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Datum: 30.10.2013

Friska Viljor zu Gast in Bielefeld

Hüpfen, Springen und von Hamburg singen

Bielefeld (mer)    Und schon wieder haben es diese Bessermenschen aus Schweden getan – einen gut gefüllten Saal im Sturm erobert. Friska Viljor lieferten ein begeisterndes Gastspiel im Bielefelder Forum ab. Und vom Geheimtipp darf bei dieser Band nun wirklich nicht mehr geredet werden. Wiedersehen im nächsten Sommer – dann sicherlich auf den größeren Festivalbühnen.

Von wegen reservierte Skandinavier: Friska Viljor bringen das Forum zum Kochen - Foto: Mark Haake

Mitte der Woche und ein erstaunlich gut gefülltes Forum schickt sich an, aufgrund seiner späten Anstoßzeiten den Berufstätigen den Schlaf zu rauben. Beginn 21:00 Uhr, jedoch betrifft dies den Support. Heute Abend: Martina Linn. Eine 21jährige Schweizerin die sich dem Singer/Songwriter/Country/Folk zuordnen lässt. Eine halbe Stunde Proberaum vor vollem Saal bekommen Martina und ihre Band an diesem Abend von den Schweden spendiert. Die Reaktionen des Publikum reichen vom interessierten Zuhören bis zur Flucht an die Theke. Auf jeden Fall bietet die Schweizerin ein sehr ruhiges Set und bedankt sich gefühlte 1000 Mal für die erfahrene Gastfreundschaft und die Aufmerksamkeit des Publikums.

Nach dieser etwas getragenen Stimmung lechzen die Besucher geradezu nach der freudvollen Stimmung, welche die

Bilder vom Konzert
Homepage von Friska Viljor
Homepage von Martina Linn
Homepage Forum

Friska Band in ansteckender Manier auf die Bühne zaubert. Und vom ersten Song an ist das Publikum sofort dabei. Obwohl das Set sich in der ersten Hälfte stark am aktuellen Longplayer "Remember our Name" orientiert, welcher ganz klar eine geringere Hitdichte aufweist, als alle vorherigen Veröffentlichungen der Band, tut dies der Stimmung keinen Abbruch.

Gute Laune garantiert 

Fünf Alben haben die Friska Jungs bisher fabriziert und Alle Longplayer sind mit ausreichend Hits ausgestattet. Doch auf Albumlänge können die Schweden irgendwie nie über die gesamte Spieldauer überzeugen. Ein völlig anderes Bild geben jedoch die Livekonzerte ab. Nonstop gute Laune und ein ständig mitsingendes, mitklatschendes und vor allem dauerhaft springendes Publikum ist hier Standard.

Im ersten Teil des Sets sticht vor allem die Elktropop/Synthienummer "Boom Boom Boom" heraus, welche irgendwo zwischen Trash und 90s Dance pendelt. Und dieser Graben ist bekanntlich nicht allzugroß. Nach einer halben Stunde verlässt die gesamte Band dann bereits das erste Mal die Bühne. Recht bald kehren die Heads der Band, Joakim Sveningsson und Daniel Johansson, wieder auf die Bühne zurück und begeistern mit einem Akkustikpart. Dieser geht nahtlos über in einen etwas rockigeren Teil, zu dem die Restband wieder auf der Bühne erscheint, sich aber dennoch mit den großen Hits vornehm zurückhält. Vergleicht man die Songs von Friska in der Studio- und in der Liveversion, so fällt ganz klar auf, dass live leider immer noch auf eine Instrumentierung durch Bläser verzichtet wird. Diese Arbeit bleibt dann am Keyboarder Emil Nilsson hängen.

Shut up and play the hits 

Schließlich folgt ein altbekanntes Spiel, die Band verlässt die Bühne und kommt unter dem Jubel der Zuschauer wieder zurück auf die selbige. Und scheinbar weiss jeder, was nun kommt, denn es wird Zeit das Hitfeuerwerk abzubrennen: "Old Man", "Oh Oh", "Wholwill Street" (die wohl großartigste Hymne über Hamburg die je geschrieben wurde) und "On and on" bilden einen unglaublichen ersten Zugabenblock, welcher auch den letzten Reihen die Schweiß auf die Stirn treibt. Und dann wieder, runter mit der Band, skandieren, und wieder rauf auf die Bühne. "If I Die now" läutet den zweiten Zugabenblock ein, welcher stimmungsmäßig dem ersten in nichts nachsteht. Letztendlich lässt sich die Band sogar noch ein weiteres Mal auf die Bühne bitten und präsentiert schließlich "Shotgun Sister" und verabredet sich mit allen, die Bock haben im Anschluss im ehemaligen Rauchersaal des Forums. Und es kann jeder kommen, der mit den Jungs noch etwas tanzen möchte – hey, morgen ist Off-Day.