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Allgemein
Konzertbericht
Zelt-Musik-Festival

Bands
Jupiter Jones
Young Rebel Set

Locations
Am Mundenhof-Tiergehege



Datum: 07.07.2012

Young Rebel Set & Jupiter Jones beim ZMF

Alles andere als still

Freiburg (me)    Drei Wochen lang präsentiert das Zelt-Musik-Festival in Freiburg jeden Tag ein anderes Highlight. Am Wochenende rockten Young Rebel Set und Jupiter Jones das Festival – zwei super Bands, bei denen man sich fragte, wer hier eigentlich die Vorband ist.

"Es gibt Vorbands und andere Bands. Young Rebel Set sind definitiv die andere Band." Foto: Mailin Erlinger

Studenten, Hardcore-Fans der ersten Stunde, die mit „Eifel! Eifel!“-Rufen auf sich aufmerksam machten, Radiohörer, die Jupiter Jones’ „Still“ in den letzten Monaten rauf und runter hörten: Das Publikum beim Young Rebel Set und
Fotos zum Konzert
Homepage von Jupiter Jones
Homepage von Young Rebel Set
Jupiter Jones Konzert konnte am vergangenen Samstag unterschiedlicher nicht sein. Und so wollte auch nicht so recht eine richtige Konzert-Atmosphäre entstehen. Zwar wippte das ganze Zelt vorsichtig im Rhythmus mit, doch das Tanzbein wurde nur vereinzelt geschwungen und hier und da mal ein bisschen gehüpft. Die Briten von Young Rebel Set ließen sich, als sie um kurz nach 20 Uhr die Bühne betraten, aber nicht davon ablenken – und zogen das Publikum mit ihren Songs in kürzester Zeit in ihren Bann.

„Es gibt Vorbands und andere Bands. Young Rebel Set ist die andere Band“

Die sechsköpfige Band um Sänger Matt Chipchase, der sich an diesem Abend die ganze Zeit hinter einer dunklen Sonnenbrille versteckte, startete ihr Set mit dem eingängigen „Lion’s Mouth“, „Walk On“ und „Lash Of The Whip“. Und auch „Borders“, „Fall Hard“, „Won’t Get Up Again“, „Red Bricks“ und “If I Was” von ihrem neusten Album „Curse Our Love“ (2011) fehlten nicht. Mit ihren folkigen Songs und schwermütigen Balladen, in denen sie die Liebe, Verzweiflung und das Leben im Norden Englands besingen, trafen sie genau den Geschmack der Zuschauer - und erhöhten die Vorfreude auf ihr neues Album. Nur eines verstand niemand so richtig: Matt Chipchase' Ansagen, mit denen er zwischendurch immer mal wieder versuchte die Menge anzuheizen. Er nuschelte sie allesamt in seinen Bart. „You look good today“, „Prost Freiburg“ und eine Einladung nach der Show noch ein Bier mit der Band zu trinken, sind wohl das einzige, was einigermaßen verständlich im Publikum ankam. Mit „Measure Of A Man“ verabschiedete sich Young Rebel Set nach einer Stunde von der Bühne, kam auch trotz zahlreicher Zugabe-Rufe leider nicht mehr zurück. Und obwohl sie das Konzert eröffnet haben, waren sie an diesem Abend nicht die Vorband. Jupiter Jones-Sänger Nicholas Müller erklärte dazu später: „Es gibt Vorbands und andere Bands. Young Rebel Set sind definitiv die andere Band.“ Richtig so, denn eine klasse Band wie diese gehört ganz und gar nicht zur Vorband degradiert.

Jupiter Jones brachten das Publikum zum Lachen und Stirn kräuseln

Danach stürmten Jupiter Jones die Bühne des Zirkuszelts. „Habt Ihr heute Abend Lust richtig gute Musik zu hören? Das hoffe ich für Euch“, brüllte Nicholas Müller zur Begrüßung in sein Mikro und stieg gleich in den ersten Song „Hey! Menetekel“ ein. Es folgten „Land in Sicht“, „Wir sind ja schließlich nicht Metallica“, „Komm bloß nicht nach Bad Bentheim“, „Das Jahr in dem ich schlief“ und „Fulda, Horasplatz“. Danach kamen endlich, die von einem Großteil der Zuschauer erwarteten Songs „Nordpol/Südpol“ und „Still“. Zwei der wenigen eher ruhigen Songs, mit denen Jupiter Jones bisher jedoch ihre größten (Radio-)Erfolge verbuchen konnten. Zwischendurch brachte die Band das Publikum mit ihren Ansagen zum Lachen - und Stirn kräuseln. Sänger Nicholas preiste seinen Schlagzeuger an: „Der ist noch zu haben“, berichtet von seinem Fieber, das er gerne knutschenderweise an seine weiblichen Fans abgeben würde und sorgte mit seinem Kommentar über sein In-Ear-Monitor-System, das er mit seinem Ohrenschmalz lahmgelegt hatte, bei manchen für einen kleinen Aufreger: „Wenn das verstopft ist, klingt alles so seltsam. Das nennen wir den Hitler-Modus.“ Danach ging’s dann schnell weiter mit den nächsten Song, die Überleitung war eh versaut: „Alter Mann wo willst du hin“, „Kopf hoch und Arsch in den Sattel“ und „Stück vom Weg“. Den etwas älteren Song „Auf das Leben“ widmeten sie an diesem Abend ihrer Crew, als Dankeschön, dass sie sie schon zehn Jahre lang treu begleiten, und mit „Berlin“, einer Hymne auf die Provinz, verabschiedeten sie sich schließlich von der Bühne. Als Zugabe gab’s zum Schluss noch „ImmerfürImmer“ und „Sonne? Scheint!“ obendrauf. Danach machten sich die Fans glücklich und von guter Musik eingelullt auf den Weg zum Merchstand. Dort warteten schließlich schon Young Rebel Set mit Bier.