Home

Taglist:

Allgemein
Rezension

Bands
Ingrimm

Locations



Datum: 25.11.2007

Reingehlrt bei Ingrimm

Ingrimm - Ihr sollt brennen

Bielefeld (aliendwarf)    Die fünf Musiker von Ingrimm hinter Stephan Zandt haben einen eigenen
Stil, der mit Mittelalter-Metal nicht unbedingt perfekt umschrieben ist.

Ihr sollt brennen bei Amazon
Homepage von Ingrimm


Dachte ich anfangs noch eher an Mittelalter Musik in Richtung von In Extremo, wird doch relativ schnell klar, das Ingrimm anders sind. Während schnelle, dichte Gitarrenwände für einen harten Rhythmus sorgen, machen Dudelsack und Co. die klare Melodie. Schade, denn so bleibt nicht mehr viel Platz für die Gitarren.
Mit dem schnellen aber nicht allzu anspruchsvollen "Sag mir nicht", der schon mal sehr gelungen einleitet und dem relativ aggressiven Titelsong "Ihr sollt brennen" weiß man anfangs nicht wirklich, was die Band musikalisch wirklich erreichen will, da es zwar qualitativ ordentlich klingt, aber so als wären die mittelalterlichen Instrumente nichts besonderes, obwohl sie sehr gut herausklingen. Mit "Der Sturm" legt allerdings ein starker Song los, der sofort zum headbangen motiviert und sehr eingängig ist. "Spielmann" legt ruhig los und geht dann relativ zügig fort, ist aber durchaus ein schöner Song, der wohl den Berufswunsch der Bandmitglieder ausdrückt ;). "Vagantenlied" ist wiederum eher langsam, nicht ganz das, was man erwartet. "Wolf" besitzt viele Tempiwechsel, die das durchhören interessant machen und auch harte Parts, bei denen sogar gegrowlt wird, was das Stück um eine gescheiterte Liebe mit zu meinen Favoriten macht.
"Skudrinka" ist ein historisch beeinflusstes Trinklied, das mit Zeilen wie "Vor nichts und niemandem macht die Sense hält" aber gar nicht danach klingt, obwohl es Laune macht. Rattenstadt quält sich eher durch die Zeilen und macht eher wenig Spaß, der Text geht um den "treuesten Begleiter des Menschen", die Ratte... Dein Meister bricht ziemlich ungewohnt ohne mittelalterliche Instrumente los und ist ein ziemlicher Kracher, da er das ganze Stück über nichts an Härte verliert. Lumpenpack hat einige nteressante Ansätze, ist aber relativ ähnlich wie die ersten Lieder und kann so nicht recht überzeugen.
Am Ende sticht noch "Letzte Reise", die erste richtige Ballade der Band, heraus, welche eine wirklich gelungene Geschichte über ein Wikinger-Begräbnis (Der 13. Krieger!) darstellt und einen schönen Kontrast zum restlichen Album bildet.

Insgesamt kann man sagen, dass dem Album mehr richtige Kracher gut täten, genauso wie Gitarrenlastigere Stücke, vielleicht sogar ein paar richtige Solo-Parts, denn die Dudelsack und Freunde dominieren teilweise schon eher nervig.
Aber auch so ist es ein ordentliches Album bei dem es sich lohnt, die Anlage aufzudrehen.