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Datum: 22.06.2025

Ein unvergessliches Konzert

Bosse auf dem Domvorplatz Osnabrück

Osnabrück (ml)    Am vergangenen Sonntag, den 22. Juni, spielte Bosse auf dem Domvorplatz Osnabrück. Nach einer sehr warmen Woche waren die Wettervorhersagen jedoch nicht gerade günstig. Gewitter waren für Sonntagabend angekündigt. Kein Grund das Konzert nicht stattfinden zu lassen.

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Durch eine Unwetter-Unterbrechung wurden die Konzertbesucher des Bosse-Konzerts in Osnabrück vorübergehend in den Dom Osnabrück evakuiert. Hier wurde dann dennoch zur Musik von Bosse vom Smartphone weiter gesungen bis das Konzert fortgesetzt werden konnte. Foto: Marcel Linke

Schon der Einlass hat sich aufgrund eines Unwetters verzögert. Um 18:30 Uhr konnten die Tore jedoch geöffnet werden. Schnell waren die Besucher auf dem Gelände, damit
Fotos zum Konzert
Homepage von Bosse
Homepage von Ian Hooper
weiterhin pünktlich um 19 Uhr Ian Hooper, einer der Köpfe der Mighty Oaks, spielen konnte. In Osnabrück hat sich Ian Hooper vor allem darauf konzentriert, dem Publikum seine neuen Solowerke vorzustellen. Die Besucher neben Ian Hooper, der auch gut mit Bosse befreundet ist, super auf und feiern dann zum Abschluss natürlich den Mighty Oaks-Hit "Brother (I'd Follow You)".

Nach nichtmal 20 Minuten geht dann schon Bosse auf die Bühne. Sind das Vorboten aufgrund des immer noch kommenden Unwetters? Spielt Bosse ein paar Songs zur Versöhnung und wird dann abgebrochen? Security macht sich erst nach dem Opener "Alles ist jetzt" im Graben bereit. Mit "So oder so" und einer Pro-Refugees-Ansage zu "Das Paradies" geht es jedoch erstmal weiter und glücklicherweise ist alles noch trocken.
Aber die Veranstalter rund um Goldrush Productions haben einen besseren Überblick und wissen: Es wird uns was treffen. Geschäftsführer Christoph Hengholt kommt auf die Bühne und wo alle nun dachten, dass abgebrochen wird, heißt es überraschenderweise: "Wir unterbrechen das Konzert für 20 Minuten aufgrund eines Unwetters. Der Dom bietet Platz für alle Besucher.".

Und so schnell wird man den Abend nicht vergessen. Klar, am Anfang bleiben viele Leute im Eingang stehen, Weihbischof Johannes Wübbe bittet alle Besucher nach vorne durchzurücken, auch den Kreuzgang und die Seitenschiffe der großen Kirche zu benutzen. Und langsam, sehr ruhig, ohne Drängeln und ohne Panik kommen alle Besucher dem nach. Immerhin bietet der Dom an diesem bisher sehr heißen Sommertag auch etwas weiteres: Kühle. Es ist kühl im Osnabrücker Dom. Und nachdem sich alles sortiert hat, hat dann die Tochter des Domküsters ihren Auftritt: Sie kommt auf die Idee doch einfach Bosse-Songs von ihrem Smartphone über das Mikrofon abzuspielen. Und so wird dann im Dom nochmal "So oder so" von allen Besuchern und "Der letzte Tanz" im Chor mitgesungen bevor es dann nur kurze Zeit später heißt, dass das Unwetter vorbei ist und alle Besucher wieder nach draußen dürfen. Was für eine magische Unterbrechung. Und ja, so voll erlebt man Kirchen heutzutage nur sehr selten.

