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Konzertbericht

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Datum: 25.10.2013

Funeral For A Friend

Sich wieder wie 16 fühlen

Bielefeld (as)    2002 gingen fünf junge Musiker ins Studio um eine Demo aufzunehmen. Was daraus werden würde, war damals noch nicht absehbar. Heraus kam "Between Order & Model" und die bemerkenswerte Karriere von Funeral For A Friend nahm ihren Anfang. 2013 sind FFAF zurück in Deutschland und spielen eine gefühlte "Best Of"- Tour. Einer der Stops ist Bielefeld. Mit dabei Gnarwolves und The Tidal Sleep.

Sich wieder wie 16 fühlen - die guten Seiten. Bei Funeral for a Friend ist das möglich. Foto: Marcel Linke

Der Abend beginnt überraschenderweise sehr pünktlich. Bereits um 20:05 starten Gnarwolvesihr Set. Die drei Punker von der Insel starten so, wie jede Band starten sollte: mit Slayer's Raining Blood! Der Eisbrecher zieht und nach
Fotos zum Konzert
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Homepage von The Tidal Sleep
Homepage von den Gnarwolves
wenigen Sekunden geht die Band in "History Is Bunk" über, den Openingtrack der EP "CRU". Obwohl das Forum noch nicht gefüllt ist und sowohl Sound als auch Licht noch nicht optimal eingepegelt sind, macht es Spaß den Gnarwolves zuzuschauen. Authentischer Krachpunk mit Herz und Seele, rotzig und ehrlich. Songs wie "Coffee" oder "Oh, Brave New World" überzeugen und beim Schlusspunkt "Melody Has Big Plans" sind Sound und Licht so, wie sie sein sollen und auch das Publikum ist gewachsen. Ein super Start in den Abend.

Als zweite Band betreten The Tidal Sleep die Bühne, welche mit den fünf Musikern gut gefüllt ist. Vor der Bühne huscht ein halbes Dutzend Fotografen umher, solange bis Sänger Nicolas sie fortbittet : "Wir haben alle coolen moves schon gemacht". Danach ist die erste Reihe nicht besetzt. Wenig Leute hier kennen Tidal Sleep und was der Ostwestfale nicht kennt... Die Band spielt unbeeindruckt dessen ein beeindruckendes Set. Wummernder Bass, detailverliebtes Gitarrenspiel, dazu eine eindringliche Sängerleistung. Post Hardcore aus Deutschland muss nicht dröge und kopiert klingen. Die druckvollen Drums und das Bassspiel bieten eine fette Grundlage für die teils sphärischen Gitarren, die aber nie ihre groovige Härte verlieren - ein wunderschöner Schlag ins Gesicht. Das Set endet mit "Ghost Poetry", ein Knaller. Endlich wieder ein Konzert an dessen Ende man nicht will dass es aufhört.

Dann ist die Zeit gekommen für Funeral for a Friend. Das Forum ist nun gefüllt, aber nicht so sehr, wie man bei dieser Band erwartet hätte. An "Ausverkauft" kann heute niemand denken. Das Publikum ist gemischt. Die Kids stehen mit den Mittzwanzigern und den Ü-30 zusammen vor der Bühne und teilen sich den Pit. FFAF legen ohne viele Worte los: "This is the first song we ever wrote". "10:45 Amsterdam Conversations" braucht auch keine großen Ansagen. Nach wenigen Sekunden fühlt man sich wieder wie 16 und findet sich lautstark mitsingend vor der Bühne wieder. "Between Order & Model" hat damals den Anfang markiert und diese Songs kicken immernoch wie beim ersten Hören. Das wissen auch Waliser um Sänger Matthew Davies und präsentieren uns heute eine Setlist, die Fanherzen höher schlagen lässt: Die komplette EP wird abgeliefert "Juneau", "Red Is The New Black" und "Art Of American Football" ! Danach folgen Klassiker wie "Rookie Of The Year", "Bullet Theory" und "Roses For The Dead". Vom aktuellen Album "Conduit" werden nur die Single "Best Friends And Hospital Beds" sowie der Schlusstrack "High Castles" gespielt. Bei dem perfekten Zusammenspiel der Band ist jeder einzelne Song ein Treffer und das Forum quittiert dies mit Stagedives und Circle Pit. Dabei passiert etwas merkwürdiges. Während einer der Ansagen erklimmt ein Junge die Bühne und steht verwirrt dort oben. Matt erkundigt sich ebenfalls verwirrt "Are you allright man?" Der Junge nickt betrunken und bittet die Menge ihn doch zu fangen. Dann springt er und stürzt dabei beinahe. Sehr unüblich und in der Dekade, die FFAF nun auf Tour sind ein Novum! Das "crazy kid" hat den Texten der Band wohl nicht so gut zugehört, denn "timing is everything". "Escape Artists Never Die" setzt dann den Schlusspunkt eines tollen Konzertabends, an dem jede Band überzeugen konnte und das einzige Manko die fehlende Zugabe darstellt. Danke für die gute Zeit(Reise).