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Psycho Luna

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Datum: 07.11.2007

Reingehört bei Psycho Luna

Göttin von Psycho Luna

Witten (kd)    Das Jülicher Quintett "Psycho Luna" um Frontman Mr. Luna, alias Claudio Lunario D’Orsaneo, bringt mit "Göttin" bereits das dritte Album auf den Markt. Es bildet das Ende der Eis-Welt-Trilogie, welche mit dem 2000 erschienene Debüt-Album "Eis-Mann-Welt" begann und von dem 2005 erschienene Nachfolgewerk "Nackt" weitergeführt wurde. Auch innerhalb des Albums wird der Trilogie-Charakter beibehalten. So ist es in die drei Teile "Not", "Schlacht" und "Stille" unterteilt.

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"Göttin" ist ein Album der Gegensätze. Es werden Geschichten erzählt von Liebe und Krieg, Sehnsucht und Verlust, warmem Gefühl und kalter Technik. Passend dazu ist auch die Musik von vielen Gegensätzen geprägt.
Als langweilig kann dieses dritte Werk von Psycho Luna sicherlich nicht beschrieben werden.
Das Album bietet dem Hörer eine große Bandbreite von verschiedenen Musikstilen.
Sowohl Fans von klarem Deutschrock als auch Anhänger von eher elektronisch-poppig angehauchter Musik werden auf dieser Scheibe sicher das ein oder andere Lied finden, das zur Dauerrotation im CD-Spieler taugt.
Treibende Gitarrenriffs gehen Hand in Hand mit verspielten Synthelementen und auch Punk und NDW Sounds tragen zur außergewöhnlichen Vielfalt dieses Albums bei.
Aber damit ist die Liste der verschiedenen Stile, die dieses Album verbindet, noch lange nicht beendet. Anlehnungen an Wavemusik und ganz selten sogar Mittelalternuancen kann der aufmerksame Hörer herauszuhören. Im Mittelpunkt steht allerdings eindeutig der kraftvolle und energiegeladene Rocksound. Doch auch die Freunde ruhigerer Klänge werden nicht enttäuscht. So sind z.B. die Lieder "Lunata" und "Glaube" gute Beispiele dafür, das Psycho Luna auch die Kunst der ruhigeren Balladen durchaus beherrschen.
Die teils sehr dichten Arrangements bergen jedoch auch Gefahren. So hat man manchmal das Gefühl, dass die verschiedenen Stile eher gegeneinander arbeiten, als harmonisch ineinander zu greifen. Betrachtet man jedoch das Album als ganzes, so wirken diese kleinen Ungereimtheiten eher naiv-charmant und können durchaus verziehen werden.
Einen gewissen Störfaktor beim genießen der Lieder birgt leider sowohl die Stimme des charismatischen Frontmannes, als auch die Texte. Während es durchaus Lieder gibt, bei denen die Stimme Mr. Lunas sich sehr gut in das Lied einfügt und klar und kraftvoll klingt, so gibt es leider ebenso Stücke, in denen sie sehr schwach wirkt und eine gewisse Tiefe und Variabilität vermissen lässt. Ähnlich ist es bei den Texten. Es gibt durchaus den ein oder anderen Refrain mit absolutem Ohrwurmpotential, jedoch wirken die Texte insgesamt alle ein wenig gezwungen. Es stellt sich die Frage, ob es wirklich notwendig ist, durch alle Lieder ein striktes Reimschema zu legen. Nicht selten fühlt man sich an die alte Plattitüde "Reim dich, oder ich fress dich!" erinnert, die man eher mit unbeholfenen Kindergedichten, denn mit ausgereiften Liedtexten in Verbindung bringen möchte.
Wenn man sich jedoch auf die Emotionen des Albums einlässt und sich von der Gesamtstimmung tragen lässt, so hat man mit "Göttin" einen abwechslungsreichen und interessanten Begleiter gefunden, der grade kürzer werdenden Herbstabende mit einer gewissen Portion naiv-schöner Melancholie füllen kann.

Playlist:
1.Blaetter
2.Feenpfad II
3.Engel: Hoffnung
4.Herrin vom See
5.Punkt: Mensch
6.Freiheit (Interlude)
7.Komm, wir leben
8.Beltane
9.Mörder der Liebe
10.System Runter
11.Lunata
12.Alles nur getan
13.Wenn ich schlafe
14.Glaube
15.Wenn ich gehe