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Parklichter

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Kurpark



Datum: 01.08.2014

Parklichter 2014

Headliner Cro entzündet die Parklichter

Bad Oeynhausen (as)    Überragendes Wetter und gut gewählte Headliner locken über 5000 Besucher in den Kurpark. Vor der unvergleichbaren Kulisse machen vor allem die "Chimperator"-Acts Teesy, Weekend und Cro eine sehr gute Figur. Dass nicht alle 13 Künstler und Bands überzeugen, ist spätestens dann egal, wenn Cro mit einem lauten Knall das Bad Oeynhausener Publikum in Begeisterung versetzt.



Cro war der Grund, weswegen 5.400 Besucher sich in den Kurpark Bad Oeynhausen begaben. Foto: Tim Danielsmeyer

Seit einigen Jahren ist das Konzert am Freitag der "Parklichter" ein auch überregional bunt markierter Termin in
Fotos zum Konzert
Homepage der Parklichter
vielen Veranstaltungskalendern. Musikstars wie Casper, Max Herre oder Tim Bendzko haben ihren Teil zum guten Ruf des Tagesfestivals beigetragen. 2014 haben die Veranstalter mit Cro erneut ein gutes Händchen bewiesen und die Wiese vor dem Badehaus II in ein Menschenmeer verwandelt. Music2Web war für Euch dabei.

Schon Stunden vor dem Einlass sitzen die ersten Fans vor dem Gitterzaun am Eingang der Parklichter und sie sitzen dort noch immer als mit halbstündiger Verspätung endlich die Tore öffnen und auf der Hauptbühne die Gewinner des Bandvotings diesen Musikfreitag eröffnen. Animi Vox haben schon auf der diesjährigen Rockwiese gezeigt, was sie können und präsentieren sich heute als würdiger Gewinner. Vor der Bühne füllt es sich und die Jungs aus Minden spielen mit der Menge. Ein gelungener Auftritt, ein gelungener Auftakt!

Gutes Wetter und nette Hintergrundsmusik.

Die folgenden Stunden verlaufen sich ein wenig, was aber nicht wirklich stört. Zwar können weder Cosby noch Konvoy wirklich überzeugen, doch bei strahlenden Sonnenschein sowie Bier- und Gastrobuden ist der Kurpark nicht der schlechteste Ort, um seine Zeit zu genießen. Wem es zu heiß wird, der kann im Theater im Park gucken, ob Molaski oder Luca Vasta einen Besuch wert sind. Für uns war das nicht der Fall. Ganz im Gegensatz zu Teesy, der auf der Bühne vor der Wandelhalle einen sympathischen und musikalisch erfrischenden Auftritt darbietet. Die Mischung aus Hip Hop, Soul und Gitarrensoli ist lässig und kommt auch beim Publikum gut an.

Hip Hop ist derzeit wieder hoch im Kurs. Das zeigt sich auch vor der Hauptbühne, wo es bei Weekend zum ersten Mal richtig voll wird. Der Mann, der am Wochenende Rapper ist, präsentiert sich in guter Form. Mit Emkay als Backup und seinem DJ Rolf performt er Songs wie "Zehntel Mille", "FCKWKND" und den Radio-Ohrwurm "Schatz, du Arschloch!". Das macht nicht nur wegen dem spezifischen Witz sehr viel Spaß, auch der Charme und die Freundschaft der Drei auf der Bühne wirkt authentisch. Punchlinerap mit viel Humor und Selbstironie. Leider nur knappe 30 Minuten lang und auch völlig ohne VBT-Bezug sehr unterhaltsam. "Weekend? Kenn ich nicht!" wird Bad Oeynhausen nun nicht mehr sagen.

Die Spannung steigt, der Panda ist fast da.

