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Allgemein
Konzertbericht
Rock im Pott

Bands
Biffy Clyro
Casper
Deftones
System Of A Down
Tenacious D.
Volbeat

Locations
Veltins Arena



Datum: 18.08.2013

Rock im Pott 2013

In der Arena auf Schalke in Gelsenkirchen...

Gelsenkirchen (kl)    Zum zweiten Mal fand das Eintagesfestival Rock im Pott in der Arena auf Schalke in Gelsenkirchen statt. Wiederum ein Anlass für uns dem Treiben einen Besuch abzustatten. Im Gegensatz zum letzten Jahr ist das Pompöse etwas zurück gefahren worden, was der ganzen Veranstaltung wirklich gut tat. Und amtlich gerockt wurde auch noch nebenher. Aber alles der Reihe nach.

Um 14:00 kamen Biffy Clyroauf die Bühne. Die drei Schotten wurden von einem zusätzlichen Gitarristen und einem Keyboarder unterstützt. Wie auf jedem Konzert spielten sie auch hier mit freiem Oberkörper und gaben kräftig Gas. Und ich als Schreiber war angenehm überrascht wie gut sie waren. Wer sich vorher noch nicht mit ihnen näher beschäftigt hatte, sollte es spätestens jetzt tun. Denn ihr angenehm andersartiger Britrock hebt sich sehr von der Masse der Franz Ferdinands und Arctic Monkeys ab ohne diese schlecht zu machen. Es ist halt etwas anderes von der Insel. Um 14:45 ging die Band ausgelaugt von der Bühne und ich bin sicher, dass sie nach diesem Auftritt neue Fans gefunden hat. Mich haben sie.

Nach den Schotten kamen die Deftones aus Sacramento auf die Bühne. Ihren typischen sphärisch dunklen Sound kann man von den meisten Bands unterscheiden. Und was sehr angenehm auffiel war die Tatsache, dass es live um Welten besser ist als auf CD. Chino Moreno gab mal den ruhig singenden, mal den schreienden und sprang über die Bühne, dass es eine Freude war zuzusehen. Und auch der Rest der Band tat ihr übriges. Abe Cunningham seines Zeichens Drummer und im Nebenberuf Berserker ließ die Sticks und Haare fliegen wie nichts Gutes. Allerdings gab es auch einen großen Kritikpunkt, denn sie haben NICHT „Back to school“ gespielt. Und das lasse ich trotz gutem Konzert nicht durchgehen.

Gegen halb 5 kam mit Casper der Exot im Line up auf die Bühne. Exot deshalb, weil er als einziger Hip Hop Act unter den ganzen Rockbands antrat. Und er machte seine Sache gewohnt gut. Nur leider war es ein etwas falsches Publikum. Es war ungefähr so, als ob man mit einem Messer zur Schießerei gehen würde. Songs, die sonst absolut ankommen, waren hier Ladenhüter. Er nahm es mit Humor und sorgte für das richtige Aufwärmtraining vor den Rockbands. Auch wenn er sich den Unmut der intoleranten und engstirnigen Zuschauern zuzog. Wie gesagt ein an sich gutes Konzert allerdings vor dem falschen Publikum.

Nun wenden wir uns aber wieder dem ROCK zu und speziell dem D. Dem Tenacious D um genau zu sein. Als Mönche kamen die beiden auf die Bühne, unterstützt von einer typischen Rockband Besetzung. Und wer die Show vom Rock am Ring irgendwo gesehen hat, kennt auch den Phönix (Rize oft he Fenix). Einfach eine super Show der beiden, die erst eine Ode an den Roadie ("Roadie") los ließen, dann gegen Aliens kämpften und schließlich dem Metal ein Hohelied darbrachten. Wohl auch deswegen, weil er mit einem Mal auf der Bühne stand. Und obendrein spielten sie noch den besten Song der Welt ("Tribute") und gaben als allerletztes noch Lebestipps für die Männer ("Fuck her gently"). Gefeiert beendeten sie ihr 75 minütiges Konzert.

Kann man dies noch toppen? Nun ja es wurde schwer für Volbeat. Die 4 Dänen ließen aber nichts anbrennen und gaben von der ersten Minute an Vollgas. Und sie hatten das Publikum von der ersten Minute an voll im Griff. Da gab es Crowdsurfer und jede Menge Springen im Innenraum. Ihr Elvis Metal gab auch allen Grund zum abfeiern. Druckvoll und melodisch zugleich war das, was sie boten eine astreine Rock and Roll Show. Sehr geil waren die Coverversionen von Johnny Cash, Rammstein, Slayer und Judas Priest. Und für jemanden, der Volbeat das erste Mal Live gesehen hatte, war es wirklich klasse.

Aber alles das war nur der Vorgeschmack auf den ,der jetzt noch folgte. System of a Down waren ein würdiger Abschluss der Veranstaltung und auch der Grund für den Großteil der Anwesenden zu erscheinen. Serj Tankian gab mal den lässigen Entertainer, mal den Beschwörenden Schamanen. Was durch die karge aber stimmungsvolle Lichtschow noch unterstützt wurde. Stimmtechnisch Fit und in bester Laune präsentierte er die Songs der Band. Daron Malakian war zwar nicht der bewegungsfreudigste Gitarrist den es gibt, aber was er an Sounds aus seinem Instrument rausholte war schon aller Ehren wert. Zumal man immer etwas Angst haben muss, dass bei so spieltechnisch komplexer Musik bei Live Auftritten einiges auf der Strecke bleiben wird. Aber hier war das absolut nicht der Fall. Generell ließ sich sagen, dass der Sound wirklich gut war. Und auch Shavo, seineszeichens Bassist der Band gab alles, um die Masse in Bewegung zu versetzten. Was allerdings nicht wirklich nötig war. Es gab einiges an Crowdsurfern, Moshpits und blutigen Nasen. Und Shavo heizte die Menge noch an. All dass, was die Vorderleute fabrizierten, unterstütze John Dolmayan mit seinem brillanten Schlagzeug Spiel. Er stelle das Epizentrum im Erdbeben des Sounds von System of a Down dar. 90 Minuten gab es gepflegt was auf die Ohren und wer nach dem Konzert des Quartetts noch nicht begeistert ist, dem ist nicht mehr zu helfen.