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Allgemein
Konzertbericht
Rock im Park

Bands
Beginner
Caligola
Cancer Bats
Chase & Status
Cro
Deichkind
Donots
Example
Jahcoustix
Mia.

Locations
Volkspark Dutzendteich



Datum: 02.06.2012

Der Samstag bei Rock im Park 2012

Musikalische Vielfalt in Nürnberg

Nürnberg (bf)    Der erste Tag von Rock im Park liegt hinter uns und hat bereits für viele Highlights und Gänsehautmomente gesorgt. Frisch gestärkt ging es am Samstag weiter, es gab von Rock über Elektro und Hip Hop alles auf die Ohren.

Die Absoluten Beginner nennen sich zwar nur noch Beginner, sind aber trotzdem wieder da und geben eines ihrer ersten Konzerte bei Rock im Park. Foto: Britta Flachmeier

Jahcoustix (Fotos) eröffneten am Samstag die Alterna-Stage. Mit ihren chilligen Reggae-Beats konnte sich das verschlafene Publikum langsam in den neuen Tag eingrooven.

Lauter ging es dagegen auf der Centerstage zu. Da wo die Donots (Fotos) auftreten, steht keiner mehr still. Die Ibbenbürener verstehen es eben das Publikum von der ersten Sekunde an für sich einzunehmen und zum mitrocken zu animieren. So bildete sich schon von den ersten Songs an ein riesiger Moshpit vor der Mainstage. Zu hören gab es viel vom neusten Werk "Wake the dogs", aber auch ältere Songs wie "Dead Man Walking", "Stop the clocks", "Whatever happened to the 80ies" und den Cover-Klassiker "We’re not gonna take it".

Zurück auf der Alternastage sah man, für die frühe Uhrzeit, schier unglaubliche Menschenmassen. Kunststück, denn durch seinen kometenhaften Aufstieg ist wohl kaum jemand an Rapper Cro (Fotos) vorbeigekommen. Musik aus der Konserve gibt es bisher nur mit seiner „Easy“ Single, auf der noch drei weitere Lieder veröffentlicht wurden. Das erste Album ist für Juli geplant. Das Repertoire ist also groß genug, um seinen 40 minütigen Slot zu füllen. Cro tritt immer mit einer Pandamaske auf, so kann er nicht erkannt werden. Auch für diesen Auftritt hatte er seine Maske dabei. Vor einem enorm großen Publikum rappte er Hits wie "Hi Kids" und grade in den vorderen Reihen versammelten sich die jungendlichen Mädchen, die textsicher seine Tracks begleiteten.

Der Londoner Rapper Example (Fotos) versteht es geschickt elektronische Einflüsse und Rap in seiner Musik unterzubringen. Mit diesem Musikmix und seiner schweißtreibenden Bühnenshow reißt er sein Publikum mit. Live haben seine Lieder viel mehr wumms als auf Platte. Und so fanden sich schon zu einer frühen Uhrzeit viele Fans vor der Bühne ein, um die Lieder abzufeiern. Es wurde getanzt, gesungen und gesprungen. Example dankte es mit Liedern wie "Changed the way you kissed me" und "Kickstarts".

Dagegen ging es auf der Clubstage härter, lauter und schneller daher. Hier war Hardcore-Punk von den Cancer Bats (Fotos) angesagt. "Pneumonia Hawk", "Sorceress", "Roadsick" und "Bricks & Mortar" waren nur einige der vielen Songs, die das Publikum zu jeder Menge Headbanging anregten.

Mit Chase & Status (Fotos) wurden nochmal die Electro Liebhaber bedient. Mit ihrem Mix aus Dubstep und Drum’n’Bass heizten sie dem Nürnberger Publikum ordentlich ein. Noch besser wäre die Rechnung sicher in der Dunkelheit der Clubstage aufgegangen. Doch das Duo (und damit ihre Fangemeinde) ist inzwischen zu groß für die Clubstage geworden. Also wich man auf die Alternastage aus und präsentierte Tracks wie "No problem", "Blind Faith" oder das Rage Against the Machine Cover "Killing In The Name".

Die folgenden Caligola (Fotos) fuhren auf der Alterna Stage dick auf: Zwei riesengroße weiße Pferde schmückten als Deko die Bühne, zwei Tänzerinnen sorgten für Stimmung und die Band trug einheitlich schwarze Kutten. Mit ihrem Hit „Forgive Forget“ trafen sie auch beim Publikum voll ins Schwarze. Die Mando Diao Frontmänner Björn Dixgard und Gustav Norén verstehen es eben auch bei ihrem Nebenprojekt die Massen anzuheizen.

„Wie können wir uns gegenseitig verrückt machen“: Mietze von Mia (Fotos) begeisterte die Rock im Park-Zuschauer nicht nur mit ihren eingängigen Ohrwürmern. Die Sängerin wechselte drei Mal ihr Bühnenoutfit, turnte an einem Reifen an der Bühnendecke und spritzte wie wild mit Wasserpistolen auf das Publikum ein. "Tanz der Moleküle" und "Fallschirm" fehlten dabei genauso wenig auf der Setlist, wie die älteren Songs "Machtspiele" und "Alles neu".

Zum Glück konnte man an diesem Abend von der Stille, die die Beginner (Fotos) in den letzten Jahren umgeben hat, nichts mehr bemerken. In Topform präsentierte sich die Band und spielte sich durch ihre Hitlist. Auch wenn das letzte Album bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hat und die neue Langrille noch nicht in den Plattenläden steht, haben die Festivalbesucher das Konzert herbeigesehnt. Nach sieben Jahren Bühnenabstinenz gaben die Beginner im September letzten Jahres ein erstes Lebenszeichen auf der Bühne. Eine lange Zeit für ihre Fans. Doch bei diesem Konzert kann jeder nachholen was er die letzten Jahre versäumt hat. Genres werden bei einem Festival wie Rock im Park gesprengt. Und war der Platz vor der Alternastage prall gefüllt mit Rockfans, die auch mal über den eigenen Tellerrand blicken. Textsicher wurden Hits wie "Fäule", Füchse" und "Liebeslied" von den Fans mitgesungen.

Danach stürmten die Parkrocker massenweise Deichkind (Fotos). Das vorletzte Konzert des Abends verwandelte das Publikum in eine einzige feierwütige Masse. "Tetrahedon", "99 Bierkanister", "Bück dich hoch": Die Band verausgabte sich von der ersten Sekunde an mit ihrer verrückten Show. Sie surften in einem riesigen Bierfass durch die Menge, federten das Publikum bei "Remmidemmi" und tanzten synchron auf Bürostühlen. Ein gelungener Abschluss für den zweiten Festivaltag.