Während Martin Jondo vor der Wandelhalle und Hundreds im Theater performen, wird es voll vor der Mainstage. So richtig voll. Cro ist nicht fern und nachdem Miss Platnum von der Bühne gegangen ist, hat niemand seinen Platz verlassen. Es ist klar, wer hier heute der Publikumsliebling ist. Die Pandamotive sind omnipräsent. Ob auf dem Shirt, oder vor dem Gesicht. Der Headliner weiß zudem, wie man Spannung aufbaut und hängt die Bühne zum Aufbau mit weißem Tuch ab. Welche geheimen Pläne dahinter geschmiedet wurden, erfährt das Parklichterpublikum dann als mit einem lauten Knall das Tuch buchstäblich weggesprengt und nach einem grellen Lichtblitz der Pandamaskenmann auf der Bühne sichtbar wird. Carlo legt gut los und bringt das vom ersten Ton an begeisterte Publikum mit überraschend vielen Songs der "Easy EP" in Stimmung. "Kein Benz", "Hi Kids" und "Allein" sind immernoch verdammt gute Raop-Songs und zeigen Wirkung. Cro hat die Zuschauer in seinen Bann gezogen und kann im Grunde alles machen, was er will. So nimmt ihm der Großteil des Publikums auch nicht Übel, dass er nacheinander gleich 3 Girlz auf die Bühne holt, die den Anfang von "Du" singen sollen. Alle drei meistern die Nummer eher glücklos. So muss Cro die Sache selbst in die Hand nehmen und wir hören den Song dann zum vierten Mal. Das ermüdet und unterbricht die bislang unterhaltsame Show unangenehm.
Der nicht fanatische Zuhörer kommt ins Grübeln. Zwar hat der Auftritt seine schönen Momente (wie beispielsweise das Handyfeuerzeug-Lichtermeer zu "Bye Bye" [dass er den überhaupt gespielt hat, ist ein Pluspunkt], welches die wahre Bedeutung der Park"lichter" sichtbar machte), doch fehlte es auf seltsame Art an etwas Greifbaren. Etwas Bemerkenswertes, Erinnerungswürdiges. Denn Cro machte keine Fehler, genau das war dann der Fehler. Es ist diese polierte, glatt-sterile Ader, die moderne Popphänomene so an sich haben, die den letzten Kick vermissen lässt. Darüber können auch nicht die ebenfalls gespielten EP-Songs "Meine Musik" und "Easy" hinwegtrösten. Nach einer Weile klingt dann doch alles gleich, egal wie gut es rübergebracht wird. Dem Hauptteil vom Publikum ist das natürlich vollkommen egal. Sie erfreuen sich bester Laune und feiern ihren Star. Der bedankt sich für den Applaus mit dem derzeitigen Heavy-Rotation-Hit "Traum" und hat sich für das Ende etwas besonderes einfallen lassen: Zum letzten Song "Rockstar" schießen Flammensäulen und Feuerbälle in den Nachthimmel und verleihen dem Konzert Eventcharakter. Pyro ist immer gut, gerade wenn parallel Wacken stattfindet. Aber Cro ist eben kein Rockstar und das dürfte ihm ebenso klar, wie egal sein.
Für die Parklichter, die Veranstalter und vor allem das Publikum war er ein toller Headliner, der vielen Menschen Spaß gemacht hat. Und darum geht es an einem solchen Tag doch am Ende.

Wir fassen zusammen:
Pro: 13 Künstler auf 3 Bühnen sorgen für 7 Stunden Musik. Tolle Location. Genügend Platz und Ausschank für die hohe Besucheranzahl. Bierpreise zu verkraften.
Contra: Durchwachsene Leistung der "kleinen" Acts. Kleine bis mittlere Soundprobleme an der Wandelhalle. 50 Cent für den Toilettenwagen gleichzeitig kein Wiedereinlass (!)
= Unterm Strich ein gelungener Tag, der uns Vorfreude auf 2015 macht. Verbesserungen sind immer möglich, aber hier fehlte nicht viel.