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Konzertbericht

Bands
Olli Schulz

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 08.11.2015

Feelings aus der Asche Tourabschluss im Ringlokschuppen

Olli Schulz rasiert Bielefeld

Bielefeld (as)    Vor den Ohren von zwölfhundert begeisterten Besuchern, fand die Feelings aus der Asche Tour im Ringlokschuppen ihren umjubelten Abschluss. Olli - leicht beschwipst - erwischte einen guten Tag und führte mit Spielfreude und guter Laune durch ein Set mit vielen alten Songs, Stand-Up Passagen und den großen Hits: Bielefeld wurde rasiert.

Olli Schulz spielte das letzte Konzert seiner aktuellen Tour im Ringlokschuppen Bielefeld. Foto: Marcel Linke

Wir waren schon traurig, dass die Konzertreise zum aktuellen Album "Feelings aus der Asche" so kurz ausgefallen ist, da wurden wir mit zusätzlichen Terminen beglückt. Und dann auch noch in Bielefeld! Olli Schulz ist kurz klein, als er
Fotos zum Konzert
Homepage von Olli Schulz
auf die Bühne des Ringlokschuppens tritt und sich entschuldigt, Bielefeld so lange vernachlässigt zu haben. Doch sehr schnell ist das alles vergeben, denn die nachfolgenden gut 130 Minuten vergehen wie im Flug und bleiben dabei doch sicherlich lange im Gedächtnis.

Die Bühne wird von fünf großen Scheinwerferlampen dekoriert: eine für jeden Musiker, der Olli auf der Tour unterstützt. Erneut hat er Arne Augustin (Keys), Dennis Becker (Gitarre), Gisbert zu Knyphausen (Bass und Stimme), Benson an den Drums und Kat Frankie an der zweiten Gitarre und mit der wunderschönen Zweitstimme dabei. Natürlich nimmt Olli diese Band wieder mit auf Tour, denn sie überzeugt zu jedem Zeitpunkt. Ob es das wilde Schlagzeugspiel von Benson, der tolle Backgroundgesang von Gisbert, oder das lässige Tanzen von Arne ist: Diesen Musikern gucken wir gerne zu. Und vorne steht Olli. Der Chef, der keiner ist und keiner sein will, weil er nur der drittbeste Sänger auf der Bühne ist (sagt er ja selber). Doch gerade dieses Understatement macht ihn so liebenswert. Und er hat geil abgeliefert. 1000 Mark Andre wäre stolz. Weise Worte und fiese Witze (der Prof und die Nutte) zeigen Olli als facettenreiche Person, die mittlerweile über eine hohe Selbstreflexion verfügt. Er lebt die Musik und den Spirit: so ermöglicht er dem Publikum Zugang zu seiner Welt zu finden.

Mit dem ersten Song stellt er bereits klar, was heute los ist. Der Song heißt "Ab jetzt tut's nur noch weh" und ist der Opener vom 2010er Album "Es brennt so schön". Nur weil das hier die Feelings aus der Asche Tour ist, heißt das ja noch lange nicht, dass Olli nur diese Songs spielt. Es folgt eine wilde Rundfahrt um das Gesamtwerk Olli Schulz mit alten, neuen und ganz alten Songs. Garniert mit Stand Up-Einlagen und einer sporadisch genutzten Dia-Show auf der Großbildleinwand. Die Songs werden mit kuriosen Einleitungen kommentiert wie z.B. "Manches find ich selber fragwürdig", "Keiner geht hier ungefickt nach Haus" oder dem Tipp doch einfach mal im Auto zu wohnen. Wir lernen von Olli's Liebe zu Rocky I und seinem Vaterglück, aber bekommen auch Hinweise auf Bushidos sexuelle Orientierung. Und auch wenn wir Sätze wie "Es gibt keinen Froschstempel in dein Heft" so gerne hören und der Clown eine große Rolle spielt, so sind es am Ende doch die Songs wegen denen wir hier sind. Olli ist eben Musiker und sogar ein guter. Das beweist er mit den nicht auf der Setlist stehenden "Bettmensch" und "Der kleine Bär". Und auch wenn er bei "Phase" und "Spielerfrau" die große Show auspackt, Konfetti durch die Luft geschossen wird und Menschen auf die Bühne geholt werden: Songs wie "Rückspiegel" begleiten manche Menschen ein Leben lang.

Die Rufe nach einer Zugabe beantwortet Olli mit einem schlichten "Na gut" und gibt sich dann noch einmal richtig Mühe. Er ist dankbar diese Zeit erleben zu dürfen und wir sind dankbar noch ein bisschen hier zu sein. Die Freestyle-Bandvorstellung ist sehr gelungen und voller guter Gags und schlechter Reime. Und irgendwann ist dann doch Schluss. "So muss es beginnen" ist erneut der Abschluss eines großen Konzertabends und einer erfolgreichen Tour. Die Tour zum Album "Feelings aus der Asche" mit dem Olli sich als Musiker neu definieren und inszenieren konnte. Und genau darum gibt es den Titeltrack als Bonus on top. Als wirklich letzter Track markiert dies einen gelungenen Abschluss und erneut beweist Schulz Mut, indem er die letzten Worte der Tour von Kat Frankie singen lässt. Chapeau!

Olli Schulz versteht es wie kein Zweiter das Publikum einzufangen, mitzunehmen und wieder frei zu lassen. Nach der Show wird die Setlist noch einmal besprochen, auf dem Heimweg erneut über die Gags gelacht und schnell Kat Frankies Facebook-Page geliked. Schade, dass diese Tour zu Ende ist, aber sehr schön, dass ein neues Album bereits in der Mache ist! Wir sehen uns Olli Schulz, wir sehen uns ganz bestimmt.