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Konzertbericht

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Sir Cedrik
Villa Tanja

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Datum: 18.06.2006

Rockwiese mit Villa Tanja und Sir Cedrik

Doppelt gerockt

Bad Oeynhausen (ml)    Die Bad Oeynhausener Innenstadtfete steht neben dem kulinarischen Angebot vor allem für die Musik. Und da wir ein Online-Musik-Magazin sind und keine Restaurantkritiker wollen wir uns natürlich auch eher mit der Musik beschäftigen, als mit der Artenvielfalt an Nahrung.
Neben vielen Coverbands, die ihr Handwerk wirklich super verstehen, gibt es da die Rockwiese. Hier gibt es selbst geschriebene Musik vor allen Dingen aus den Bereichen Hard Rock, Punk und Metal.


Und da wir mit unserem geringen Personal auch nicht den gesamten Abend an der Rockwiese aufmerksam sein können und schreiben, haben wir uns dazu entschieden über zwei Bands zu berichten, über die wir schon einmal
Homepage von Sir Cedrik
Homepage von Villa Tanja
Villa Tanja bei OpenBeats
einen Bericht hatten: Villa Tanja und Sir Cedrik.
Beide Bands haben definitiv gerockt und hatten auch volles Haus vor der Bühne. Anders als in der Druckerei war das Publikum jedoch leider recht zurück haltend, was sich allerdings damit erklärt, dass natürlich viele Leute da sind, die einfach nur Musik kostenlos hören wollen, während in der Druckerei zahlreiche Fans anwesend waren.
Villa Tanja, die gerade im Studio ihre EP aufgenommen haben (Verlosung auf music2web.de läuft noch) haben ihr Konzert mit dem Anfangslied der CD angefangen: "Rock 2000" . Schon damit konnte die Stimmung ganz gut aufgeheizt werden und zumindest die Bandmitglieder von Sir Cedrik haben mitsingen können. Weiter ging es mit dem Lied "Rothenburg", welches derzeit auch im Internet erhältlich ist.
Das Publikum, noch sehr verhalten, und mit dem, für die Innenstadtfete typischen, Sicherheitsabstand zur Bühne, wurde nach dem vierten Lied "Tia Carrere" nach vorne gebeten. Hier vermisste man das, in der Druckerei, gezeigte Foto von der Frau über die da getextet wurde. Tipp an Villa Tanja, ist zwar erst euer zweites Konzert, aber man kann damit bestimmt nen guten Running Gag einbauen, wenn man vor dem Lied immer das Bild an den Mikrofonständer klemmt. Jedoch sollte auch dieser kleine Fehler dem Spaß keinen Abbruch tun.
Während die Jungs auf der Bühne schon seit einigen Liedern ihr bestes gegeben haben, fing dann auch langsam das Publikum an richtig mitzugehen. Dies merkte man dann auch bei "Verflucht sei der Groove", bei welchem auch das Publikum mal eine super Performance ablegte und versucht hat mitzugehen.
Nachdem das Lied "Fresh" gespielt wurde, mit einem sichtlich aus der Puste gegangenen Sänger, der zu dem Zeitpunkt aber auch schon das Beste gegeben hat und auch über den Rest des Konzertes das Beste geben wird, wurde das Lied DNA gespielt, welches sich auch auf der EP befindet. Es wurden zahlreiche Lieder von der EP gespielt und es wurden auch viele andere Lieder gespielt, die sich nicht auf der CD befinden. Höhepunkt für zwei Besucher, unter anderem Malte von Sir Cedrik, war die Verlosung der CD, zu der man sich als erstes vorne am Mikrofonständer des Sängers einfinden musste, um diese zu kriegen. Und so fand dann auch nach Liedern, wie "Bielefeld" oder "Fahr mich heim" das Konzert mit dem Lied "Abschied" sein offizielles Ende. Da jedoch wenige Leute nach dem offiziellen Ende noch danach verlangt haben, dass die Band nochmal auf die Bühne kommt, haben dies der Bassist und der E-Gitarrist, die die einzigen waren, die die Bühne verlassen haben, auch prompt getan und haben noch eine außerplanmäßige Zugabe hinten dran gehängt: "Komplizier". Alles in allem lässt sich sagen, dass Villa Tanja seit der Druckerei noch mehr Routine in ihre Performance gebracht haben, und das obwohl es erst das zweite Konzert von ihnen ist. Fehler gab es in der rund 60minütigen Show praktisch gar keine. Der Sound und die gekonnt gesetzten Breaks haben die Show abgerundet.
