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Konzertbericht



Datum: 04.03.2026

Kraftklub in Münster

Randale? Konfetti!

Münster (ml)    Kraftklub sind auf ihrer "Sterben in Karl-Marx-Stadt"-Tour. Doch bevor gestorben wird, wird gefeiert. So auch auf dem zweiten Konzert der Tour in der Halle Münsterland.

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Kraftklub spielten in der ausverkauften Halle Münsterland. Foto: Emma Hülsey

Es gibt mutige Entscheidungen, die man in Bezug auf Konzerte treffen kann und dann gibt es Kraftklub-mutige Entscheidungen, die das alles nochmal übertreffen. Bevor wir dazu kommen, kommen wir allerdings erst zur Vorgruppe.

Angekündigt von Kraftklubs Frontmann Felix Kummer werden Shelter Boy den Auftakt machen. Bevor es so weit ist, erzählt er jedoch, wie Kraftklub angefangen haben. Unter

Fotos zum Konzert
Homepage von Kraftklub
Homepage von Shelter Boy

anderem auch in der Halle Münsterland im Vorprogramm von Fettes Brot und den Beatsteaks. Beide Bands haben Kraftklub gut behandelt und ebenso wollen Kraftklub ihre Vorgruppen behandeln. Er fordert das Publikum auf, deshalb jetzt schon möglichst alles zu geben.

Und ja, Shelter Boy liefern ab. Guter Indie-Rock erfüllt die Halle. Alles englischsprachig und dabei klingt die Band rund um den Leipziger Simon Graupner eher nach Britrock als nach einer Band diesseits des Ärmelkanals. Irre. Eine halbe Stunde haben sie Zeit, danach heißt es Umbau für Kraftklub. Und keine Ahnung, was die Band vor hat, aber der Bühnenaufbau ist riesig.

In hoher Lautstärke dringt nun kurz vor dem Konzert Queens "Under Pressure" über die Lautsprecher in die Halle. Das Licht geht aus, Kraftklub kommen auf die Bühne und fangen mit "Marlboro Mann" an. Der ruhig beginnende Song baut erstmal ziemlich viel Atmosphäre auf. Und endet in einer Konfettischlacht. Aus riesigen Kanonen kommt das Zeug und wird mit mannsgroßen Ventilatoren in der kompletten Halle verteilt. Der gesamte Boden ist voll mit Konfetti. So etwas verschießen die meisten Bands ja erst zum Ende eines Konzerts als krönenden Abschluss, Kraftklub geben hier aber quasi ein Statement mit ab, dass das Konzert auch ohne Konfetti später noch viele Highlights haben wird.

Und dem ist dann auch so. Es ist nicht alleine die Band, die es schafft, dass das Konzert klasse wird. Auch das ohrenbetäubend, lautstark und textsicher mitsingende Publikum macht den Abend in der ausverkauften Halle Münsterland zu einem vollen Erfolg. Und zwar von den alten Liedern, wie "Ich will nicht nach Berlin" bis zu neueren Songs, wie "Fahr mit mir (4x4)". Es geht einfach ab. Und ein guter Konzertabend wird es, laut Felix Aussage, genau dann wenn die ersten Schuhe hochgehalten werden, was schon früh im Set passiert. Wir hoffen, dass sich niemand verletzt hat im Moshpit.

Aber auch Fannähe zeigt die Band. So begibt sich Felix Kummer ins Foyer der Halle Münsterland zum Merchstand mit Live-Übertragung auf die Videowand in der Halle, von dort aus einmal auf Reise komplett durch das Publikum. Um einen alten Klassiker auszuwählen entscheidet das Glücksrad. Emma (Anm. der Red.: nicht unsere Fotografin) wird auf die Bühne geholt, um dran zu drehen. Sie hat Geburtstag, bekommt von der Band und vom Publikum ein Geburtstagsständchen mit obligatorischem Selfie. Und das Glücksrad entscheidet dann auch noch für den Publikumsliebling: "500 K".
Und auch Shelter Boy hat dann nochmal einen Auftritt auf der Bühne. Zusammen spielen Kraftklub und er "All The Small Things" von blink-182.

Das Konzert geht in die Halbzeit. Die Band spielt nun auf einem provisorischen Podest mitten im Publikum "Kein Liebeslied" und "Schief in jedem Chor", welches einer der ersten bekannt gemachten Songs vom aktuellen Album ist.

Zurück auf der Hauptbühne spielen Kraftklub "Chemie Chemie Ya". Naja, besser gesagt, lassen sie erstmal spielen oder singen. Und das Publikum ist auch hier wahnsinnig textsicher. Von der ersten Strophe bis zum Refrain alles korrekt gerappt und gesungen. Zu "Schüsse in die Luft" muss die Band aus Karl-Marx-Stadt beziehungsweise Chemnitz eine wichtige Ansage machen. Wenn sie nach Münster schauen, finden sie es gut, wie stabil die Stadt gegen die AfD ist, was die Wahlergebnisse angeht. Aber, das bekommt man nicht geschenkt. Demokratie muss man sich erkämpfen. Noch 2015 haben Kraftklub geglaubt, dass das, was in Dresden mit Pegida passiert, schon nicht nach Chemnitz überschwappt. Leider hatten Kraftklub Unrecht und insofern gilt umso mehr: "Alerta, alerta, antifascista!". Mit dem Publikumsliebling "Randale" verabschieden sich Kraftklub dann in die Zugabenpause.

Aus dieser kommen sie kurze Zeit später mit "Wenn ich tot bin, fang ich wieder an" zurück und spielen sich über "Ein Song reicht" zum tollen "Songs für Liam"-Abschluss.

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