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Monsters of Liedermaching

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Kulturwerkstatt



Datum: 24.04.2014

Monsters of Liedermaching in Paderborn

Die letzte Sause vor der Pause

Paderborn (ml)    Die Monsters of Liedermaching wollen eine kreative Pause einlegen. Logisch, dass vorher nochmal die Fans in den Genuss ihrer legendären Konzerte kommen.

Eine artistische Einlage der Monsters of Liedermaching auf der letzten Sause vor der Pause. Foto: Marcel Linke

Eine Vorgruppe gibt es, wie immer, bei den Monsters of Liedermaching nicht. Diese benötigen sie auch nicht. Denn
Fotos zum Konzert
Homepage der Monsters of Liedermaching
auch so kommt die Band auf eine Nettospielzeit von fast drei Stunden.
Mit einer akademischen viertel Stunde als Verspätung legen die Monsters pünktlich nach der Tagesschau los. "Laterne", der Opener vom aktuellen Album "Schnaps & Kekse" macht den Start. Gefolgt von "Punkermädchen" und "Salamandervorhautdiät". Die Monsters befinden sich auf der letzten Tour vor ihrer Auszeit in bester Spiellaune.

In Paderborn wird die Tour, die zu Ostern ausgesetzt wurde, nun fortgesetzt und aus dem Kaltstart direkt ein Warmstart.
Das liegt auch an der Songauswahl. Gerade in der ersten Hälfte des Sets werden zunächst die Mitsingsongs und Klassiker gespielt. So dürfen auch "Au ja" und "Sexkranker Expunker" nicht fehlen. Doch nicht nur die Musik macht die Monsters so besonders. Auch für das Auge findet sehr viel statt. Totte kommt beispielsweise mit Gitarre für ein Rocksolo an den Bühnenrand. Burger wird von seinen Kollegen in einer artistischen Einlage die Flöte gereicht, damit er währenddessen noch Gitarre spielen kann. Und alle unterstützen jeden Song nicht nur akustisch, sondern auch optisch.

Das alles wird unterbrochen für eine Lesung. "Am Ende der Wels" ist der Titel von Tottes Roman. Aus diesem liest er ein Kapitel darüber vor, wie sehr er Kinder mag oder auch nicht.
Was dabei raus kommt ist, dass sein lyrisches Ich anders als sein musikalisches Ich keine Türen mag. So verzweifelt er daran eine verschlossene Badezimmertür aufzubekommen und ist kurz davor einen Tunnel drunter her graben zu lassen.

Auch mit Stadtrivalitäten kennen sich die Monsters of Liedermaching gut aus. Im "Herzblatthubschrauber" spielen sie die Rolle des schwarzen Peters Bielefeld zu, merken aber an, dass sie das in Bielefeld genau umgekehrt machen. Vertieft werden diese Rivalitäten später noch durch einen Fußballsong. Aber zuvor gibt es mit "Jägermeister am Hauptbahnhof" einen neuen Song von Labörnski zu hören bevor es mit "Schönheitschirurgie" in die Konzertunterbrechung geht.

Zurück kommen sie mit "Ich bin nicht frei" und mit "Wir gehen immer noch zum HSV". Dieser befindet sich aktuell im Abstiegskampf, weshalb die Monsters nun auch wissen, wie es ist Bielefeld-Fan zu sein. Sie freuen sich aber schon auf das, vielleicht mögliche, Relegationsspiel zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger Sportverein.

Die zweite Hälfte ist geprägt von Songs, die auf einem Monsters-Konzert nicht so oft Platz finden. Sabine und Horst bekommen eine Fortsetzung. Rüdi stellt mit "Zu weit raus geschwommen" auch einen neuen Song vor. Und es werden auch Songs, wie "Mathe", "Lebensmüde" und "Blues" gespielt, bevor mit "Moti" wieder ein Song mit viel Publikumsinteraktion kommt.
Natürlich dürfen bei den publikumsinteraktiven Songs auch "Tod in der Nordsee" (Sitzpogo und Mitsingen) und "Türen" (Saloon-Tür öffnet sich) nicht fehlen bevor es in die Zugabe geht.
Hier darf dann das Publikum zu "Sususu" mit einem Lichtermeer aus Smartphone-Taschenlampen überzeugen, die den crowdsurfenden Totte an einem Xylophon beleuchten, bevor es zum Finale nochmal laut, mit "Interesse ist gut" und "4 Meter", sowie richtig leise und unverstärkt mit "Eschnapur" wird.