berechtigten allgemeinen Betroffenheit, haben Therapy? aufgrund ihrer Herkunft einen reellen Bezug zu Anschlägen (Bürgerkrieg in Nordirland/ IRA usw.). Es wirkte hier keinesfalls aufgesetzt, sondern ehrlich. Und es tat wiedererwartend der guten Stimmung keinen Abbruch. Bis zum Ende des regulären Sets wurde eindeutig dem Rock and Roll gefrönt. Nach ca. 65 Minuten endete das reguläre Set. Aber wer jetzt gegangen sein sollte, hatte das Beste verpasst. Mit Diane wurde die Zugabe eröffnet. Und in der Zugebe wurde dann doch wirklich dem Troblegum Album Tribut gezollt. 3 der 5 Songs kamen von dem Album. Dem Publikum gefiels sehr gut. Aber wenns am Schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören und so endetet das Konzert nach insgesamt 90 Minuten. Ein wirklich saugeiles Konzert, dass zeigte, dass Therapy? Einerseits eine sehr gute Live Band sind und das sie Andererseits mehr können als Troublegum. Aber unter uns: sie hätten auch nur das Album spielen brauchen und alle wären Glücklich gewesen.