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Allgemein
Konzertbericht

Bands
East Cameron Folkcore
Max Paul Maria

Locations
Bunker Ulmenwall



Datum: 19.09.2013

Tourauftakt in Bielefeld

9/11

Bielefeld (mer)    Eine wütende Mischung aus Folk, Punk und Country gab es zum Tourauftakt von East Cameron Folkcore in Bielefeld auf die Ohren. East Cameron Wer? - East Cameron Folkcore. Eine Neuentdeckung des Labels mit den vier Buchstaben aus Hamburg. Und weil es sich hier um eine äußerst beachtenswerte Neuentdeckung handelt, schickt man die elfköpfige (!!!) Band aus Texas auf große Vorstellungsreise durch ganz Deutschland.

9 Musiker auf 15 Quadratmetern: East Cameron Folkcore im Bunker Ulmenwall - Foto: Mark Haake

Den Supportslot bestritt an diesem Abend der Folk-Singer/Songwriter Max Paul Maria. Leider begann er sein Set wohl deutlich früher als die terminierte Anfangszeit 20:30 Uhr vermuten ließ. Somit fanden sich dann nicht nur metaphorisch „gerade einmal eine Handvoll“ Zuhörer im Bunker ein. Diese schienen ihr frühes Erscheinen jedoch nicht zu bereuen und schlugen auch am Merch zu und erwarben „Miles&Gallons“.

Ab 20:50 Uhr spielten dann die Hauptprotagonisten, East Cameron Folkcore, auf. Das Fast-Orchester besteht

Fotos vom Konzert
Homepage von East Cameron Folkcore
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Bunker Ulmenwall

eigentlich aus elf Musikern bewaffnet mit Gitarren, Banjos, Posaunen, Cellos, Mandolinen, Bass, Schlagzeug und Mundharmonika. An diesem Abend fanden jedoch nur neun Musiker den Weg auf die eigentlich für Vier-Mann-Bands bereits zu kleine Bühne des Bielefelder Bunkers Ulmenwall. Die voll gestopfte Bühne, die Platzierung eben dieser im Zentrum der Location und die Ausrichtung der Musiker zueinander ließ schnell die Atmosphäre einer Bandprobe aufkommen.

All music is folk music 

Getreu dem Motto „All music is folk music“ schäppert die Band aus Texas durch ihr Songrepertoire, welches sich als ein stets eingängiger Mix aus Folk, Blues, Rock, Punk und Country präsentiert. Starke Songs im Koffer scheinen auch das größte Faustpfand zu sein, über welches die Band verfügt. Interaktion auf der Bühne, sei es mit dem Publikum oder auch innerhalb der Band, bleibt nahezu aus. Scheinbar äußerst konzentriert spielt sich die Band durch ihr Set. Kaum Ansagen, keine Animationsversuche, keine Sing-A-Longs. Auch keine Information darüber, wo denn die beiden weiteren Bandmitglieder verblieben sind. Erst ab der Mitte des Konzertes fangen die Texaner an, aufzutauen und verraten, dass sie gerade erst in Deutschland angekommen sind und ihnen der lange Flug auch noch in den Knochen steckt. Die Augenringe einiger Musiker ließen dies bereits vermuten.

Die Playtime addierte sich zum Ende auf eine gute Stunde und der Hauptfokus lag klar auf der aktuellen Platte „For Sale“. Thematisch handeln die Songs oft von sozialer Ungerechtigkeit oder politischen Missständen. Vorgetragen mit einer gesunden Aggressivität im Stile einer Hardcore-Combo, wirken die Songs noch glaubhafter und lassen die Bande in einem äußerst authentischen Licht erscheinen. Und eines scheint bereits jetzt sicher, sie werden ihren Platz im Musik- und Festivalzirkus irgendwo zwischen den Frank Turners und Young Rebels Sets finden. Die an diesem Abend begonnene ausgiebige Deutschlandtour verspricht einen guten Start für die europäische Übernahme.

Im Anschluss nahm sich die Band ausgiebig Zeit für die herbeigeeilten Zuhörer. Merch-Small-Talk, abverkaufen und signieren der LPs und CDs sind natürlich selbstverständlich bei diesen bodenständigen Amerikanern, welche an diesem Abend eine gute Visitenkarte abgegeben haben und wesentlich freundlicher waren als sie klingen. Denn wie oft kommt es vor, dass die halbe Band Spalier am Ausgang steht und sich bei den Besuchern für den Support bedankt.