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Tag der Niedersachsen 2025 übersteigt Erwartungen

500.000 Besucher kommen nach Osnabrück

Osnabrück (ml)    Der Tag der Niedersachsen in Osnabrück überstieg die Erwartungen bei weitem. Mit 400.000 Besuchern hat man gerechnet, bei trockenem, nicht allzu heißem Wetter, einem mega Line-Up, vielen kulturellen Angeboten und Mitmachaktionen kamen über das Wochenende verteilt 500.000 Besucher.

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Die Donots waren mit rund 15.000 Besuchern vor der Bühne der Headliner des Tag der Niedersachsen 2025 in Osnabrück. Foto: Marcel Linke

Eigentlich muss man den Tag der Niedersachsen im Gesamten beleuchten. Wir sind hauptsächlich ein Online-Musikmagazin, weswegen wir uns schon etwas einschränken

Fotos vom Freitag mit Mia Morgan, Alli Neumann und Grossstadtgeflüster

Fotos vom Samstag mit The Livelines, The Subways und den Donots

Fotos vom Sonntag mit Heavysaurus

Impressionen

müssen. Der erste Absatz soll sich jedoch mit dem Tag der Niedersachsen beschäftigen und eines können wir schonmal sagen: Osnabrück hat sich herausgeputzt.
8 Bühnen mit verschiedenem Programm, 10 Themenmeilen. Beim Tag der Niedersachsen war für jeden was dabei. Konzerte, Theater, Traditionelles, Messe, Stadtfest und viele Dinge zum Ausprobieren. Osnabrück und das Land Niedersachsen haben sich präsentiert.
Eine der beiden Anlaufpunkte war mit Sicherheit die Sportmeile. Hier konnte man im Schlossgarten Kanufahren, Klettern oder bei anderen Spielen mitmachen. Für Klein bis Groß wurde alles geboten. Aber auch die Blaulichtmeile hatte es in sich. Viele große Fahrzeuge vom THW, der Feuerwehr, der Polizei. Der DLRG hat einen Tauchcontainer aufgestellt, in dem Taucher aber auch Tauchroboter gezeigt haben, wie der DLRG arbeitet. Man konnte Herz-Lungen-Wiederbelebung ausprobieren. Highlight war der Überschlagsimulator auf der Blaulichtmeile, in dem man in einem Auto 2 1/2 Mal gedreht wird und sich dann befreien muss.

Am Ende der Blaulichtmeile steht jedoch ein Bühnenareal für 3.000 Besucher und hier spielen dieses Jahr die absoluten Highlights des Tag der Niedersachsen. Die Donots, The Subways, Grossstadtgeflüster, Heavysaurus und Heinz-Rudolf Kunze, den wir, da wir uns auch ein wenig auf der Gesamtveranstaltung umgesehen habe, jedoch nicht besucht haben.

3.000 Leute, wie sollen die hier hin passen? Das fragte sich auch der Veranstalter und installierte am Ende des Bühnenareals vorsichtshalber einen großen Bildschirm. Die Entscheidung sollte noch viel Wert sein.
Den Startschuss gibt es am Freitag mit Mia Morgan. Sie bezeichnet sich als "die, die ihr aus dem Internet kennt". Meines Erachtens macht sich die Indie-Sängerin damit aber kleiner als sie ist. Die Zeiten sind bei ihr nämlich hoffentlich ein Stück weit vorbei. Mia Morgan ist bereits im Vorprogramm von Casper, Kraftklub und anderen Live-Größen aufgetreten. Musikalisch ist das absolut top, was sie da macht. Die erste Reihe kann bei ihr schon ziemlich gut mitsingen. Ab Oktober geht sie dann auf eigene Tour.

Alli Neumann kennt man musikalisch auch. 2023 trat die Solingerin bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" auf. Klar dürfen die Lieder, die von ihr gecovert worden sind, nicht fehlen. Es wird voller vor der Bühne. Und das, obwohl Alli Neumann spontan eine halbe Stunde vorverlegt wurde. Ihr ursprünglicher Slot war zu nah am Konzert des Headliners auf der Bühne. Das würde der Musikerin, die sich durch Songs, wie "Primetime", "Schrott" oder dem Trio-Cover "Da, da, da" spielt auch nicht gerecht. Zwischen den Songs immer wieder Anekdoten. So hatte sie mal einen Freund, der aus Osnabrück kam. Gemeinsam haben sie auch Zeit am Osnabrücker Attersee verbracht. Bei dem Publikum, sagt sie, hätte sie vielleicht doch mit ihm zusammen bleiben sollen.

