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Konzertbericht

Bands
Bad Nenndorf Boys
The Talks

Locations
Kleine Freiheit



Datum: 18.01.2013

Swing-Ska-La-Bim in der kleinen Freiheit

Bad Nenndorf Boys und The Talks in Osnabrück

Osnabrück (bf)    Es verspricht ein guter Start ins Wochenende zu werden. Die kleine Freiheit in Osnabrück lädt zum Tanzen bei knackigen Ska-Rhythmen ein. The Talks aus England und die quasi benachbarten Bad Nenndorf Boys sichern sich ihren Platz auf der Bühne. Doch noch bevor das Konzert losgeht, stellt sich die alles entscheidende Frage: Wo ist eigentlich der Bus?

Die Bad Nenndorf Boys machten den Auftakt für The Talks in der Kleinen Freiheit Osnabrück. Foto: Kristof Linke

Gemeint ist an dieser Stelle zum Glück nicht der Tourbus der Band, sondern der Bus, der bisher immer der Eingang in die kleine Freiheit war. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, wie sibirischer Kälte, ein verspäteter Einlass und der
Fotos zum Konzert
Homepage der Bad Nenndorf Boys
Homepage von The Talks
Frage WO jetzt eigentlich der Eingang ist, landen wir schließlich an der Kasse. Hier wird erzählt, dass der Bus leider vom Pächter nicht mehr geduldet wurde. Schade! Damit geht ein großes Stück Charme der Freiheit verloren. Doch das soll das Konzert natürlich nicht verderben.

Um 20.45 Uhr, mit grandiosen 45 Minuten Verspätung, schaffen es die sechs Bürger aus Bad Nenndorf auf die Bühne. Sie dürfen ihre Show heute vor einem erlesenen Publikum spielen. Den Startschuss gibt "Aufstehn - Tanzen (Bratzen Zum Herrentanz Remix)" vom Tonband, währenddessen erklimmt die Band die Bühne und gibt Vollgas. Das aktuelle Album "Aufstehen – Tanzen" ist das Motto des heutigen Abends. Musik, die sofort in die Beine geht und Texte, die sich in den Ohren festsetzt. Auf der Bühne geht es sofort hoch her, es wird getanzt und gesprungen, das Publikum muss an dieser Stelle noch ein wenig warm werden. Doch eines ist schon jetzt klar: Viele der hier Anwesenden sind wegen den Bad Nenndorf Boys da.


Und plötzlich sind sie zu Siebt

Für die Männer aus dem niedersächsischen Bad Nenndorf ist es das erste Konzert des Jahres. Voller Spielfreude und sichtlichem Spaß führen sie die Besucher durch ihre Diskografie der letzten Jahre. Vom ersten Album werden beispielsweise "Nun geht’s los", "Katzengrau", "Kein Liebeslied" und "Rhythmus" gespielt. Ein Fan fordert immer wieder "Keine Helden", doch das Lied bleibt heute Abend ungespielt. Das macht aber weiter nichts, denn die Setlist ist wirklich sehr gut durchgemischt.
Das merkt man auch dem Publikum an, allen voran ein eingefleischter Fan, tanzt sich durch den Abend. Das entgeht der Band nicht und prompt wird er dazu eingeladen, beim nächsten Lied auf der Bühne weiter zu feiern. Mit sieben Leuten wird es dort mitunter ziemlich eng, so dass der junge Mann sich doch wieder unten im Publikum einfindet. Ein guter Tänzer braucht eben seinen Platz.


Zeitreise in das Jahr 1982

Getreu dem Liedtitel "Weder Komponist noch Dichter" der Monsters of Liedermaching wird der Anfang von "Wüstenlicht" als Gedicht vorgetragen. Das ist für einige Lacher gut und danach geht’s mit dem Lied inklusive musikalischer Untermalung weiter.
Jedes gute Konzert hat mal ein Ende und somit wird Hubert Kahs "Sternenhimmel" (von 1982) gecovert. Das Publikum feiert es nochmal richtig ab. Und warmgetanzt wie die Besucher jetzt sind fordern sie eine Zugabe ein. Das Publikum bekommt was es will, es folgt mit "Wach auf" nochmal ein flottes Stück, ehe mit "Kurze Begegnungen" dann wirklich das Ende eingeleitet wird.
Nach 70 Minuten feinster Musik und jeder Menge Spaß, geht die Band, sichtlich zufrieden, von der Bühne.

Erster Deutschlandauftritt für The Talks

Um 22.10 Uhr finden sich die vier Engländer von The Talks auf der Bühne ein. Es ist ihr erstes Konzert in Deutschland und sie erklären selber schon nach kurzer Zeit, dass es ihnen im Vorfeld Furcht eingeflößt hat, nach einer Band, wie den Bad Nenndorf Boys noch auf die Bühne zu gehen. Ihr Mix aus Ska, Reggae und Rap (ja, richtig gelesen!), kommt beim Publikum sehr gut an. Der Sänger sucht immer wieder die Nähe des Auditoriums, indem er vorne am äußersten Rand der Bühne bzw. sogar im Innenraum zu finden ist. Die aktuelle Single "Can stand the rain" wird direkt als zweites Lied gespielt und auch ein Cover von "Out of space" im groovenden Stil gibt es zu hören.

Die Band verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit, als wir ihr an diesem Abend gegeben haben. Denn das Music2Web-Team hat sich verfrüht auf den Heimweg begeben, während in der kleinen Freiheit noch ordentlich getanzt wurde.