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Datum: 12.01.2008

Reingehört bei Tocotronic

Kapitulation (live)!

Bad Oeynhausen (ml)    Es war schon längst überfällig. Nach 15 Jahren Bandgeschichte haben Tocotronic, die Mitbegründer der Hamburger Schule, endlich ein Live Album heraus gebracht.
Nach ihrem Erfolgsalbum Kapitulation und einer zugehörigen erfolgreichen Tour, ist es nur konsequent jetzt ein Live-Album mit dem Titel Kapitulation Live zu veröffentlichen, welches bei einem Hamburger Konzert im Oktober 2007 entstand. Zumal auch noch ein Großteil der Lieder vom aktuellen Album kommt.


Zu erst einmal muss man ganz klar sagen, dass der Sound des Albums zu wünschen übrig lässt. So klingt es, wie ein
Kapitulation bei Amazon
Homepage von Tocotronic
nicht nachbearbeiteter Radiomitschnitt, den man sich selbst von irgendeiner live übertragenen Veranstaltung angefertigt hat. Wer also auf den vollen Tocotronic-Sound steht, sollte sich doch besser den Studioalben widmen. Wer aber gerade auf Tocotronic Live steht und auf die überbrachte Stimmung ist mit diesem Live-Album richtig bedient.
So stürzt man sich von einem Lied ins nächste mit Dirk von Lowtzow typischen Ansagen und dem Publikum zwischen den Liedern, welches leider während der Lieder etwas zu kurz kommt. Dies kann man bei einer Live-DVD machen, dass man das Publikum soundtechnisch komplett weg blendet, bei einer Live-CD sollte man es jedoch hören können. Das Album klingt damit leider wirklich stellenweise, wie direkt vom Mischpult abgegriffen.
Dennoch, auch auf einem soundtechnisch nicht so guten Album, ragt die Spielleistung der Band und die Stimme von Dirk von Lowtzow über alles hinaus. Da braucht es dann auch nicht mehr viel Nachbearbeitung, wenn man einfach nur die Lieder hören kann und weiß, so klingt die Band live und schafft es auch ohne Nachbearbeitung zu überzeugen.
Das Album Kapitulation wurde nicht ohne Grund live im Studio eingespielt.
Generell lässt sich sagen, dass die Song-Auswahl für ein Live-Album, welches nur auf eine CD gepresst wurde sehr gut getroffen wurde. Es gibt viele neue Lieder und einige ältere. Generell wären hier wohl etwas mehr Klassiker oder ein Doppelalbum wünschenswert gewesen, da man bei Live-Alben doch auch immer eine Art Best-Of-Charakter erwartet.
So fehlen beispielsweise Lieder, wie "Pure Vernunft darf niemals siegen", "Hi Freaks", oder die grandiose "Free Hospital"-Version, die auf der Tour gespielt wurde.

Hier wurde definitiv ein solides und auch überfälliges Live-Album abgeliefert. Abstriche sind nur in der Soundqualität und in der Songauswahl zu machen. Spielerisch und musikalisch ist das Album genauso top, wie in seiner Atmosphäre.