Weiter geht es mit den alten Hasen von Sir Cedrik. Da die Queen (Mom) sich wohl Ende des Jahres auflösen wird, mutieren somit Sir Cedrik zu den Lokalhelden, die die alljährliche Aufgabe haben, die Rockwiese zum Hexenkessel zu machen. (O-Ton Mandel: "Die Queen geht, der Sir kommt."). Was man vorab dazu sagen kann ist, dass Sir Cedrik dieser doch sehr ehrwürdigen Aufgabe voll gerecht werden. So wurde das Publikum, welches sich vor der Bühne eingefunden hat auch fast 90 Minuten lang von Kopf bis Fuß gerockt. Und auch ein neues Lied gab es, dazu später mehr.
Angefangen mit "A card-sharper always wins" konnte man Sir Cedrik mit ihren doch recht neuen, aber schon in der Druckerei eingesetzten, Maracas sehen. Was jedoch viel mehr auffiel, war diese völlig, klassisch-dilletantische Triangel, die am Samstag auf der ISF das erste mal eingesetzt wurde. Und das wohl typischste an der Triangel war, dass niemand anderes als Tieke sieh völlig blöde drein schauend, wie seine Art nunmal ist, gespielt hat. Das Tieke immer ein wenig blöde schaut ist allerdings nicht weiter schlimm, weil doch jeder weiß das dafür sein Gitarrenspiel äußerst vorzüglich ist, was er zu diesem Konzert auch sehr oft unter Beweis gestellt hat. Einer der ersten Höhepunkte war das Lied "Nail", welches die Band als fünftes in der Setlist hatte. Das Lied, was schon öfters gespielt wurde, ist im 3/4-Takt und es haben sich doch nach der Aufforderung von Mandel, das Publikum solle die Standardtänze auspacken, doch tatsächlich einige Leute im Walzer dazu bewegt. "Nail", dem Protagonisten dieses Liedes, sollte später noch eine ganze Geschichte gewidmet werden. Danach ging stürzte man sich auch gleich in den nächsten Höhepunkt "Autocat". Das allseits bekannte Lied über Maltes Katze. Genau dieses Tier, welches frisst und schläft und mehr Applaus kriegt als Sir Cedrik. Bisher ist auch das Publikum in Höchstform gekommen und es wurden so einige Grashalme und auch Menschen vor der Bühne umgepogt. Dies liegt jedoch auch daran, dass nicht nur der Fanclub von Sir Cedrik anwesend war, sondern auch all die Leute, die sich Sir Cedrik schon öfters angehört haben, aber noch nicht zu den ganz eingefleischten Fans gehören.
Der Fanclub, der leider komplett auf Klassenfahrt nach London ging, wurde dann auch mit dem Lied "Hunger", welches von Rudi gesungen wurde, verabschiedet.
Als offiziel letztes Lied wurde dann ein komplett neues Lied gespielt "Chronicles of Nail". Klingt lang, ist es auch. In ca. 25 Minuten wird hier die Geschichte von Nail herunter gespult in einem Abwechslungsreichen, durch zahlreiche Höhepunkte und Übergänge geprägtem epischen Lied. Manchmal ruhig, manchmal sagenhaft schnell und überhaupt nicht langweilig.
Und obwohl von den Technikern der Innenstadtfete schon wieder die CD eingespielt wurde, haben sich die Sirs dennoch erbarmt in der gemafreien Zone das Lied "Erwin" von Soilent Grün zu spielen, welches obligatorisch immer das letzte Lied auf einem Sir Cedrik-Konzert ist.
In dem Sinne war es ein geiler musikalischer Abend auf der Innenstadtfete. Es gab also definitiv was auf die Ohren.