Home

Taglist:

Allgemein
Konzertbericht

Bands
Gisbert zu Knyphausen
Staring Girl

Locations
Forum



Datum: 13.03.2012

Gisbert zu Knyphausen in Bielefeld:

Musik für alle Menschen

Bielefeld (bf)    Am 11.03.12 ist es soweit. Gisbert zu Knyphausen hat seine Band zusammengetrommelt, um ein wenig durch die Lande zu touren. Der Startschuss fällt im Bielefelder Forum. Mit dabei ist Steffen, Sänger der Band Staring Girl.

Der Mann mit den melancholischen Texten: Gisbert zu Knyphausen. Foto: Britta Flachmeier

Um 21 Uhr geht Steffenauf die Bühne. Heute Abend präsentiert er Lieder wie "Türgriff abgebrochen" und "Auf dem Weg zu mir nach Haus" solo. Das heißt nur mit seiner Akustikgitarre und einer Mundharmonika. Das Publikum lauscht
Fotos zum Konzert
Homepage von Gisbert zu Knyphausen
den Texten und klatscht am Ende eines Liedes brav. Steffen ist sichtlich erfreut, dass die Musik auf so viele Sympathien stößt und erklärt: "Es ist sehr schön hier. Ich habe noch nie vor so vielen Leuten gespielt.". Kunststück, es ist das erste Konzert, bei dem er Gisbert zu Knyphausen begleitet. Nervosität ist ihm trotzdem nicht anzumerken, so spielt er sich souverän durch das 30 minütige Set.

Die Instrumente für den Auftritt von Gisbert zu Knyphausen und Band stehen bereits auf der Bühne. Ein Soundcheck ist schnell gemacht. So kommt eine kurze Umbaupause zustande und bereits um 21.45 Uhr ertönen die ersten Klänge von "Herzlichen Glückwunsch". Ein eher ruhiger Einstieg, vor allem wenn man bedenkt, dass Gisbert zu Knyphausen heute mit Band spielt. "Mit Band" bedeutet, dass sich vier weitere Männer auf der Bühne eingefunden haben, um zwei E-Gitarren, eine Akustikgitarre, einen Bass und ein Schlagzeug zu bedienen. Wahlweise wird eine E-Gitarre durch ein Keyboard ausgetauscht.
Das man mit diesen Instrumenten auch lautere Klänge spielen kann, beweist man im folgenden "Gute Nachrichten". Das Lied endet in einem lauten Finale, der Schlagzeuger drischt auf seine Drums ein und baut damit ordentlich Druck auf.

Es wird Zeit für ein paar Worte an das Publikum: "Geht es euch gut? Hattet ihr ein schönes Wochenende?" Die Frage wird von den Besuchern bejaht. "Als nächstes folgt ein Lied, das davon handelt, wie es ist verliebt zu sein." erklärt Gisbert. "Ich bin Freund von Klischees und funkelnden Sternen" wird gespielt. Und weil man sich genauso schnell entlieben kann, wie man sich verliebt, gibt es die Fortsetzung "Hurra, hurra! So nicht." direkt dazu. Das lässt Gisbert seine Fans wissen.

Ein Blick in den Zuschauerraum zeigt übrigens ein sehr ruhiges Publikum. Menschen stehen mit geschlossenen Augen da, einige tanzen ein wenig, doch die meisten hängen mit ihren Augen an Gisbert zu Knyphausens Lippen und mit ihren Ohren an seinen Worten. Die Musik und die Texte sind für alle gemacht. Singles, Pärchen und ganze Familien werden gesichtet. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es heute "Nur Nichtraucher" im Forum heißt. Der Raucherraum wurde geöffnet, damit mehr Besucher Platz haben. Und trotz des geöffneten Raucherraums ist es noch kuschelig eng. Gisbert sagt: "Es ist schön mal wieder hier zu sein." und macht eine Kunstpause "Alleine schon, um euch allen einen Gefallen zu tun.". Gefallen findet auch die Setlist, die einen schönen Mix aus den beiden bisher veröffentlichten Alben bietet. "Der Blick in deinen Augen", "Flugangst" und "Sommertag" werden gespielt. Letzteres mit einem riesigen Texthänger in der ersten Strophe. Nicht schlimm, wir sind alle nur Menschen. Vom aktuellen Album wird u.a. "Kräne", "Seltsames Licht" und "Dreh dich nicht um" gespielt. Zuletzt genanntes performen Gisbert (an der Akustikgitarre) und Gunnar (am Keyboard) alleine. Für "Seltsames Licht" wechselt Gisbert zur E-Gitarre, E-Gitarrist Jens zur Akustikgitarre und Gunnar setzt sich als zweiter Mann zu Seppl an das Schlagzeug. Nur Bassist Frenzy darf sein Instrument behalten.

Nach 80 Minuten ist der reguläre Teil des Konzertes beendet. Es folgen laut und lange Rufe nach einer Zugabe, die dann auch folgt. Sie beinhaltet "So seltsam durch die Nacht", "Neues Jahr" und noch einiges mehr. Damit ist das Konzert von dem Mann mit dem "Musik ist scheiße" Aufkleber auf der Gitarre, auch schon zu Ende. Und eines ist sicher: Es wird den Besuchern noch lange in schöner Erinnerung bleiben.