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Datum: 19.04.2021

Nachgefragt in der Druckerei Bad Oeynhausen

Wie geht es euch nach einem Jahr Kultur-Lockdown?

Bad Oeynhausen (ml)    Über ein Jahr ist es her, dass alle Veranstaltungsbetriebe in Deutschland wegen Corona aus der Normalität gerissen wurden. Wir haben bei André Siekmeier, hauptamtlicher Mitarbeiter im Druckerei Begegnungszentrum Bad Oeynhausen e.V. nachgefragt, wie er den Kultur-Lockdown erlebt. Die Druckerei gibt es derweil auch im Netz zu sehen. Auf ihrem YouTube-Kanal wird neben dem Tele-Quiz auch die Musikreihe OnTape präsentiert.

André Siekmeier ist hauptamtlicher Mitarbeiter im Begegnungszentrum Druckerei Bad Oeynhausen. Er sprach mit uns im Interview wie Kultur trotz Corona stattfindet.

Ein Jahr Lockdown im Kulturbereich. Wie geht es der Druckerei aktuell?
Wie der Ostwestfale sagt: Muss. Aber besonders schön ist die Situation gerade nicht. Seit November gilt dieser Lockdown „light“ und was ist die Perspektive? Unbekannt.
Homepage der Druckerei
YouTube-Kanal der Druckerei

Ein Tunnel, der immer länger wird, je weiter man hineingeht. Und nun nochmal eine Verlängerung. Weiter keine Kulturveranstaltungen, keine Druckerkneipe, kein Kneipenteam, keine Ehrenamtlichen. Kein Leben. Dem Verein geht es im Vergleich zu manch anderen Institutionen ok, aber als Begegnungszentrum ist es derzeit belastend.

Beschreibe deinen Job, wie er ohne die Corona-Pandemie abgelaufen wäre.
Das kann ich gar nicht. Ich habe zum 01.02.2020 angefangen hauptamtlich für den Druckerei e.V. zu arbeiten. Und schon im März hat sich die Welt auf den Kopf gestellt. Leute sagen sowas wie Alltag und Routine gäbe es im Kulturbereich eh nicht, aber Normalität als solche habe ich bisher wirklich nicht gesehen. Wahrscheinlich hätte ich im Jahreskalender nach freien Terminen gesucht und nur wenige gefunden.

Wie hat sich deine Arbeit durch Corona geändert und was wirst du, wenn die Pandemie vorbei ist für die Zukunft daraus mitnehmen?
Wir mussten den Begriff „Planbarkeit“ durch „Improvisation“ austauschen. In der Zeit, in der wir öffnen durften, konnten wir ja nicht einfach alles wie immer machen. Die Lage war dynamisch. Bedeutete für uns im Grunde tagesaktuell auf neue Bestimmungen einzugehen, Hygienekonzepte anzupassen, am Ball zu bleiben, Alternativen zu suchen. Unser Teamwork und die Offenheit für neue Ideen wird uns hoffentlich auch in Zukunft erhalten bleiben. Ein Projekt wie onTape hätte es ohne Corona wohl nicht gegeben.

Ihr versucht die Druckerei nun mit der Reihe OnTape ins Internet zu bringen. Worum handelt es sich bei dem Konzept?
Druckerei onTape ist ein Musikkultur-Projekt des Druckerei Begegnungszentrum e.V. Mit onTape wollen wir ein Stück Musik zurückbringen. Für die Musiker, die endlich wieder ihre Lieder spielen können, für die Zuschauerinnen, die so lange auf alles verzichten mussten und nicht zuletzt für uns selbst, die wir hungrig sind Kultur zu machen. Weggesperrt zu sein tut auf Dauer weh. Wir haben also am 27.02. einige lokale Musiker eingeladen, um Musikvideos zu produzieren. Dabei hat uns die Sparkasse unterstützt, was im Pilot natürlich enorm wichtig war. Das Ergebnis von Session #1 hat uns dann so begeistert, dass wir direkt mit den Planungen von Session #2 angefangen haben. Und die erscheint jetzt bald. Am 21.04. werden wir beim Tele-Quiz die neuen Videos vorstellen. Dann gibt es alle Videos auf YouTube: dbbo1985 heißt unser Account.

Wie viele OnTape-Veranstaltungen hattet ihr bereits und welche Musiker waren anwesend?
Zur Session #1 im Februar hatten wir 5 Musiker eingeladen: Das Duo „Taub und Blind“ aus Bad Oeynhausen, Manni O. Solo ebenfalls Bad Oeynhausen, Das Duo „Walk Walk“ aus Vlotho, Nico Natell aus Vlotho und Sargis Arakelyan aus Bad Oeynhausen. Hier haben wir bewusst die lokalen Künstler angefragt. Bei Session #2 im März war mit Dennis Fründ (der Songs seiner Band „Red Letter Year“ gespielt hat) erneut ein Lokalheld dabei, aber mit Zara Akopyan, die derzeit in Paderborn studiert und dem Bielefelder Duo „Phierek“ haben wir den Kreis bereits etwas weiter gezogen. Außerdem konnte wir Boogieman Vito (Vlotho) für uns gewinnen.
Also bisher 2 Sessions mit insgesamt 9 Acts. Session #3 ist aber schon geplant.


Dennis Fründ hat bei der onTape Session #2 im März Songs seiner Band Red Letter Year gespielt. Foto: DBBO


Welche OnTape-Veranstaltungen plant ihr für die nähere und vielleicht auch fernere Zukunft?
Es wird auf jeden Fall eine Session #3 geben. Die nehmen wir am 24.04. auf. Und aller Voraussicht nach wird im Mai Session #4 folgen. - Solange der Lockdown gilt, werden wir weiter solche Projekte wie onTape und das Tele-Quiz machen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Druckerei onTape auch in der Zukunft eine Rolle spielen wird. Es macht uns sehr viel Spaß und die Videos sind wirklich gut geworden.

Sollte der Sommer 2021 so verlaufen, wie der Sommer 2020, werdet ihr dann auch Veranstaltungen mit Hygienekonzept vor Ort durchführen?
Unbedingt.

Ist es für die Druckerei noch fünf vor 12, 12, fünf nach 12 oder schon 1?
Unsere Bürozeiten sind täglich 9-12 Uhr sowie Montag abends 18-19 Uhr.

Was ist das erste, was ihr macht, wenn die Pandemie vorbei ist?
Kaffee

Und deine Prognose: Ab wann wird wieder einigermaßen Normalität in den Kulturbereich einkehren?
Im positiven Sinne: niemals! Frei nach Sophie Hunger: „Und jetzt ist das Neue vorbei.“ Alles ist im Wandel und wir wieseln uns durch.

André Siekmeier ist neben seiner Tätigkeit in der Druckerei Bad Oeynhausen auch zweiter Vorstand beim Music2Web.de e.V.
Am 21. April findet das nächste Tele-Quiz statt, am selben Tag erscheint Session #2 der Druckerei onTape-Konzertreihe.

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Datum: 19.04.2021