Nachdem sich draußen alle sortiert haben, geht es dann auch wieder weiter. Mit "3 Millionen". Auch der vorab völlig durchgeschwitzte Bosse hat die Pause genutzt, um sich einmal kurz frisch zu machen und ein neues T-Shirt anzuziehen. Es folgt unter anderem "Dein Hurra", bevor Bosse in einen Akustik-Teil mit "Alter Strand" und einer ruhigen Version von "Augen zu Musik an" abbiegt.
Wer die ausgedruckte Setlist nach dem Konzert ergattern konnte wird hinterher bemerkt haben, dass hier etwas gekürzt wurde. So stand eigentlich "Yipi" im Akustik-Set mit drauf. Das ist dann wohl der Unterbrechung mit geschuldet, aber nicht tragisch. Trotz ein bis zwei Songs, die gekürzt worden sind, ist das Konzert jetzt schon ein Erlebnis. Und das unterstreicht auch Bosse: "Wie entspannt kann man sein, dass man dann so einen Pfarrer hat, der noch ein paar Songs abspielen lässt.". Osnabrück hat alle überrascht.

Nach dem Akustik-Teil geht es dann wieder voll verstärkt weiter. Es geht von "Steine" zur Bosse-Großmutter nach "Fankfurt Oder". Und langsam geht das Konzert nach über jetzt gespielten Netto-90-Minuten(!) auf die Zielgerade. Bosse ist natürlich in der Zwischenzeit wieder völlig verschwitzt und auch sein Shirt. Und so erzählt er auch von der Story, wie er seine erste große Liebe in seinem Heimatdorf im Bus traf ("Im Nachtbusfenster der Mond. Der erste Kuss war Erdbeerbowle und Spucke.") und wie sie dann mit wieder weg ziehen musste. ("Als du später weg zogst, brach ich heimlich zusammen."). Natürlich kommt nun Bosses größter Hit: "Schönste Zeit".

Es geht in die Zugabenpause und auch Bosse hat nun die Chance sich wieder frisch zu machen. Zurück kommen er und seine Band dann mit "Ich warte auf dich" und "Der letzte Tanz". Zu Ende ging es dann nach einer Netto-Spielzeit von rund 2 Stunden und 10 Minuten. Das man so viel trotz der Unterbrechung zusammen bekommen hat: Chapeau an die Band, Chapeau an die Organisatoren und auch ganz viel Applaus an das Publikum, die das alles sehr ruhig, friedlich und ohne Drängeln gemacht hat.
Und auch viel Applaus an das Bistum Osnabrück. Die katholische Kirche steht in den letzten Jahrzehnten immer häufiger in der Kritik, an vielen Stellen auch zu Recht. Man denke an die vielen Skandale, die ich hier jetzt aber nicht weiter auf machen möchte. Wie Kirche richtig geht hat sich allerdings an diesem 22. Juni 2025 gezeigt. Völlig unproblematisch hat man die Tore für die vielen Konzertbesucher geöffnet. Darunter Menschen aller Glaubensrichtungen und mit Sicherheit auch viele Leute, die an nichts glauben. In diesem Moment war das aber egal. In diesem Moment haben alle im Dom Schutz gesucht und diesen bekommen. Dass man dann allerdings um die Wartezeit etwas zu überbrücken noch zusätzlich auf die Idee kommt ein paar Bosse-Songs abzuspielen ist dann einfach magisch und hat für einen wunderschönen Moment gesorgt. Hier wurden verschiedenste Menschen, die friedlich miteinander gefeiert haben, zusammen gebracht.
Kirche, oder nein, alle Glaubensrichtungen sollten generell Menschen weltweit zusammen bringen und das ohne andere dabei auszuschließen. Es gibt nun einmal Menschen, die an Gott in allen möglichen Facetten glauben als Christen, als Juden und als Muslime, es gib nun einmal Menschen, die einen hinduistischen oder buddhisten Glauben haben, dann gibt es noch viele andere Religionen und auch sehr viele Menschen, die nicht an Gott glauben. Wichtig ist ein friedliches Miteinander. Religion und auch Nicht-Religion sollte nicht ausschließen sondern inkludieren. Und wenn das alle beherzigen würden, dann würde die Welt, die aktuell ziemlich bröckelt, wieder gut.

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Datum: 22.06.2025