Und nun passiert das, was vorher schon viele befürchtet haben. Es wird richtig voll zu Grossstadtgeflüster. Einlassstopp auf das Areal. Wer nicht drauf kommt, muss sich mit der Leinwand begnügen. Immerhin sind dort auch weitere Lautsprecher angebracht. Ärgerlich für Leute, die kurz vor oder während des Konzertes auf Toilette müssen. Diese gibt es auf dem Bühnenareal nicht. Man muss das Gelände einmal verlassen.
Grossstadtgeflüster um die Sängerin Jen Bender bringen Berliner Schnauze mit nach Osnabrück. Die tanzbare Musik von "Ketchup" über "ICKE!" bis zum Hit der Band "Fickt-euch-Allee" bringt das Publikum richtig in Ekstase. Bis in die hintersten Reihen wird getanzt, gesprungen, aber auch zu den Songs des ersten Headliners mitgesungen. Und selbst vor dem Monitor stehen einige, die nicht mehr auf das Gelände konnten.

Dieses musste für den nächsten Tag auf Veranlassung der Donots übrigens ausgebessert werden. Aufgrund des Straßenprofils standen die Barrieren vorne nicht plan und wurden durch Stützbalken stabilisiert. Wer die Donots kennt, der weiß, dass es im Publikum auch durchaus mal härter zugehen kann. Nicht auszudenken, wenn unter den Barrieren ein Fuß klemmt und eine Welle von hinten durchgeht: Hackschnitzel wurden ausgelegt.
Auch der Eingangsbereich wurde auf Wunsch der Donots ausgebessert. Als derzeit eine der besten Live-Bands, die es in Deutschland gibt, und zugleich noch in einer der Donots-Hochburgen (Ibbenbüren, Münster und Osnabrück) wurden bei einem kostenfreien Konzert der Band sehr viele Fans von dieser erwartet. 3.000 Leute passen vorne hin und man hat nicht zu hoch gepokert, wenn man vorher sagte, dass die Besucherzahl ins Fünfstellige gehen könnte. Vor den Einlassbereich wurde noch eine Druckentlastung gebaut, um speziell diejenigen zu schützen, die direkt vor dem Bildschirm hinten standen. Eines kann man übrigens schon jetzt verraten, ohne das grandiose Konzert der Ibbenbürener vorweg zu nehmen: Es kamen am Ende 15.000 Menschen. Die Leute standen vom Schlosswall bis zum Schloss, was in dem engen Schlauch der Straße "Neuer Graben" einfach mal rund 150 Meter an Menschen sind.

Aber von Anfang an. Den Start machen am Samstag pünktlich The Livelines. Die Osnabrücker Band hat sich schon eine kleine Fangemeinde erspielt, die nach einem energiegeladenen Auftritt auf der größten Bühne des Tag der Niedersachsen mit Sicherheit noch größer werden dürfte.

Das erste Mal wird der Einlasse zum Bühnenbereich jedoch schon zu The Subways geschlossen. Die britische Band - übrigens gut befreundet mit dem Headliner des Abends - ist bekannt für ihre Live-Shows. Billy Lunn und die bezaubernde Charlotte Cooper schaffen es einfach eine Stunde Gitarrensport auf der Bühne zu bringen. Ganz groß sind natürlich die Klassiker "Oh Yeah", "California" oder "With You". Das Highlight behalten sich The Subways aber für den Schluss vor. "Rock & Roll Queen" wird gespielt und auch die, durch das Unplugged-Album der Sportfreunde Stiller eingeführte deutschsprachige Strophe wird zum Besten gegeben.

Zum Ende des Abends wird es direkt vor der Bühne voll. Einige Personen haben Glück und können noch auf das Bühnengelände, da andere nach The Subways selbiges verlassen. Auch hinter dem Bühnenbereich wird es voll. Stark, dass so viele gekommen sind, um die absoluten Lokalmatadoren und wohl sympathischste Band der Welt so zu unterstützen. Auch wenn die meisten vom Geschehen auf der Bühne nur über einen großen Bildschirm was mitbekommen, den man weiter hinten dann allerdings auch nicht mehr gut sieht. Was man sieht ist ein Vorhang der aktuell die Bühne verhüllt. Die Donots kommen dann mit "Calling" auf die Bühne, der Vorhang fällt und gibt den Blick auf die Band frei. Die Party kann beginnen. Ausgerechnet mit einer westfälischen Band beim Tag der Niedersachsen. Und ja, das durften sich die Osnabrücker von den Donots noch öfter anhören.
Man merkt allerdings auch, dass die Donots zu Anfang etwas weniger Gas geben als sonst. Die Sorge ist da, dass dieses Open Air gefährlich werden könnte. Ingo macht direkt zu Anfang die Spielregeln deutlich, dass Leute die hinfallen sofort wieder hoch gehoben werden. Und da auch im hinteren, von der Bühne aus kaum einsehbaren Bereich, alles friedlich verläuft, gibt man dann vorne doch irgendwann Vollgas, zumindestens während der Songs. Man gibt dem Publikum während der Ansagen dennoch etwas mehr Verschnaufpausen. Und Guido nutzt diese um echt extraordinäre Kochrezepte einzuwerfen. Ein veganes Omelette, eingelegte Bohnen, Kirschsorbet (Korrektur: KirschSORTE). Immer wieder. Und immer wieder wird das Publikum für den nächsten Tag zu ihm zum Frühschoppen eingeladen. Tja, jetzt hätten wir nur noch gern die Adresse in Ibbenbüren und die Uhrzeit gewusst. Macht er das das nächste Mal, klingel ich einfach an jeder Tür in Ibbenbüren. Kann ja nicht so schwer sein.
Ingo begibt sich auf alle Fälle zu "Kaputt" ins Publikum, um einerseits einen Circle Pit um sich herum zu bilden. Auch hier natürlich nochmal die Wiederholung der Regeln. Und andererseits lässt er sich dann auch nochmal von der Menge tragen. Langsam geht das 90-minütige Konzert übrigens auf seine Zielgerade. "Solid Gold" wird gespielt. "Whatever Happened To The 80s" darf natürlich nicht fehlen und zu "We're Not Gonna Take It" geht Ingo dann nochmal crowdsurfen.
Die Donots beenden den Samstag mit "So Long". Wenn ich mich richtig erinner dürfte das seit langem mal wieder eine Donots-Show in Osnabrück gewesen sein, bei der Purgen nicht irgendwie angeschlagen war. War ja auch dieses Mal im Sommer.

