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1LIVE
Konzertbericht

Bands
Philipp Dittberner

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 12.06.2015

1LIVE Eine Nacht in Bielefeld

Philipp Dittberner schwebt auf Wolke 4

Bielefeld (m2w)    Im Rahmen von Eine Nacht in Bielefeld spielte Philipp Dittberner ein Set in der kleinen Halle des Ringlokschuppen Bielefeld. Bekannt ist er für seinen Hit "Wolke 4", der derzeit oft auf 1LIVE, dem ausrichtenden Sender der Veranstaltungsreihe, gespielt wird.

Philipp Dittberner stellt seine Songs im Ringlokschuppen vor. Foto: Marcel Linke

Heiß ist es vor den Toren des Ringlokschuppen. Je näher man in den Eingangsbereich kommt grübel ich, ob das die
Fotos zum Konzert
richtige Location ist, da komischerweise keine Warteschlange existiert. Wenn man dann drin ist fällt einem sofort auf, warum es keine Schlange gab, da nämlich alle schon drin sind und sich in dieser so heißen Atmosphäre ein kühles Bier gönnen. Dies wird nicht das einzige mal sein, dass es bei diesem Konzert um Bier geht. Wenn ich alle so sehe mit dem Bier in der Hand überkommt es mich und hole mir auch ein kühles Blondes. Ich dränge mich durch die Menschenmenge und ergattere mir einen Platz ganz vorne. Die Band kommt auf die Bühne und wurde anscheinend angesteckt von dem Gedanken eines kühlen Bieres und gesellt sich in die illustre Gesellschaft der Biertrinker ein.

Tina Middendorf kommt auf die Bühne und wird zu meinem erstaunen sehr gut angenommen. Sie erklärt, dass Dittberner heute mit Band spielt, was für ihn nicht neu sei, aber noch nicht so häufig vor kam. Das wird „fett“. Bielefeld will sich von ihrer guten Seite zeigen und rastet vollkommen aus als sie erfahren das die Schalte in den ganzen Sektor geht. Von meinem Standort kann ich ein wenig in den Backstage Bereich blicken und sehe wie sich Philipp Dittberner aufpusht, indem er hin und her springt. Und ich denke nur, man was ein schöner Mann und wunder mich dabei, dass das Publikum so gemischt ist und keine kreischenden Mädchen vor der Bühne stehen.

Nun beginnt auch direkt das Konzert. Was mir sofort ekelhaft aufstößt ist nicht das Bier, sondern das die Boxen schrebbeln. Kein gutes Zeichen für den weiteren Abend. Die Techniker bekommen dies zum Glück im Laufe der Zeit hin, diesen Fehler zu korrigieren.

Die Stimmung ist wie in einem kleinen schnuckeligen Schuppen. Es macht mit. Philipp und Band wirken sehr eingespielt, wobei die Band sich dabei sehr zurückhält. Er ist eben ein typischer Singer Songwriter. Die Band besteht aus Keyboard, Schlagzeug, Bass und Acoustic Gitarre spielt Philipp selber. In seinen Liedern geht es leider sehr oft um das „heilige“ Berlin, was ich nicht verstehe und mir die Lobhudelei langweilt. Zudem geht es in seinen Liedern um Freundschaft, dass hier und jetzt, Liebe und Herzschmerz. Es wirkt sehr ausgenudelt, man kennt es irgendwie. Also diese Musik ist einfach nur Musik für Paare oder wenn man weinen will, weil man gerade verlassen wurde. Allerdings ertappe ich mich dann doch beim mitschunkeln. Entweder damit ich kühle Luft bekomme, mir das Bier schon zu Kopf steigt oder aber weil mir das Lied doch ein kleinwenig gefällt. Es wird aber auch wieder sehr sehr melancholisch. Trotz zweier E-Gitarren absolut viel zu melancholisch. Dachte jetzt geht's los und dann wieder nur Melancholie.

Komischerweise sind die Lieder ohne Band deutlich schneller und attraktiver. Man merkt, dass er noch nicht häufig mit Band gespielt hat, trotz gutem harmonieren. Er fühlt sich alleine noch deutlich besser.

"Du drehst dich" lässt das Publikum aktiv werden und ist endlich mal ein Lied das mich erheitert. Der Refrain ist ein Ohrwurm. Das Publikum honoriert es. Zum Abschluss wird „Rausch" gespielt als Abrechnung gegen eine Person. Bei diesem Lied wirkt es als wäre es eine Band. Die bisslang beste Performance. Danach will er von der Bühne, aber natürlich muss er als Zugabe noch „Wolke 4“ spielen. Alle im Schuppen singen nun mit, außer mir. Danach ist nun wirklich Schluss. Philipp Dittberner räumt danach sogar noch das Equipment mit ab, was sympathisch wirkt. Natürlich vergisst er dabei nicht sein Bier.

von Marcel Butzkies