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Rezension

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Slowtide

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Datum: 20.01.2009

Reingehört bei Slowtide

Slowtide - zwischen Travis, Radiohead und Phoenix

Bad Oeynhausen (m2w)    
Slowtide...ist was für Gefühlsmenschen...erfrischend, euphorisch, mitreißend, beflügelnd...nachdenklich, melancholisch, anspruchsvoll und zeitlos...



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Homepage von Slowtide


Slowtide ist Indie-Pop. Genauer gesagt, ist Slowtide die Band, die diesen Indie-Pop auf ihrem Debütalbum Origins (vorherige Veröffentlichungen sind eher dem Bereich EP zuzuordnen), auslebt. Zu dieser Band gehören Kevin Werdelmann am Gesang, an der Gitarre und an den Keyboards und Synthesizern, Kathi Werning am Bass, Tim Schiller an der Gitarre und Ambros Eiletz am Schlagzeug.
Und nur an den Namen der Bandmitglieder merkt man, dass die Band aus dem deutschsprachigen Raum kommt. Das Album klingt nämlich so sehr nach Insel, wie Oasis, Travis oder auch Radiohead.
Und dieser Indie-Pop dringt natürlich auch gleich mit dem ersten und zugleich dem wohl stärksten Lied des Albums "Solid Water" durch.
Sehr bemerkenswert ist, dass das gesamte Album nahezu mit clean angespielten und akustisch klingenden Gitarren auskommt. Dadurch wirkt es dann allerdings auch stellenweise langweilig, speziell wenn mehrere Lieder ähnlichem Tempos hintereinander kommen.
"Solid Water" selbst besticht vor allen Dingen durch die Orgeln, die den Klang der Orgeln des Dire Straits-Klassikers "Walk of life" nahezu perfekt imitieren.
Ein wenig nach einer Mischung von Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Oasis und meinen Insellieblingen Cosmic Rough Riders klingt dann "We Haven't Changed". (Nur so nebenbei, wenn jemand weiß, was mit meinen Cosmic Rough Riders passiert ist, soll sie oder er sich doch bitte bei mir melden. Dankeschön.)
Eine klassische Mundharmonika darf, wie in "High" zu hören, auf dem Album natürlich auch nicht fehlen. Sonst könnte man die Musik ja auch nicht irgendwo in der Gegend zwischen Travis, Radiohead, Oasis oder auch Phoenix ansiedeln.
"Young Love" schafft es Sonne zu versprühen. Hier kommen die gesanglichen Qualitäten des Sängers durch. Und diese hält nicht nur in den üblichen Tenorlagen, sondern auch in höheren Lagen.
Langsam und balladesk ist "The Wild Outdoors". Dieses klingt genauso melancholisch wie sein Titel. Sehr poppig übrigens. Genau in diese Sparte gehen auch Lieder, wie "Lighthouse" oder "The Artist", welches einen an eine langsame Variante von The Fray erinnert. Und irgendwie handeln alle Balladen des Albums über Liebesschmerz. Genauso, wie eine Ballade sein muss.
Einen regelrechten Stadionsound kriegen Slowtide kurz vor Ende des Albums noch einmal mit "Safe and Sound" hin. Generell lässt sich sagen, dass das Album keineswegs darauf produziert wurde, dass Slowtide eine ewige Indie-Band bleiben. Es kommen sehr viele Einflüsse des Pops mit rein.
Dies zeigt dann auch, das schon auf Mainstream Pop ausgerichtete, Ende des Albums mit dem treffenden Titel "Goodbye", welches mit Sängerin im Duett dargeboten wird.

Slowtide sind keineswegs eine reine Indie-Band. Einige Lieder gehen in diese Sparte, aber andere Lieder könnten genauso gut aus den Top Ten der Singlecharts gegriffen sein. Dies soll keineswegs abwertend klingen, stellenweise sind ja auch schonmal gute Lieder in den Top Ten der Singlecharts erblickt worden.
"Origins" ist dabei dennoch eher eine Ansammlung seichten Pops und geht genau Richtung Travis und Radiohead. Wer eher auf tanzbaren Indie-Rock steht, der in ausrangierten Fabriken gespielt wird, ist hier falsch. Wer sich als Indie-Rocker, aber auch mal Richtung Mainstream fortbilden möchte, sollte durchaus mal zugreifen. Slowtide fahren eine ganz angenehme Alternative.

Tourtermine:
25. Januar 2009 Bonn, Mausefalle
06. Februar 2009 Bochum, Cafe Grabeloh
07. Februar 2009 Bochum, Goldkante
14. Februar 2009 Münster, Gleis 22
21. März 2009 Elmshorn, Nacht der GIX