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Konzertbericht

Bands
The Gaslight Anthem
The Plea

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 06.07.2013

The Gaslight Anthem in Bielefeld

Die Konsensrocker

Bielefeld (mer)    Es gibt diese Bands auf die sich jeder einigen kann. Egal ob Indie, Emo, Punker oder Popper. Es besteht ein weitestgehender Konsens über die Notwendigkeit, das Schaffen und die künstlerische Anerkennung solcher Bands. Diese Bands zeichnen sich schon durch einen verdammt coolen Bandnamen aus, wie z.B. Foo Fighters, Beatsteaks oder eben The Gaslight Anthem. Letztgenannte scheinen des pausenlosen Tourens wohl niemals müde und absolvieren zwischen ihren Festivalgigs im Sommer 2013 noch einige exklusive Clubshows. Eine davon im Bielefelder Ringlokschuppen.

Handarbeit made in New Jersey: The Gaslight Anthem im Ringlokschuppen Foto: Mark Haake

The Gaslight Anthem beglücken ihre Fans in jüngster Zeit stets mit großartigen Künstlern auf den Supportslots ihrer Tour. Konnte man im Frühjahr noch Japandroids oder Appoligies, I have noneals Einheizer bewundern, so steht an
Fotos vom Konzert
Hompage von The Gaslight Anthem
Homepage von The Plea
diesem Abend mit The Plea eine ebenfalls sehr beachtenswerte Band auf der ostwestfälischen Bühne des Bielefelder Ringlokschuppens. Auch, wenn sich die Band hier und da wie eine U2 Coverband auf dem Bielefelder Leinewebermarkt anhört, schaffen sie es dennoch in ihrer halbstündigen Spielzeit zu überzeugen. Sing-a-longs und Handclaps inklusive. Und bei der heutigen Witterung muss es die Band dann auch erst einmal schaffen, gegen den Biergarten des Ringlokschuppens anzuspielen. Viele Besucher entschließen sich nämlich doch eher zum verlängerten Sonnenbad vor dem RLS.

Eine Konkurrenz, die The Gaslight Anthem an diesem Abend nur bedingt fürchten müssen. Mit dem Einsetzen von Handwritten ist der Biergarten zwar geleert, die Konzerthalle jedoch nur halb gefüllt. Vielleicht hat man mit dem Vainstream Festival und dem Reload doch einges an Konkurrenz zu verarbeiten innerhalb der Zielgruppe der Gaslight Anthem Konzertbesucher.

Um die herbeigeeilten Musikfans ist es jedoch bereits mit dem ersten Riff aus Handwritten geschehen. Brian Fallon und Co. Haben die Halle geentert und das Publikum für sich vereinnahmt. Schließlich wird auch beim heutigen Gig der amerikanischen Konsensrocker wieder mal deutlich, dass die Band ein Songwritingerfolgsrezept in der Tasche hat, welches sich inzwischen über vier Longplayer erstreckt. Und auch die Band besitzt wohl kein sonderlich großes Interesse daran, ihre erfolgversprechende Formel in naher Zukunft wesentlich zu verändern. Ansonsten könnten die Disse in Richtung von Bands wie The Killers oder Green Day schnell zum Bummerang werden. An diesem Abend jedoch werden sie gefeiert. Ebenso wie ein kleines Intermezzo von Vanilla Ices „Ice Ice baby“, bei welchem sich das Bielefelder Publikum erstaunlich textsicher zeigt.

Erstaunlich textsichere Ostwestfalen

Textsicher – eine passende Zwischenüberschrift für die erste Hälfte des Gaslight Anthem Sets, welches sich als erstaunlich homogenes Hitfeuerwerk entpuppte und mit Handwritten, The 59 Sound und American Slang direkt drei Singles hintereinander abfeuerte. Es folgte der wohl momentane Fan-Liebling Biloxi Parish, welcher vom Publikum sehr gut mitgeschmettert wurde. Es folgte Hit an Hit, garniert mit dem Ramoenes Cover Gonzo goes to Bitburg.

Das Publikum hatte sichtlich seinen Spaß und im Vergleich zu früheren Stipvisiten bei The Gaslight Anthem gab es dieses Mal gar Pogo und Crowdsurfing. Das einzige Manko an diesem Abend bestand sicherlich darin, dass die Band ihr hohes Niveau nicht bis zum Schluß durchhalten konnte. Handwerklich gab es sicherlich nichts zu meckern, aber die Tatsache, dass man alle Hits bereits in der ersten Hälfte des Konzertes verbraten hatte, machte sich vor allem im vergleichsweise schwächeren Zugabenteil bemerkbar. Schön war, dass man mal wieder We came to Dance vom Debüt zu hören bekam, weniger schön die Tatsache das nach Frage ans Publikum, was man denn noch spielen solle, der deutlich vernehmbare Wunsch Angry Johnny and the Radio nicht gespielt wurde. Dann kann man sich solch eine gezwungene Interaktion gleich sparen. Nach knapp 90 Minuten, inklusive Zugabenteil, steuerte die Show auf ihr Ende zu und hinterließ überwiegend glückliche und verschwitzte Gesichter. In der zweiten Hälfte ihres heutigen Sets spielten TGA natürlich ihren "Jetzt-schon-Evergreen" Great Expectations. Die haben sich auf jeden Fall erfüllt und die Erwartungen an zukünftige Gaslight Shows dürften bei sämtlichen Besuchern gewachsen sein.

See you next time!