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Datum: 10.04.2013

Déjà-vu

Blackmail im Forum Bielefeld

Bielefeld (bf)    Exakt 14 Monate auf den Tag genau ist es her, dass Blackmail gemeinsam mit Zen Zebra das letzte Mal im Bielefelder Forum gespielt haben. Am 10.04.2013 treffen die Bands wieder aufeinander und hauen dem Publikum ihre Musik um die Ohren. Keine Frage, dass ich dabei bin, hat mich doch grade das aktuelle Album "II" sehr überzeugt.

Blackmail spielen im Bielefelder Forum

Um 21.15 Uhr vermelden Zen Zebra mit einem lauten Knall den Beginn ihres Konzertes. Das Forum ist zu diesem
Fotots zum Konzert
Homepage von Blackmail
Homepage von Zen Zebra
Zeitpunkt leider nur mäßig gefüllt. Ein unglaublicher Fehler, denn was die Band in den kommenden 40 Minuten zeigt ist absolut erstklassig! Wer sich für die musikalischen Einflüsse interessiert, dem sei der Bericht vom letzten Konzert ans Herz gelegt.


Kurt Ebelhäuser hat Zen Zebra unter seine Fittiche genommen

Der Gesang pendelt zwischen sauber gesungenen Teilen und geschrienen Parts. Der Fünfer aus Leipzig zeigt sich in Punkto Bühnenshow souverän. Doch während auf den Brettern die die Welt bedeuten Vollgas gegeben wird, brauchen die Ostwestfalen noch ein wenig Zeit zum warmwerden. Außerdem leidet das Konzert unter schlechtem Sound. Schlagzeug und Bass sind viel zu laut, so dass Gitarre und Gesang drunter leiden müssen. Sehr schade, dass dieses Manko im Laufe des Sets nicht ausgebessert wird.
Nichtsdestotrotz überzeugen die Männer auf der Bühne mit ihren Liedern. Ich kann jedem nur ihr Debütalbum (produziert von Kurt Ebelhäuser, spätestens jetzt sollte jedem klar sein, warum Blackmail die Band wieder mit auf Tour nimmt) "Awaystation" (VÖ August 2012) empfehlen.


Blackmail und der Unbekannte

Um 22.20 Uhr ist es soweit und die Hauptband des heutigen Abends betritt die Bühne. Los geht es mit "Impact", das zum Teil aus der Konserve kommt. Der weibliche Gesang in dem Lied fehlt eben auf der Bühne. Dann bricht das Soundgewitter über die Besucher herein. Herzlich Willkommen, so klingen Blackmail im Jahr 2013. Brachial, ungestüm, überwältigend und laut trifft es wohl am besten. Es folgt "Evon", ein Lied aus der Zeit vor dem neuen Sänger und damit einhergehend aus der Zeit, als es nur eine Gitarre in der Band gab. Da die Gitarren aber jetzt auf zwei erhöht wurden, klingen die alten Lieder noch einmal satter als auf Platte. Wer sich nach diesen zwei Liedern fragt, wer denn eigentlich der Unbekannte Mann hinter dem Schlagzeug ist, dem wird jetzt geholfen. Mario, der eigentliche Drummer ist verhindert und so hilft Tim, ein Freund der Band, für die gesamte Tour aus.

Die Band spielt sich technisch versiert durch einen Querschnitt ihrer Alben. Leider will der Funke aber bei einem Teil der Besucher so gar nicht rüber springen. Daher fordert Kurt Ebelhäuser das Publikum auf näher zu kommen und bei Bedarf kann sogar getanzt werden. Das folgende "Kiss the sun" lädt in jedem Falle dazu ein. Doch als nach kurzen 50 Minuten von Sänger Mathias Reetz die Ansage kommt „Wir können nicht mehr, jetzt kommt unser letztes Lied“ fragt man sich schon, ob das wirklich ernst gemeint ist. Eine berechtigte Frage, in seiner Stimme glaube ich Ironie rauszuhören. Als nach "It’s always a fuse to live at full blast" tatsächlich die gesamte Band die Bühne verlässt steigt Enttäuschung in mir auf. Klar, es wird noch eine Zugabe geben und natürlich haben sie mit dem letzten Lied mein persönliches Highlight bereits gespielt, aber trotzdem ist das Konzert viel zu schnell zu Ende.

Die Zugabe wird von dem stoischen "Day of doom" eröffnet. Live entfaltet sich das Lied zu einer wahren Perle, keine Frage. Doch nach "Palms" und "Friend" ist auch die Zugabe beendet. Die Band verabschiedet sich mit einem geschätzt 15 Minütigen instrumental Gefrickel von der Bühne. Knapp 1 ½ Stunden Blackmail sind es auf diesem Wege doch noch geworden. Aber ist es wirklich notwendig nach weniger als einer Stunde Spielzeit bereits die Zugabe einzuläuten? Ein etwas fader Beigeschmack…