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1LIVE
Konzertbericht

Bands
Beatsteaks

Locations
Jahrhunderthalle



Datum: 04.12.2014

Krone Konzert mit den Beatsteaks

Ein Hauch von Intimität

Bochum (m2w)    Die Beatsteaks können nicht nur groß sondern auch ziemlich klein. Das bewiesen sie im Rahmen des Krone Konzerts in der Turbinenhalle auf dem Gelände der Jahrhunderthalle Bochum, wo sie einen Gig vor 200 Personen spielten.

Donnerstag, der 04. Dezember 2014, draußen wird es langsam kalt, an manchen Orten ist bereits der erste Schnee
Fotos bei 1LIVE
Homepage der Beatsteaks
gefallen, die perfekte Zeit also um sich zumindest die Seele ein wenig aufzuwärmen. Und was passt da besser, als dass 1LIVE zu einem exklusiven Krone-Konzert mit den Beatsteaks einlädt? Kurz zur Erklärung für all die Leser, die nicht aus NRW stammen: 1LIVE ist der größte Radiosender in NRW und verleiht einmal im Jahr die 1LIVE Krone, Deutschlands größten Radiopreis. Im Rahmen dieser Veranstaltung hat sich seit 2004 die Tradition entwickelt, dass verschiedene nominierte Künstler exklusive Konzerte spielen, u.a. gaben sich dabei schon Casper, Kraftklub, Milky Chance, Marteria, oder Max Herre die Ehre. Große Namen also, passend zu einer großen Veranstaltung.
Im Vorfeld wurde bekannt gegeben, dass für den Beatsteaksgig nur 200 Karten ausgegeben werden, welche natürlich ruck zuck vergriffen waren.

Nun macht man sich natürlich Gedanken, wie so ein Beatsteaks-Gig vor 200 Leuten wohl aussehen mag. Ich selber hatte mir vorher gedacht: kleine Bühne, kleiner Club = ein einziger großer Moshpit mit literweise Schweiß an der Decke und war daher sehr überrascht als ich die Turbinenhalle in Bochum betrat und den Bühnenaufbau vor mir sah, denn der Twist war: Es gab keine Bühne als solches. In der Mitte des Raumes war ein Teppich ausgelegt, darauf befanden sich die Instrumente und um diesen Aufbau herum wurden im Quadrat kleine Erhöhungen in der Höhe einer Treppenstufe platziert, auf welchen das Publikum stand. Ein sehr interessanter Aufbau, der dafür sorgte, dass die Band sich keine 3 Meter von einem entfernt befand, egal wo man stand.

Um kurz nach 18 Uhr war es dann soweit, die Beatsteaks betraten den Teppich und es wurde mit "Jane Became insane" direkt mit Vollgas in den Abend gestartet. An allen Ecken wurde getanzt und mit gebrüllt und auch die Band hatte sichtlich Spaß. Bassist Thorsten hatte sich dem Anlass angemessen auch schick mit Anzug in Schale geschmissen und für die Percussion- und Keyboardarbeit hatte die Band auch noch einen Rhythmusclown dabei, visuell auf jeden Fall interessant an zu schauen.
Ein Großteil des Sets bestand aus Material des aktuellen Albums "Beatsteaks" und bei Songs wie "DNA", "Up on the Roof" oder "A real Paradise" merkte man schnell wie gut die neuen Songs auch live funktionieren. Überhaupt haben die Beatsteaks in fast 20 Jahren Bandgeschichte eine interessante Entwicklung genommen: Vom Punkrock über Alternative im Stile Billy Talents hin zu einem Rocksound mit hohem Souleinschlag. Es grooved mittlerweile wirklich an allen Ecken und Enden und ist ungemein tanzbar wenn man mal kein Moshpit hat in dem alle aufeinander springen. Bei "Be Smart and Breathe“ durfte dann auch Drummer Thomas seine Gesangskünste zeigen und als kleines Highlight gab es „Frieda und die Bomben“, wie immer von Gitarrist Bernd mit Inbrunst gesungen bzw. geschrien und bei seinem Rundlauf um die Tribüne hat er sicherlich auch einiges an Kilometern gemacht. Fitnessprogramm im Ostberliner Stil eben. Bei "Everything Went Black“ gab es dann auch Unterstüzung durch einen Special Guest: Die bezaubernden Backgroundsängerinnen der Disco No.1 sorgten für soulige Hintergrunduntermalung und Jan Delay brannte ein paar Gastverse auf den Beat. Diese Kooperation wurde dann auch später in der Livesendung zur 1LIVE Krone ausgestrahlt. Natürlich durfte auch die aktuelle Single "Gentleman Of The Year“ nicht fehlen, welche auch frenetisch gefeiert wurde. Für die älteren Fans gab es dann noch "Shiny Shoes" und mit "Hand in Hand" wurde der reguläre Konzertabend dann beendet. Bei dem Song brach dann die Hölle los. Nach Aufforderung durch Arnim stürzte das Publikum zum Teppich, umkreiste die Band und feierte ausgelassen mit den Jungs. So war nach knapp einer Stunde dann Schluss, bevor noch zwei Zugaben intoniert wurden. Zum einen gab es "Atomic Love", zum anderen einen kleine Rarität: "Schlecht" vom ersten Album "48/49" beendete den Abend.

Was bleibt zu sagen? 70 Minuten Beatsteaks sind an und für sich zu wenig aber einfach dem Format und Konzept der 1LIVE Krone-Konzerte geschuldet. Die gebotenen 70 Minuten waren allerdings richtig gut. Die Band zeigte sich spielfreudig, das Publikum war auch richtig gut drauf. Durch den oben beschriebenen Bühnenaufbau bekam das Ganze auch eine sehr intime Atmosphäre. Es machte stellenweise gefühlt den Eindruck, als würde die Band sich direkt in meinem Wohnzimmer befinden und nur für mich spielen, ein Gefühl, dass mir mehrfach eine wohlige Gänsehaut an diesem Abend bereitet hat.

von Marcel Berges