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Ghost of Tom Joad

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Datum: 11.04.2008

Ghost of Tom Joad im Gespräch

Ghost of Tom Joad im Interview

Bielefeld (ml)    Vor ihrem Konzert als Vorgruppe von Mando Diao, im Rahmen von "Eine Nacht in Bielefeld" führte ich noch ein Interview mit Ghost of Tom Joad.
Ghost of Tom Joad bezeichnen ihren Stil, laut MySpace, selbst als Post Punk. Im Rahmen des Interviews sind wir jedoch darauf gekommen, dass ein eigener neuer Gattungsbegriff doch viel besser wäre. Hiermit würde ich dann gerne einen neuen Begriff vorschlagen: Ghost Rock.

Bilder vom Konzert
Homepage von Ghost of Tom Joad


Was haltet ihr von Bruce Springsteen? Ihr habt euch ja nach einem Album von ihm benannt.
Christoph: Wir halten sehr viel von dem, allerdings müssen wir gestehen, dass wir, bevor wir uns danach benannt haben diesen Song kennen gelernt haben und ich vorher kaum was von ihm kannte, sondern nur sowas, wie "Born in the USA". Also ich hatte nicht dieses super Bild und dadurch, dass ich erst diesen Song und das Album kennen gelernt habe und mich im Nachhinein mehr und mehr damit beschäftigt habe, habe ich den Boss auch mehr und mehr zu schätzen gelernt. Cooler Typ.

Euren Stil, den kann man ja in ziemlich viele verschiedene Sparten stecken. Auf eurer MySpace-Seite steht Post Punk, welches auch ein großer und weit gefasster Begriff ist. Wo würdet ihr euch selbst musikalisch einordnen?
Christoph: Das ist immer so die schwierigste Frage, die man gestellt kriegt. Deswegen haben wir erstmal diesen weiten Begriff gewählt. Es standen auch schon die verrücktesten Sachen in irgendwelchen Artikeln über uns. Wir mögen das nicht so gern. Da wurden schon die abstrusesten Sachen geschrieben.
Jens: Wir machen halt die Musik, auf die wir Bock haben. Du kannst uns als Hard Rock Band oder auch als Ska Band einordnen. Das kann sich jeder selbst aussuchen.
Christoph: Sehr toll ist doch auch die ideale Bezeichnung, die mal irgend jemand erfindet, in der Presse und die benutzen wir dann quasi.


Das könnte man dann ja vielleicht mal irgendeinen Mischmasch erfinden, oder was ganz neues.
Christoph: Ja, mach das mal und wenn der geil ist, dann steht der ab morgen auch auf unserer Internetseite.

Da werd ich mich vielleicht mal mit unserer Redaktion zusammen setzen und irgendeinen kreativen Begriff dafür erfinden. Wie kam der Plattenvertrag mit Dennis Scheider (Muff Potter) zu Stande?
Christoph: Der hatte gerade ein Label gegründet. Richard-Mohlmann-Records und war auf der Suche nach Bands für sein Label und dann haben wir ihm und vielen anderen Leuten unsere Demos gegeben. Er hat das durchgehört, kam dann zu einem Konzert von uns, fand das ganz gut und sagte, dass er uns einen Plattenvertrag gibt. Da haben wir dann natürlich ja gesagt und von da an lief das halt. Da hat sich nach und nach eine richtig enge und gute Freundschaft draus entwickelt.

Hat die räumliche Nähe dabei geholfen?
Christoph: Das auf jeden Fall. Jetzt lebt er in Berlin. Das wäre wahrscheinlich viel lästiger geworden vom Hin- und Herpendeln zum Aufnehmen oder sich da kennen zu lernen. Da er in Münster wohnte und wir aus der Nähe kamen und da gespielt haben, bot sich das halt an.

Dann möchte ich euch jetzt auf ein ganz spezielles Lied auf eurem Album ansprechen. Und zwar kommt unser Musikmagazin aus Bad Oeynhausen und die Nachbarstadt ist bekanntlicherweise Porta Westfalica. Wie kommt man auf die Idee ein Lied Porta Westfalica zu nennen und worum geht es euch in dem Lied?
Christoph: In dem Lied geht es, wie in vielen Liedern von uns, um das Rauskommen. Eine Art Fernweh. So ein Drang, weg zu kommen. Sich weiter zu entwickeln, seine Heimatstadt hinter sich zu lassen. Konkret hat Porta Westfalica was mit der Zugfahrt von Münster nach Berlin zu tun. Wir haben viele Freunde in Berlin, die wir öfters besuchen, mittlerweile gehört Dennis ja auch dazu. Und da ist Porta Westfalica immer der Bahnhof, wenn man da vorbeifährt, wo man sich dann denkt. Jetzt haben wir es geschafft den Berg hinter uns zu lassen und sind sozusagen auf dem richtigen Weg, die Pforte hinter sich zuschlagend. Dann weiß man, man ist auf dem Weg zu etwas besserem, neuen Ufern.

