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Konzertbericht

Bands
Great Collapse
Refused
Rise Against

Locations
Swiss Life Hall



Datum: 11.10.2015

Rise Against und Refused in Hannover

Gipfeltreffen der Hardcore-Helden

Hannover (ml)    Rise Against sind auf Tour. In Hannover machten sie einen Stopp in der Swiss Life Hall und brachten dabei mit Refused einen wirklich grandiosen Support mit. Bei Rise Against weiß man, wie man seine Fans glücklich macht und die Hallen ausverkauft. Für das Konzert in Hannover gab es im Vorfeld keine Tickets mehr.

Rise Against spielten am vergangenen Sonntag in der Swiss Life Hall Hannover. Foto: Kristof Linke

Bevor das Gipfeltreffen der beiden Hardcore-Größen Rise Against und Refused los gehen sollte, kamen erstmal Great
Fotos zum Konzert
Homepage von Rise Against
Homepage von Refused
Collapse auf die Bühne. Einigen Konzertbesuchern sind sie schon duch ihre aktuelle Tour zusammen mit Boysetsfire bekannt. Mit Rise Against spielen sie in ungleich größeren Hallen und leisten einen großartigen Auftakt in einer Halle, die sich gerade füllt.
Nachdem der Auftritt von Great Collapse allerdings nur eine halbe Stunde dauert geht es schnell weiter.

Refused sind dran und bilden das erste große Highlight des Abends. Sie fangen ihr rund 40-minütiges Set mit "Elektra", dem ersten Song seit ihrer Auflösung 1998 und "The Shape of Punk to Come" an. Sänger Dennis Lyxzén gibt wie immer alles. Da wird das Mikrofon in Sekundenschnelle schonmal meterweit durch die Luft geworfen und bevor es runterfällt am Kabel wieder eingeholt. Der 43-jährige springt derweil wie ein Wildgewordener über die Bühne.
Ruhig können Refused nicht. Laute Scream-Parts wechseln sich mit leisen Scream-Parts ab. Wenige Ansagen werden gemacht. Immerhin ist die Spielzeit begrenzt. Aber eine Ansage betrifft die Flüchtlingsproblematik: "Refugees Welcome" ist das Motto. Nicht nur bei Refused, sondern später auch bei Rise Against. Vielleicht ist der Titel des folgenden Liedes nicht ganz treffend, der Inhalt ist es aber: "Destroy the Man", welches auch auf dem aktuellen Album der Band zu finden ist.
Generell präsentieren Refused viele neue Songs. Allerdings werden mit "The Deadly Rhythm" sowie "New Noise" und "Tannhäuser / Derivè" zum Abschluss auch alte Klassiker der Band gespielt.

Es kommt wieder zu einer kurzen Umbaupause. Auf der Leinwand wird während der gesamten Pause eine Grafik gezeigt, die das Cover von des aktuellen Albums "The Black Market" zeigt, von dem auch der Opener "The Great Die-Off" stammt. Nun wechselt auch das Bild auf den Leinwänden und man sieht die Band, die auch erstmal gleich ein Hitfeuerwerk zündet mit ihren Hymnen, wie "Satellite" oder "Give It All".
Rise Against hauen alles raus, was geht. Früh nimmt Tim McIllrath ein Bad in der Menge. Und die ist textsicher und das obwohl hier Songs in einem verdammt schnellen Chicagoer Englisch vorgetragen werden.
So singen beispielsweise alle bei "Survive", "Collapse" oder auch "Make It Stop" mit, bis es, wie so oft in letzter Zeit auf Konzerten auch bei Rise Against zu einer sehr ernsten Ansage kommt.
Es geht auch Tim McIllrath um die Flüchtlingsproblematik. Er hat gerade noch mit somalischen Flüchtlingen gesprochen, die dem Konzert beiwohnen. Auch er ist dafür, dass den Flüchtlingen geholfen wird und findet, dass gerade Musik kulturelle Grenzen aufreißen kann. Es folgen Songs mit sehr treffenden Titeln "Prayer of the Refugee" und "Help Is On The Way".
Schnell geht es auf die Zugabenpause zu. Mit "Ready To Fall" verabschieden sich Rise Against nach einer knappen Stunde von der Bühne.
Zurück kommen dann erstmal nur zwei Musiker. Mehr benötigt man auch nicht für "Hero of War", welches Tim McIllrath wieder den anwesenden Flüchtlingen widmet, von denen er hofft, dass sie noch da sind, weil sie eventuell die streckenweise doch sehr aggressive Musik und das Pogen, welches von außen ja oftmals wie eine Schlägerei aussieht, nicht verstehen. "Hero of War" versteht man aber und in der jetzigen Zeit stimmt es umso nachdenklicher.
Mit "Swing Life Away" gibt es noch eine weitere Akkustik-Nummer, bevor zu "Dancing For Rain" wieder die komplette Band auf der Bühne steht. Zusammen spielen sie auch nur noch zwei Lieder, bevor das für alle, wie immer körperlich anstrengende Konzert mit "Savior" endet.