Und drei Erkenntnisse bleiben: Westfalen können in Niedersachsen unglaublich beliebt sein. Eine Ersatzband kann den Laden sogar noch mehr durchrocken als der ursprünglich geplante Hauptact. Dank des Wechsels hat Osnabrück an einem Abend sein Musikprogramm des Restjahres 2025 angeteasert, denn alle drei Bands vom Samstag kommen 2025 nochmal nach Osnabrück. Bei The Livelines und The Subways stehen die Termine schon fest. Dass die Donots zwischen Weihnachten und Silvester ihr JAK (ausgesprochen Yak) geben ist obligatorisch.

Das Musikprogramm am Sonntag fängt früh an und endet tatsächlich auch früh. Um 18:30 Uhr ist Schluss mit dem Tag der Niedersachsen. Für uns ist das Musikprogramm sogar noch etwas eher beendet, da wir es uns auch nicht nehmen lassen wollen, uns hier und da nochmal umzuschauen. Dafür ist das gesamte Programm einfach zu spannend und es wäre zu schade, wenn wir das machen, was wir immer machen: Konzerte besuchen. Den Frühnachmittags-Act wollen wir uns dennoch nicht entgehen lassen. Heavysaurus. Wer damit noch nichts anfangen kann: Ursprünglich aus Finnland ist das Konzept auch nach Deutschland geschwappt. Man nehme ein paar Dinosaurier und einen Drachen, die es irgendwie aus der Kreidezeit bis ins Jetzt geschafft haben, darunter ein Triceratops, ein Stegosaurus, ein T-Rex und ein Bronto- bzw. neuerdings Apatho-Saurus, schnalle ihnen Gitarren um, drücke ihnen ein Mikrofon in die Hand, Drumsticks und stelle sie hinter ein Keyboard und lasse sie Heavy Metal spielen. Das kombiniert mit kindgerechten Texten und fertig ist die Band, die vor allen Dingen von den Jüngsten abgefeiert wird. Kinder im Alter von 8 Jahren und jünger, in den ersten Reihen: Textsicher bis zum geht nicht mehr zu Liedern, wie "Pommesgabel", dem "Rock You Like A Hurricane"-Cover "Dinos woll'n euch tanzen seh'n" und "Kaugummi ist mega!". Aber auch die Eltern können hier mitsingen. So geht musikalische Früherziehung im Jahr 2025. Und die Kinder jubeln Heavysaurus zu, auch wenn die sich am Anfang wundern, woher der Lärm kommt, denn schließlich sind vor der Bühne lauter "Nie da Sachsen.".

Osnabrück hat sich für drei Tage richtig schick gemacht. Der Tag der Niedersachsen konnte durch die Bank weg alle begeistern und gefühlt waren auch alle unterwegs. 500.000 Besucher auf drei Tage verteilt sind ein riesiger Erfolg für die Stadt, die vorher mit bis zu 400.000 gerechnet hat. Wo man hinsah: Überall gut gelaunte und glückliche Gesichter. Freitag und Samstag abend waren zudem noch alle Kneipen in der Innenstadt voll. Der Umsatz auch außerhalb der Veranstaltung sollte also auch stimmig gewesen sein. Insgesamt braucht sich die Stadt allerdings auch außerhalb einer solchen Veranstaltung nicht verstecken. Über 166.000 Menschen leben in dieser Stadt. Mit dem jährlichen Stadtfest Maiwoche hat man eine überregionale Institution, die schon zahlreiche Besucher aus dem Umland in die Stadt zieht. Und für die Größe der Stadt gibt es wirklich viele Orte an denen man Kultur und vor allem Konzerte erleben kann: Die OsnabrückHalle, die Botschaft, die Kleine Freiheit, den Rosenhof, den Hyde Park, die Lagerhalle und viele mehr. Mit Goldrush Productions und Zukunftsmusik gibt es zwei große Veranstalter in der Stadt. Hier ist wirklich regelmäßig was los. Und mit den Donots ist auch eine Band jedes Jahr fest gesetzt.

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