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Nada Surf

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Datum: 30.01.2008

Reingehört bei Nada Surf

Eine Perle des traurigen Gitarrenpops… (VÖ: 01.02.2008)

Düsseldorf (lb)    …so wird ein Nada Surf Vorgängeralbum von "Lucky" auf laut.de beschrieben, doch ist das nicht ein Ausdruck, der zum gesamten Bandkonzept passt? Allein der Name "Nada Surf" sagt alles. Es ist ein spanischer Ausdruck dafür, wie man sich aus einer Depression befreit und so klingen auch die Songs der drei Amerikaner Matthew Caws (Text, Gitarre, Gesang), Daniel Lorca (Bass, Backing Gesang) und Ira Elliott (Drums, Backing Gesang).

"Lucky" ist ein Album wie man es von Nada Surf erwartet. - Melancholischön. Doch irgendwie auch positiver als die
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Homepage von Nada Surf
Vorgänger [High/ Low (1996), The Proximity Effect (1998), Let Go (2002) und The Weight is a Gift (2005)]. Songs, die ans Herz gehen, auch wenn sie manchmal "etwas länger brauchen". Songs, die das Gefühl von Freiheit vermitteln und doch auch ein wenig Traurigkeit mit sich bringen. "Zartbitter" halt, wie schon die PR-Abteilung des Labels City Slang feststellt. So ist doch auch ihr Ziel über Dinge zu singen, die sie selbst etwas angehen und das bringt auch das Album rüber. Nada Surf sind im Moment absolut "Lucky".
Die Höhepunkte des Albums sind sicher "See These Bones", "Beautiful Beat", "I Like What You Say", "Ice On The Wing" und "The Fox". Während "Beautiful Beat" und "I Like What You Say" für das positive Grundgefühl zuständig sind, beschäftigen sich "See These Bones" und "Ice On The Wing" mehr mit persönlichen Erlebnissen. "See These Bones" ist inspiriert durch eine Skulptur in der Basilika einer Kapuziner Kirche in Rom, die Sänger Matthew Caws offensichtlich so beeindruckt hat, dass er noch Jahre später einen Song darüber schreiben kann. "Ice On The Wing" ist mehr ein Tribut an seinen Großvater. Der Song schildert dessen Weltkriegserlebnisse als Pilot und Sanitäter. Für diese persönliche Geschichte ließen sich auch Martin Wenk (Calexico) als Bläser und Justin Roderick (Long Winters) als Mitsänger gewinnen. Ja und der Spezialfall "The Fox". Dieser Song scheint wie das schwarze Schaf des Albums zu sein. Gleich beim ersten Hören bleibt er im Ohr. "Da war doch ein Song, der war irgendwie anders." Ja, ganz anders als die anderen. "The Fox" schwenkt zwischen düsteren Gitarrenklängen mit monotonem Gesang à la Placebo und hoffnungsvollen Nada Surf Klängen hin und her und ist daher ein ganz besonderes Stück auf der Platte. Einfach "Nada Surf", wenn man den Begriff mal wörtlich nimmt.
Fazit: Anhören! Wer sagt Nada Surf klänge immer gleich hat "Lucky" noch nicht gehört und wer sich diese Mühe nicht macht hat es nicht verdient den Zauber dieser Band zu erleben.