Ein Lichtblick in dunklen Zeiten
WIZO bringen das Licht in den Rosenhof Osnabrück
Osnabrück (ml)
Auf ihrer aktuellen Clubtour kamen WIZO in den Rosenhof Osnabrück. Mit im Vorprogramm waren Rantanplan. Ein Punkrockgipfeltreffen und vor allem ein Lichtblick in aktuell sehr schweren und dunklen Zeiten.Folgt uns auf Instagram | Folgt uns auf Facebook
Pünktlich um 20 Uhr werden Rantanplan angekündigt. Die Hamburger Ska-Punk-Band ist in der Musiklandschaft keine Unbekannte und wird mit Sicherheit fast genauso gefeiert, wie der Headliner des Abends. Nicht ohne Grund darf Rantanplan fast 45 Minuten spielen. Dabei werden natürlich Klassiker, wie "Unbekanntes Pferd" oder "Licht und Schatten"
| Fotos zum Konzert Homepage von WIZO Homepage von Rantanplan |
gespielt, teilweise nicht ohne politische Spitzen gegen das, was aktuell in der Welt abgeht. Auch neue Musik stellen Rantanplan vor. Gerade haben sie in ihrem Ska-Punk-Stil ein Album mit Coverversionen bekannter Songs veröffentlicht. Von diesem spielen sie "Kids" von MGMT.
Wenn WIZO auftreten wird das Konzert auf alle Fälle politisch. Auf die Bühne kommen sie mit "Raum der Zeit" und bringen das Licht mit auf ihrer "Wir bringen das Licht"-Tour. Mit dem Licht sind Lichtinstallationen über ihren Köpfen gemeint. Diese tragen sie aber nur zum ersten Song. Dafür ist die Bühne für ein Konzert dieser Größe hell erleuchtet und es sprühen immer wieder Pyro-Fontänen.
Schon zu Beginn machen WIZO klar, dass sie "Ganz klar gegen Nazis" sind, aber das nicht nur hierzulande sondern überall. In die USA dürfen WIZO wohl nicht mehr rein, der Rest des Publikums aber auch nicht, wie Axel Kurth erzählt, denn sowohl die Band als auch das Publikum ist in dieser terroristischen Organisation namens "Antifa" (mit der Textzeile: "Wir sind alle Antifaschisten.").
Wieder zurück bei unseren faschistoiden Vollidioten in Deutschland, gibt es dann tatsächlich nur einen Song, den man raus hauen kann: "Scheiss AfD".
Es geht bei WIZO allerdings nicht immer nur gegen Rechtsextreme. Auch andere Themen sind der Band wichtig. So zum Beispiel Depressionen, die bei empathischen Menschen durchaus häufiger auftreten, wie die Band erklärt. Noch in den 90er Jahren haben sie so etwas in ihren Kreisen zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Einige Weggefährten blieben so auf der Strecke. Das soll nicht weiter passieren. Axel Kurth meint, dass niemand sich allein gelassen fühlen sollte damit und sich Hilfe suchen sollte. Die Band zieht ihre Kraft und Energie aus ihren Konzerten, von den vielen sympathischen Menschen für die sie spielen. Dem Thema widmen sie ihren Song "Quadrat im Kreis".
Danach wird es aber wieder politisch. WIZO stellen sich solidarisch hinter die Schüler, die gegen die Wehrpflicht demonstrieren: "Wehr pflicht ist scheiße. Merz leck eier." wird im Chor sowohl von der Band als auch vom Publikum gerufen. - "Alles von der Kunstfreiheit gedeckt." merkt Axel Kurth noch an.
Und dann geht es langsam in die kurze Zugabenpause aus der WIZO mit "Hässliche Punker" zurückkommen.
Den Abend beendet die Band mit einem Statement für den Veganismus, immerhin ist der Frontmann auch Veganer: "Letzte Sau". In dem älteren Song geht es eigentlich um eine Schlachthof-Schließung in ihrer Heimat. Das Lied entwickelte sich allerdings zu einer Hymne der veganen Bewegung.
Und genau das war der Abend. Gefüllt voller Punkrockhymnen mit Statements, die gerade in diesen dunklen Zeiten Mut machen. Und ja, das hat geklappt. Sehr gut sogar.
