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Datum: 19.01.2025

Das war hohe Kunst

Dota stellt Osnabrücker Publikum Mascha Kaléko vor

Osnabrück (ml)    Dota Kehr kam im Januar in die Osnabrücker Botschaft. Diese war, für ein Konzert sonst eigentlich unüblich, vollbestuhlt. Geschuldet war dies aber dem Anlass, denn Dota gab ein Konzert, was sich schon fast dem Bereich der E-Musik zuordnen lassen würde.

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Dota Kehr kam für ein Konzert in die Osnabrücker Botschaft bei dem sie Texte von Mascha Kaléko vorstellte. Foto: Marcel Linke

Ganz so ernst wurde der Abend dann glücklicherweise doch nicht und Unterhaltung war durchaus gegeben. Sogar so viel, dass die

Fotos zum Konzert
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Lachmuskeln definitiv beteiligt waren.
Mascha Kaléko ist eine deutsch-jüdische Dichterin, die 1938 vor den Nazis in die Vereinigten Staaten fliehen musste. Bekannt war sie für ihre zeitlose Großstadtlyrik.

Dota hat sich knapp 90 Jahre später nicht nur ausgiebig mit der Lyrik Kalékos befasst, sondern auch mit der Person dahinter. Klar, dass die Musikerin die Gedichte vertont und musikalisch aufbereitet hat.
Mit dem Titel "Das Mögliche", auch die Eröffnung ihres zweiten von drei Kaléko-Alben, beginnt Dota das Konzert. Es gibt keine Vorgruppe. Das würde dem Abend auch nicht gerecht werden. Dota steht zusammen mit ihrer Band auf der Bühne. Diese wird noch erweitert um ein paar Bläser.

Zwischen den Liedern gibt es auch vorgetragene Gedichte aus dem Werk von Mascha Kaléko zu hören. Diese sind, anders als die Lieder, oftmals düsterer und mehr von dem damaligen Zeitgeist und der Dunkelheit, die durch die antisemitische Politik Hitlers in Europa aufkam, geprägt. Außerdem erzählt Dota auch durchaus etwas zur Entstehungsgeschichte der Texte, wann diese entstanden sind und unter welchem Eindruck.
Nach der Flucht in die USA wurden die Texte von Mascha Kaléko düster.

Anders als normalerweise bei Konzerten gibt es bei diesem nach rund einer Stunde eine längere Pause. Zeit, ohne alle anderen Besucher zu stören auf Toilette zu gehen, sich ein neues Getränk zu kaufen und zu unterhalten. Über die Eindrücke. Kalékos Werk ist in vielen Teilen erstaunlich zeitlos. Natürlich gibt es allerdings auch Texte, die unter dem Eindruck des Nazi-Regimes, der Flucht aus Europa und dem Ankommen in einem fremden Land entstanden sind.

Der zweite Teil des Konzerts ist dann nicht mehr nur durch Kaléko geprägt. Wencke Wollny, die unter anderem als Backgroundsängerin auf der Bühne steht, aber auch eine eigene Band namens Karl die Große hat darf mit ihrem Song "Heute Nacht" den Teil des Konzertes einleiten, in dem es dann um die eigenen Texte der Musiker geht.
Es wird etwas entspannter. Die Lyrics sind wieder lockerer, weniger Ernst, wie beispielsweise "Eichhörnchen", welches Dota noch solo auf der Bühne vorträgt, dann aber das Publikum als die Band wieder auf der Bühne steht darum bittet auch aufzustehen.

Zum Abschluss gibt es dann noch einige bekanntere Dota-Songs, wie "Wir rufen dich, Galaktika", "Bademeister*in" und "Rennrad".

Es ist ein Abend, der einen aufgrund der weltpolitischen Lage, des Rechtsrucks, den gerade fast alle Länder irgendwie mitmachen, sehr nachdenklich hinterlässt. Kaléko musste als Jüdin aus ihrer damaligen Heimat fliehen. Wenn es wieder so weit kommt, dass sich ein Terrorregime auf deutschem Boden bildet, wohin dann aber noch fliehen in einer Welt, die zunehmend ihren Verstand verliert?
Glücklicherweise wird einem allerdings an solchen Abenden klar, hier kommen Menschen unterschiedlicher Sozialisierung zusammen. Noch klarer wird das im Alternative Rock. Sie alle eint, dass sie etwas wie das dritte Reich nicht mehr zulassen würden. Musik verbindet und lässt sich nicht verbieten.

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