Ihr habt ja schon mit richtigen vielen Bands als Support gespielt. Bspw. Maximo Park. Was war da bisher eure einschneidenste Erfahrung?
Christoph: Das könnte man positiv, als auch negativ machen. Die Sache mit Maximo Park war vor einem Jahr und ich fand die rückblickend eher negativ. Wenn man jetzt aber die Entwicklung seit einem Jahr sieht, ist es schon so, dass man sehr kühl behandelt wurde und sich keiner da irgendwie interessiert hat. Bei den meisten Konzerten haben wir sehr sehr positive Erfahrungen mit den meisten Musikern gemacht, mit denen wir zusammen gespielt haben. So viele nette Menschen kennen gelernt, so wie Muff Potter natürlich. Es waren sehr familiäre Verhältnisse quasi. Wir hatten eine tolle Atmosphäre gehabt. Zuletzt waren wir mit State Radio zehn Tage lang unterwegs. Die kommen aus den USA. Das sind auch sehr symphatische Menschen. Da hat man dann als Supporter Lust auf die Sache. Man hat tendenziell immer eine gute Laune, weil nämlich so eine positive Atmosphäre dort von den freundlichen Menschen geschaffen wird. Negativ war auch die Erfahrung mit Charlotte Hatherley. Es war so kühl und abweisend.

Das Konzert heute mit Mando Diao. Wie kam das zu Stande? Hat euch 1LIVE da angefragt?
Christoph: 1LIVE hat wohl unseren Booker gefragt und die haben uns den Termin genannt und uns vorgeschlagen, dass wir das eventuell machen sollten. Und dann haben wir mal kurz überlegt, nein quatsch, wir haben direkt ja gesagt. Was erwartet uns denn heute Abend? Wohl unser bisher größtes Konzert. Vorher war Kettcar ungefähr genauso groß in einer Halle mit 1000 Zuschauern. Ich war am Sonntag noch beim Beatsteaks-Konzert in Münster, wo 6500 Zuschauer waren und da musste ich schon an heute denken. Das war auch so eine riesen Bühne, wo wir heute drauf stehen. Es ist noch ein komisches Gefühl da vorne in der leeren Halle zu stehen, aber es wird ja gleich sehr voll.

Gibt es irgendwelche Musiker, die euch beeinflussen oder die ihr empfehlen könntet?
Christoph: Ja, ich würde also auf jedem Fall erstmal allen Leuten State Radio empfehlen, weil die super sind. Außerdem stehe ich eigentlich nicht auf Reaggae, aber das wird von denen auf so eine Art und Weise gespielt, dass es mir Spaß macht. Ein Dauertipp ist auch immer Lock aus Schweden. Ich habe von Henrik jetzt kürzlich Swan Lee kennen gelernt.
Henrik: Die gibt es aber nicht mehr. Die haben sich leider aufgelöst.
Christoph: Schrottgrenze im Moment auch.
Henrik: Dann gibt es noch einen Typen, der nennt sich "City And Colour". Die ist vom Sänger von der Band Alexisonfire. Da macht er eine Mischung aus Post-Hardcore und Screamo. Das Album heißt "Bring Me Your Love".


Wo seht ihr euch in einem Jahr?
Christoph: Wieder hier und dann mit Mando Diao als Vorband. Es war eigentlich geplant, dass wir dringend mal nach Schweden müssen, weil so viele schwedische Bands hier hin kommen und deswegen müssen wir jetzt mal als Rache, sozusagen als Deutschexport nach Schweden gehen und da mal was machen. Nicht immer nur von denen Bands kriegen, sondern auch mal zurück fahren und da was starten.

Dann könnt ihr ja gleich mal Mando Diao fragen, ob die euch mitnehmen. Ich bedanke mich dann ganz herzlich für das Interview.